Sie befinden sich hier:

Internet "Streuobstwiesen in Niedersachsen" geht am 25. November 2011 online - BUND betreibt Online-Plattform, um wertvolle Biotope zu erhalten

Erntehelferin, Foto: Sabine Washof
Blühende Wiese, Foto: Klaus Mayhack

Wo kann ich Saft von Streuobst-Bäumen kaufen? Wo findet das nächste Obstblütenfest in meiner Nähe statt? Wächst in Niedersachsen noch irgendwo der Altländer Pfannkuchenapfel? Auf Fragen wie diese gibt es künftig Antworten auf der neuen Internetseite rund um das Thema Streuobst. Ins leben gerufen hat diese Seite der BUND Landesverband Niedersachsen e.V. mithilfe des neuen Projektes "Streuobstwiesen-Kataster".

Bislang gibt es in Niedersachsen keine landesweite Informationsquelle oder Karte, die Auskünfte über Streuobstwiesen enthält. Unter www.streuobstwiesen-niedersachsen.de werden von nun an Informationen rund um die wertvollen Biotope gesammelt und veröffentlicht. Zunächst werden die Daten von vier niedersächsischen Modell-Landkreisen vervollständigt: Göttingen, Lüchow-Dannenberg, Stade, und Wolfenbüttel. In Folge soll die Internetplattform niedersachsenweit Informationen rund um die Streuobstwiesen sammeln und bereitstellen. Der BUND ist dazu auf die Hilfe derjenigen angewiesen, die sich um Streuobstwiesen kümmern. Sie sollen ihre Informationen auf der Interetseite zur Verfügung stellen und können dadurch selber profitieren.

Mit der Internetseite will der BUND die Menschen in Niedersachsen über die Bedeutung der Streuobstwiesen informieren. Zudem sollen sie angeregt werden, sich aktiv an deren Pflege zu beteiligen.

Streuobstwiesen zählen zu den wichtigsten und zugleich am stärksten gefährdeten Biotopen in Niedersachsen. 5000 Tierarten leben direkt oder indirekt von Streuobstwiesen - darunter sind viele vom Aussterben bedrohte Tiere wie Steinkauz, Siebenschläfer oder Großer Abendsegler (Fledermausart). Seit 1950 sind 80 Prozent unserer Streuobstwiesen der Säge zum Opfer gefallen und damit sind auch viele alte, widerstandsfähige Obstsorten verschwunden. Die letzten Streuobstwiesen sind deshalb die letzten Gen-Reservoirs unserer regionalen Obstsorten. Zudem sind sie historische Kulturräume, die seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet werden.

Die Informationsplattform ist verbandsübergreifend und wird von gegenseitiger Unterstützung aller Akteure leben. Bereits in der Projektphase wirken viele Institutionen und Menschen mit, die sich um Streuobstwiesen verdient machen. Das BUND-Projekt wird unterstützt von einem landesweiten Fachbeirat, in dem Vertreter wichtiger Institutionen vertreten sind: Kompetenzzentrum für Ökolandbau Niedersachsen (KÖN), Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e.V., Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e.V., Pomologenverein, NABU, UNB Wolfenbüttel und NLWKN. Auch Vertreter der Modell-Landkreise wie BUND-Kreisgruppen sowie verschiedene Initiativen und Interessengruppen sind im Beirat engagiert. Sie alle haben sich bei der Gestaltung und der Funktionalität der Internetseite eingebracht. Finanziell fördert die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung das Projekt.

BUND Stade organisierte großes Pflanzfest - 136 neue Streuobstbäume

Die kleinen und großen Helfer hatten sichtlich Spaß daran, "ihre" Apfel- und Birnbäume zu pflanzen. Fotos: Sabine Klie

Streuobstwiesen sind wertvolle Lebensräume und aus der heutigen Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken. Der BUND setzt sich seit einiger Zeit verstärkt dafür ein, alte Streuobstwiesen in Niedersachsen zu erhalten und neue anzulegen. Ein Bioland-Betrieb in Ahrenswohlde bei Stade hat nun eine rund ein Hektar große Fläche zur Verfügung gestallt, um dort alte vergessene Obstsorten im Rahmen eines großen Pflanzfestes anzupflanzen.

