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Frühjahrsuntersuchung der Rinder: Alle Tiere sind gesund

Zweimal im Jahr, jeweils im Frühjahr und Herbst, werden die Tiere der drei Modellherden untersucht. Veterinäre und Mitarbeiter des Institutes für Ökologischen Landbau reisen dann für einen Tag aus Trenthorst (Schleswig-Holstein) an, während die Mitarbeiter der zwei beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe die Herden bereits am frühen Morgen in entsprechenden Fanggattern zusammen führen.

Da die Rinder der Stammherden diese Prozedur bereits kennen, können die meisten Tiere ohne Stress in den Behandlungsstand geleitet werden. Die Veterinäre beurteilen den Gesundheitszustand der Tiere. Das Gewicht wird ermittelt und Kotproben genommen, um im Labor Untersuchungen auf Parasitenbefall vornehmen zu können. Bei Bedarf sind im Stand auch Vorrichtungen zur Klauenbehandlung angebracht!

Trotz der extensiven Haltung und des relativ langen Winters wurde der Zustand der Tiere auch diesmal, bei der Untersuchung am 13. April, als gut bewertet. Und so sind inzwischen in den drei Herden auch die meisten Kälber dieses Jahres schon geboren und genießen unter mütterlicher Fürsorge die ersten wärmenden Sonnenstrahlen.

Workshop: Regionale Schlachtung in der Elbtal-Aue

Mehr als 40 Experten und Interessierte haben sich am 25. Februar bei einem Workshop zum Thema "Regionale Schlachtung in der Elbtal-Aue" informiert und darüber diskutiert. Sie waren der Einladung der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker, des BUND Niedersachsen und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Bezst. Uelzen) ins Haus des Gastes in Neuhaus/Elbe gefolgt. Zu den Besuchern zählten Tierärzte, Landwirte, Metzger, Gastwirte und andere.

Im Mittelpunkt stand die Idee, eine regionale Schlachtstätte einzurichten. Denn eine Studie der Landwirtschaftskammer kam zu dem Ergebnis, dass der Bedarf für eine solche Schlachtstätte vorhanden ist.

Die Landwirte könnten davon profitieren:

  • Sie könnten ihre regionalen Produkte besser vermarkten.
  • Sie könnten extensiv und naturnah erzeugtes Qualitätsfleisch aus den Schutzgebieten (u. a. Auerochsen-Abbildzüchtungen – Heckrinder und Rinder gefährdeter Rassen aus dem laufenden BLE-Modellprojekt) mit einem hohen Verarbeitungsgrad und damit höherer regionaler Wertschöpfung anbieten.
  • Und die Landwirte könnten dort auch regionaltypische, interessante Produkte aus „Auerochsen“-, Schaf- und Lammfleisch für eine Regionalmarke, an der die Biosphärenreservatsverwaltung arbeitet, herstellen lassen.

Finanziell unterstützt wurde die Tagung von der Lokalen-Leader-Aktionsgruppe Elbtalaue. Vier ReferentInnen versorgten die Besucher mit aktuellen Informationen zum Thema und beantworteten viele Fragen:

Voraussetzungen zur Errichtung einer Schlachtstätte

Dipl.-Agraringenieur Hans-Jürgen Müller von der Betriebsgemeinschaft Gut Fahrenbach bei Witzenhausen stellte in seinem lebhaften Vortrag die aktuellen Voraussetzungen zur Errichtung kleiner, regionaler Schlachtstätten dar.  Aus seiner langjährigen Beratungstätigkeit zum Thema konnte er sehr viele praktische Tipps weitergeben und wertvolle Hinweise auch im Umgang mit Behörden vermitteln. Er kann für Beratungsgespräche auch angefragt werden: Hans Jürgen Müller, Gut Fahrenbach, Witzenhausen, Mail: mueller@gutfahrenbach.de; www.gutfahrenbach.de. Herr Müller und Dr. Andrea Fink-Keßler organisieren auch das Projekt „Hilfestellung zur Umsetzung der Hygieneverordnung“. Die Seite www.biofleischhandwerk.de bietet Rechtstexte, Zulassungshilfen und Infobriefe.

Kosten einer Schlachtanlage

Bernhard Ende von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Uelzen hatte Daten und Zahlen zusammengetragen und konnte den Besuchern eine Schätzung der Kosten einer Schlachtstätte darstellen. In der Diskussion ergaben sich zusätzliche Kostenaspekte, die berücksichtigt werden müssen. Nachfragen können gerichtet werden an: Bernhard Ende, LWK Bezirksstelle Uelzen, Mail: bernhard.ende@lwk-niedersachsen.de

Stressfreie Schlachtung

Lea Trampenau von der Tacke Trampenau GbR „Innovative Schlachtsysteme“ trug mit dem Geschäftspartner Herrn von Minckwitz  mögliche Lösungen einer stressfreien Schlachtung und deren Auswirkungen auf die Fleischqualität vor. Hierbei spielte der Kugelschuss auf der Weide und der Einsatz der neu entwickelten Tötungsbox eine besondere Rolle. Kontakt und weitere Informationen dazu gibt es bei: ISS Tacke Trampenau, Göttingen, www.innovative-schlachtsysteme.de  und per Mail an: trampenau@iss-tt.de

Eine kleine Hofschlachterei - ein Beispiel

Zuletzt stellte Jens Rasim vom Biobetrieb Gut Gallin nördlich von Boizenburg seinen Betrieb vor und die im Bau befindliche bio-zertifizierte  Hofschlachterei mit Hofladen und Imbiss. Nach Fertigstellung der Anlage im März/April 2010 können auch Lohnschlachtungen vorgenommen werden. Kontakt: Jens Rasim – Gut Gallin, Boizenburg, Mail: jensrasim@gutgallin.de

Der Workshop war ein voller Erfolg. Deshalb planen die Veranstalter ein Folgetreffen, um mögliche Interessenten und Investoren zusammenzubringen und Ihnen den Einstieg in eine konkrete Planungsphase zu erleichtern.

Pressemitteilung: Interessenverband gegründet - Landwirte mit handwerklicher Fleischverarbeitung gründen Interessensverband (Veröffentlicht unter www.biofleischhandwerk.de , PDF-Format, ca. 240 KB)



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