Das BUND-Projekt „Streuobstwiesen-Kataster“
Ein Web-gestütztes Streuobstwiesen-Kataster für Niedersachsen - am Beispiel von vier Modell-Landkreisen
Der BUND Niedersachsen setzt sich mit einem neuen Projekt für den Schutz der Streuobstwiesen ein. Unter www.streuobstwiesen-niedersachsen.de werden von nun an Informationen rund um die wertvollen Biotope gesammelt und veröffentlicht. Zunächst werden die Daten von vier Modell-Landkreisen vervollständigt: Göttingen, Lüchow-Dannenberg, Stade und Wolfenbüttel. In der Folge soll die Informationsplattform niedersachsenweit Informationen rund um die Streuobstwiesen sammeln und bereitstellen. Der BUND ist dazu auf die Hilfe all derjenigen angewiesen, die sich um Streuobstwiesen kümmern. Sie sollen ihre Informationen auf der Internetseite zur Verfügung stellen und können dadurch selbst profitieren.
Eine Streuobstwiese ist ein besonders strukturreicher, artenreicher Lebensraum. Viele bedrohte Tierarten wie Vögel, Fledermäuse, Schmetterlinge, Bienen, Haselmäuse, Garten- und Siebenschläfer finden hier eine Zuflucht. Auch der stark vom Aussterben bedrohte Steinkauz – eine so genannte Leitart – findet in den Höhlen der alten Obstbäume eine Heimat. Die Obstwiesen haben somit eine herausragende Bedeutung für die Biodiversität und die Agrobiodiversität.
Obstbäume sind keine Wildpflanzen, die man sich selbst überlassen kann. Seit Jahrhunderten wurden und werden sie angepflanzt, um Obst zu erzeugen. Deshalb sind Streuobstwiesen ein „Kulturbiotop“, also ein Lebensraum, der ohne Pflege durch den Menschen keinen Bestand hat.
Streuobstwiesen zeichnen sich nicht nur durch ihren ökologischen Wert aus, sondern sie prägen unser Landschaftsbild. Blühende Obstbäume bereichern seit jeher unsere Kulturlandschaft.
Was genau ist eine Streuobstwiese?
Unter dem Oberbegriff „Streuobstwiese“ lassen sich alle Bestände starkwüchsiger und großkroniger Obstbäume (überwiegend Hochstämme) zusammenfassen. Hochstamm-Obstbäume zeichnen dadurch aus, dass ihre Krone bei einer Stammhöhe von 1,80 Metern beginnt. Ihr Unterwuchs wird als Mähwiese oder Viehweide genutzt. Obwohl sich der Begriff im engeren Sinne von den „gestreut“, also in unregelmäßigen Abständen bzw. vereinzelt auf Wiesen oder Feldern stehenden Bäume ableiten lässt, sind damit alle Obsthochstamm-Bestände mit Grünland-Unterwuchs gemeint, also auch Block- und Reihenpflanzungen oder kleinere Obsthöfe und ausdrücklich auch Obstweiden.