Streuobstwiesen in Niedersachsen

  • Rainer Sturm/pixelio.de
  • Fledermaus, Foto: Klaus Mayhack

Das BUND-Projekt „Streuobstwiesen-Kataster“

Ein Web-gestütztes Streuobstwiesen-Kataster für Niedersachsen - am Beispiel von vier Modell-Landkreisen

Der BUND Niedersachsen setzt sich mit einem neuen Projekt für den Schutz der Streuobstwiesen ein. Unter www.streuobstwiesen-niedersachsen.de werden von nun an Informationen rund um die wertvollen Biotope gesammelt und veröffentlicht. Zunächst werden die Daten von vier Modell-Landkreisen vervollständigt: Göttingen, Lüchow-Dannenberg, Stade und Wolfenbüttel. In der Folge soll die Informationsplattform niedersachsenweit Informationen rund um die Streuobstwiesen sammeln und bereitstellen. Der BUND ist dazu auf die Hilfe all derjenigen angewiesen, die sich um Streuobstwiesen kümmern. Sie sollen ihre Informationen auf der Internetseite zur Verfügung stellen und können dadurch selbst profitieren.

Eine Streuobstwiese ist ein besonders strukturreicher, artenreicher Lebensraum. Viele bedrohte Tierarten wie Vögel, Fledermäuse, Schmetterlinge, Bienen, Haselmäuse, Garten- und Siebenschläfer finden hier eine Zuflucht. Auch der stark vom Aussterben bedrohte Steinkauz – eine so genannte Leitart – findet in den Höhlen der alten Obstbäume eine Heimat. Die Obstwiesen haben somit eine herausragende Bedeutung für die Biodiversität und die Agrobiodiversität.

Obstbäume sind keine Wildpflanzen, die man sich selbst überlassen kann. Seit Jahrhunderten wurden und werden sie angepflanzt, um Obst zu erzeugen. Deshalb sind Streuobstwiesen ein „Kulturbiotop“, also ein Lebensraum, der ohne Pflege durch den Menschen keinen Bestand hat.

Streuobstwiesen zeichnen sich nicht nur durch ihren ökologischen Wert aus, sondern sie prägen unser Landschaftsbild. Blühende Obstbäume bereichern seit jeher unsere Kulturlandschaft.

Was genau ist eine Streuobstwiese?

Unter dem Oberbegriff „Streuobstwiese“ lassen sich alle Bestände starkwüchsiger und großkroniger Obstbäume (überwiegend Hochstämme) zusammenfassen. Hochstamm-Obstbäume zeichnen dadurch aus, dass ihre Krone bei einer Stammhöhe von 1,80 Metern beginnt. Ihr Unterwuchs wird als Mähwiese oder Viehweide genutzt. Obwohl sich der Begriff im engeren Sinne von den „gestreut“, also in unregelmäßigen Abständen bzw. vereinzelt auf Wiesen oder Feldern stehenden Bäume ableiten lässt, sind damit alle Obsthochstamm-Bestände mit Grünland-Unterwuchs gemeint, also auch Block- und Reihenpflanzungen oder kleinere Obsthöfe und ausdrücklich auch Obstweiden.

Warum setzt sich der BUND für Streuobstwiesen ein?

Ein Steinkauz. Foto: Gary Robinson/pixelio.de

In Deutschland geht der Bestand an Streuobstwiesen seit Jahrzehnten zurück, vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft. Doch alte Streuobstwiesen bieten nicht nur einen Lebensraum für seltene Tiere, sondern beinhalten auch ein reichhaltiges Gen-Reservoir. Nur dort kommen viele alte lokale Obstsorten überhaupt noch vor. Der BUND hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die letzten Streuobstwiesen zu retten und neue zu schaffen.

Was will der BUND mit seinem Projekt erreichen?

Viele Naturschützer und Pomologen (Obstsorten-Experten) – darunter viele BUND-Aktive – pflegen bereits ehrenamtlich in ihren Regionen Streuobstwiesen. Doch das Problem ist: Es gibt in Niedersachsen zwar viele Einzel-Aktivitäten, und es liegen zahlreiche wissenschaftliche Studien zum Thema vor, aber niemand weiß genau, wie viele Streuobstwiesen es noch gibt, wie groß diese sind, welche Baumarten wo stehen und welche Tiere dort vorkommen. Das alles soll in einem Kataster festgehalten werden.

Von zentraler Bedeutung ist aber auch, dass alle Akteure, die sich in Niedersachsen mit Streuobstwiesen beschäftigen durch das Projekt zusammengeführt werden sollen. Sie sollen nicht nur dabei helfen, das Kataster zu vervollständigen, sondern sie bekommen auch die Möglichkeit, ihre Aktionen und ihre kontrolliert erzeugten (Bio-)Obstprodukte auf einer Internetseite zu präsentieren. Kunden soll somit die Möglichkeit gegeben werden, sich auf dieser Seite zu informieren, wo sie Streuobst aus ihrer Region kaufen können.

Da Streuobstwiesen als alte Kulturlandschaften auch einen hohen ästhetischen Wert haben, gibt es sicherlich viele Menschen, die zu ihrem Schutz beitragen möchten. Auch sie können sich auf der Internetseite informieren und Projekte in ihrer Region finden, bei denen sie sich einbringen können.

Hier können Sie die Projektbeschreibung herunterladen.



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
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Ihre Spende für das Projekt Streuobstwiesen-Schutz

Ansprechpartnerin

Sabine Washof
Tel. (0511) 96 56 9 - 74

Tel. (04141) 513992

Mobil 0160/92495662

Sabine.Washof@nds.bund.net

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