Entwicklung und Erprobung in Modell-Landkreisen
Trotz der hohen biologischen und ästhetischen Bedeutung der Streuobstwiesen gibt es überraschenderweise noch keine landesweit öffentlich zugängliche Datenbank oder ein Kartenwerk, das alle Streuobstwiesen in Niedersachsen beinhaltet. Wer Informationen zum Bestand, der Vermarktung der Produkte oder den dort stattfindenden Veranstaltungen der jeweiligen Akteuren sucht, wird nirgendwo fündig.
Es liegen zwar verstreut Informationen und Daten vor, aber es existiert kein umfassender Überblick. Das soll sich durch das Projekt des BUND Niedersachsen ändern. Ziel ist es, ein niedersachsenweites Informationssystem für Streuobstwiesen aufzubauen. Vorliegende Informationen und Daten werden dafür zusammengetragen und eine Datenbank in Form einer Informationsplattform im Internet aufgebaut.
Akteure sollen vernetzt werden und mitwirken
Ein ganz wichtiges Ziel des Projekts ist es, die Menschen in Niedersachsen über die Bedeutung der unterschiedlichen Obstwiesen zu informieren und sie so für die Mitwirkung an deren Erhaltung und Neubegründung zu motivieren. Gefördert wird das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die sich die Themen "Grüne Inseln im Siedlungsbereich" und "Alte Sorten" zum Förderschwerpunkt für die Jahre 2011 bis 2013 gesetzt haben.
Pflege der Streuobstwiesen kann sich wirtschaftlich rentieren
Ein entscheidender Aspekt, ohne den langfristig alle Bemühungen um den Erhalt der Obstwiesen zum Scheitern verurteilt sind, ist die Wirtschaftlichkeit. Wirksame Marketingkonzepte mit dem Fokus auf der Qualität der Produkte (Obst, Saft etc.) als auch auf der landschaftlichen Schönheit der Obstwiesen sind dazu dringend notwendig.
Bis Mai 2012 sollen die Informationen für die vier Modell-Landkreise: Lüchow-Dannenberg, Göttingen, Wolfenbüttel und Stade erhoben werden und im Internet unter www.streuobstwiesen-niedersachsen.de verfügbar gemacht werden. Von zentraler Bedeutung ist bei dem Vorhaben, dass alle Akteure, die sich in Niedersachsen mit Streuobstwiesen beschäftigen, bei der Erarbeitung um Mitwirkung gebeten werden. Ziel des BUND ist, dass sich im Laufe des Projektes eine Interessengemeinschaft gründet, die die Informationsplattform nach Projektende übernimmt und weiter führt.
Online-Plattform bietet viel Service und Information
Die entstehende Informationsplattform im Internet soll nicht nur Angaben zur Lage und Größe der Streuobstwiesen enthalten, sondern beispielsweise auch Angaben zur Vermarktung, dem Pflegezustand, dem Vorkommen Alter Obstsorten sowie und Veranstaltungen.
Der Clou: Bereits in der Projektlaufzeit haben alle Menschen und Organisationen jetzt schon die Möglichkeit, Informationen zu ihren Obstwiesen unter www.streuobstwiesen-niedersachsen.de einzustellen, seien es Angaben zu Veranstaltungen wie Apfeltage, Blühfeste, Schnittseminare, Versaftungs-Aktionen, Bildmaterial etc. und auch zu ihren Produkten.
Technisch unterstützt wird die Entwicklung der Informationsdatenbank und des Webauftritts von der Firma IP SYSCON GmbH (www.ipsyscon.de).