Rund 120.000 Menschen haben am Ostermontag in Deutschland erneut gegen die Atomenergie demonstriert. An zwölf Atomstandorten machten die Menschen anlässlich des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl einen Tag später klar, dass sie die von den AKW ausgehende Gefahr nicht länger hinnehmen wollen und forderten: Alle AKW abschalten! Zu den Demonstrationen hatte unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aufgerufen.
In ganz Deutschland hatten sich Menschen seit dem Vormittag versammelt und sich dann mit Bussen, Autos, Fahrrad-Konvois und Treckern zu den Atomstandorten auf den Weg gemacht. Die Innenstadt von Biblis musste wegen Überfüllung gesperrt und viele Demonstranten auf andere Flächen umgeleitet werden. Für viele Standorte waren dies die größten Demonstrationen seit Jahrzehnten.
Die Zahlen der einzelnen Standorte:
• Biblis: 15.000 Demonstranten
• Braunschweig Land: 11.000 Demonstranten
• Brunsbüttel: 6.000 Demonstranten
• Esenshamm: 5.200 Demonstranten
• Grafenrheinfeld: 15.000 Demonstranten
• Grohnde: 20.000 Demonstranten
• Gronau/Ahaus: 10.000 Demonstranten
• Gundremmingen: 10.000 Demonstranten
• Krümmel: 17.000 Demonstranten
• Lubmin: 2.000 und 450 Demonstranten im Treck
• Neckarwestheim: 8.000 Demonstranten
• Philippsburg: 3.000 Demonstranten
Auch in Japan und Frankreich gab es Anti-AKW-Proteste. So beteiligten sich an der internationalen Brücken-Aktion gegen das französische AKW Cattenom rund 20.000 Menschen. Bereits am Ostersonntag hatten in Tokio und anderen japanischen Städten Tausende Menschen gegen Atomenergie demonstriert.
Für die nächsten Wochen sind weitere Proteste angekündigt. Am 28. Mai, bevor die Bundesregierung ihren Atom-Fahrplan beschließt, werden in 20 Städten Großdemonstrationen stattfinden und für das Ende des AKW-Moratoriums Mitte Juni planen unterschiedliche Gruppen und Organisationen Blockaden von Atomanlagen.