Elisabeth und Herbert Meibohm, die Besitzer des Hofes, haben zusammen mit dem BUND Stade alle Ahrenswohlder Kinder der Jahrgänge 1997-2011 eingeladen. Sie durften am 12. November 2011 einen Apfelbaum pflanzen und für diesen Baum auch die Patenschaft übernehmen. 136 Hochstammbäume verschiedener Apfel- und Birnensorten wurden gepflanzt. 68 Kinder haben die Chance genutzt, und zusammen mit ihren Eltern ihren auserwählten Baum gepflanzt. Aber auch viele Erwachsene aus dem Dorf und der Umgebung haben eine Patenschaft übernommen.

Im Rahmen der Aktion "1000 Apfelbäume von Beckers Bester", die der Bioland-Landesverband organisiert, wurden dem Bioland-Landwirt 60 Bäume mit den dazu gehörigen Pflanzmaterialien finanziert. Die restlichen Bäume werden von der hiesigen Ahlerstedter Windparkstiftung gesponsert.

Die Meibohms hatten zusammen mit dem BUND Landesverband Niedersachsen e.V. und dem Pomologen Eckart Brandt das Projekt vorbereitet. Im Rahmen des neuen BUND-Projektes „Web-Gis gestütztes Streuobstwiesenkataster“ – anhand von vier Modelllandkreisen in Niedersachsen (Stade ist ein Modell-Landkreis) – wird diese Pflanzaktion später auf der Plattform www.streuobstwiesen-niedersachsen.de zu sehen sein. Mehr über das BUND-Projekt finden sie hier.

Zu dem Pflanzfest wurden alle Beteiligten, Kooperationspartner und Unterstützer, wie Vertreter der Gemeinde, Landesverband Bioland, Beckers Bester, BUND Landesverband Niedersachsen e.V., BUND Kreisgruppe Stade, ortsansässige Jagdpächter, Nachbarn, Familien und viele andere Streuobstfreunde eingeladen.

 

Der BUND Lemgo hat ein neues Apfelallergie-Projekt gestartet

Foto: Klaus Mayhack

Das Thema Apfelallergie ist inzwischen in aller Munde. Bereits 20 Prozent der llgemeinbevölkerung in westlichen Ländern leiden unter Nahrungsmittelunverträglichkeit - Tendenz steigend. Der Allergologe Professor Dr. Karl-Christian Bergmann von der Berliner Charite`schätztden Anteil der betroffenen Apfelallergiker auf rund 4 Millionen Bundesbürger.

Lebensmittelchemiker untersuchten gemeinsam mit Medizinern der Uni Hamburg alte und neu gezüchtete Apfelsorten und kamen zu einem interessanten Ergebnis: Eine Schlüsselrolle spielen die so genannten Poyphenole, die in Pflanzen beispielsweise als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Sie sind vor allem in den alten pfelsorten wie etwa Boskoop enthalten. Die neuen Apfelsorten weisen dagegen nur geringe Megen an Polyphenolen auf - sie wurden wegen des säuerlichen Geschmacks weitestgehend heruasgezüchtet. Welche altenSorten verträglich sind oder nicht, wurde bisher kaum untersucht. Hilfe bietet ein Projekt des BUND Lemgo. Dort sammelt man die Erfahrungen, welche Allergiker selbst mit Apfelsorten gemacht haben.

Mit dem Thema Apfelallergie und wegen der besonderen Verträglichkeit der alten Apfelsorten kann man also einen Beitrag zum Erhalt der alten Obstsorten und des Lebensraumes `Streuobstwiese`leisten.



Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Ihre Spende für das Projekt Streuobstwiesen-Schutz

Ansprechpartnerin

Sabine Washof
Tel. (0511) 96 56 9 - 74

Tel. (04141) 513992

Mobil 0160/92495662

Sabine.Washof@nds.bund.net

Suche

Metanavigation: