BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


10. Januar 2012

Kein Asbest-Transport durch Norddeutschland

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat die geplanten Asbest-Transporte aus Wunstorf bei Hannover auf die Sondermüll-Deponie Ihlenberg (Kreis Nordwestmecklenberg) endgültig abgesagt. Denn ein neues Rechtsgutachten, das die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegeben hatte, kommt zu dem Schluss, dass die Transporte - so wie geplant - nicht stattfinden dürfen. Das Gutachten stellt die Entscheidung der niedersächsischen Behörden infrage, denn das staatliche Gewerbeaufsichtsamt in Hannover hatte zuvor den Transport per Lastwagen genehmigt.

Die Landesregierung begründete ihren Beschluss damit, dass Gesundheit und Arbeitsschutz im Vordergrund vor den möglichen Einnahmen in Höhe von 900.000 Euro für die landeseigene Deponie stünden. Geplant war die Einlagerung von rund 145.000 Tonnen Asbest-Schlamm auf die landeseigene Deponie Ihlenberg. Auch nach Schleswig-Holstein sollten rund 30.000 Tonnen des Materials gehen. Auch dort hatte die Landesregierung die Transporte auf die Deponie Rondeshagen gestoppt.

Eine Berliner Anwaltskanzlei hat in dem Gutachten den vorgesehenen unverpackten Lkw-Transport aus Wunstorf für nicht genehmigungsfähig erklärt. Das sogenannte Schüttgut-Verfahren mit Muldenkippern sei rechtlich nicht zulässig. Die Transporte seien nur in geschlossenen Kunststoff-Säcken - sogenannten Big-Packs - möglich. Diese gelten aber als zu teuer.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, in der die Landesregierung ihre Entscheidung begründet.

Das Engagement des BUND und vieler Bürgerinitiativen in drei Bundesländern hat sich ausgezahlt. Der BUND hatte von Anfang an vor den Transporten gewarnt und sich für die Sanierung der Halde in Wunstorf eingesetzt.  Der BUND Niedersachsen fordert die Region Hannover nun auf, sich um Alternativen zu bemühen. Die Asbesthalde müsse vor Ort saniert werden, so dass sie künftig keine Gefahr für die Bevölkerung darstelle.

Auch die schleswig-holsteinische Landesregierung will nach der Entscheidung Mecklenburg-Vorpommerns keinen Asbestmüll aus Niedersachsen aufnehmen. Ursprünglich sollten auch mehrere zehntausend Tonnen Asbestschlamm auf einer Deponie bei Lübeck gelagert werden.

Um die Asbestmüll-Transporte zu verhindern, hat der BUND Mecklenburg-Vorpommern eine Online-Protestaktion gestartet. Hier unterschreiben...

Weitere Informationen zum Thema Asbest finden Sie auf den Internetseiten des BUND Mecklenburg-Vorpommern.

Auf YouTube finden Sie alle NDR-Filme zum Asbestttransport mit vielen kritischen Stimmen zu den Plänen der Region Hannover.

Quelle: http://www.bund-niedersachsen.de/nc/themen/abfall_asbesttransport/