4. Juni 2010
Lauter Protest gegen Kohlekraft beim SPD-Landesparteitag in Stade
Unter dem Motto „Niedersachsen kann mehr… Kohlekraftwerke nicht ertragen!“ hat vergangene Woche (29. Mai 2010) beim Parteitag der niedersächsischen SPD in Stade ein breites Bündnis aus Bürgern und Umweltaktivisten gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke demonstriert. Darunter war auch der BUND Niedersachsen.
Mit Gift-Fässern, die den enormen Ausstoß an Schadstoffen des Klimakillers Kohle symbolisch zeigen, haben die Demonstranten von der SPD ein klares Nein zu neuen Kohlekraftwerken gefordert. Denn die SPD in Stade, allen voran Bürgermeister Rieckhof, gilt als treibende Kraft für den Ausbau von Kohlekraftwerken.
„Während die SPD auf Bundesebene vollmundig den Klimaschutz propagiert, will die SPD in Stade ohne jegliche Bedingungen den Bau neuer klimaschädlicher Kohlekraftwerke erreichen, selbst wenn sie keine Kraft-Wärme Koppelung haben und somit gerade mal einen Wirkungsgrad von max. 46 Prozent", kritisiert Ingrid Meyer-Schmeling von der Bürgerinitiative Stade-Altes Land. „Wir sagen: Der Klimaschutz muss hier vor Ort anfangen, denn nur so können die notwendigen CO2-Reduktionen erreicht werden."
In der Hansestadt Stade wollen E.ON und DOW zwei neue Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1900 Megawatt bauen. Sollten die Kraftwerke realisiert werden, würden sie jährlich das Klima mit dem Ausstoß von über 11,3 Millionen Tonnen CO2 belasten. Gleichzeitig würde billigend eine massive Schädigung des sensiblen Ökosysstems an der Unterelbe durch die Entnahme von über 900 Millionen Kubikmeter Kühlwasser pro Jahr in Kauf genommen.
„Keine Art der Stromgewinnung ist so klimaschädlich wie die Kohleverstromung", sagt Elias Perabo von der Klima-Allianz. „Wir fordern die niedersächsische SPD deshalb auf, sich gegen neue Kohlekraftwerke in Stade und an anderen Orten in unserem Bundesland einzusetzen und sich unmissverständlich für den Klimaschutz und die erneuerbaren Energien stark zu machen."
Die Proteste wurden unterstützt von: Bürgerinitiative Stade Altes-Land, Bürgerinitiative Haseldorfer Marsch, Bürgerinitiative Brunsbüttel, BUND Niedersachsen, NABU Stade, Oxfam, Deutsche Umwelthilfe, Campact und der Klima-Allianz (eine Bündnis von über 100 Organisationen).
Flyer zum Download (PDF-Format, ca. 520 KB)
Aktuelle Informationen rund um Kohlekraftwerksplanungen in Deutschland und den Protest dagegen finden Sie unter:
www.kohle-protest.de