Wenn man jetzt durch den Wald streift, hört man ihn besonders oft. Mit seinem Klopfen macht der "Zimmermann des Waldes" unüberhörbar auf sich aufmerksam – der Specht. Im Winter erlauben die kahlen Äste der Bäume einen besonders guten Einblick in das Leben dieses Vogels. Und der Specht ist wirklich etwas Besonderes: Schmied, Großgrundbesitzer, Nussknacker und Trommler in einem.
Spechte klopfen gegen Baumstämme, um Futter zu finden, um ihre Nesthöhlen zu bauen, ihr Revier zu markieren und zum Flirten, also, um Kontakt zum anderen Geschlecht aufzunehmen. Viele Gründe also, bis zu 12.000 Mal (!) am Tag gegen einen Baumstamm zu hämmern – wie der nordamerikanische Helmspecht (Dryocopus pileatus).
20 Schläge pro Sekunde können Spechte ausführen. Da stellt sich fast automatisch die Frage: Muss das nicht eigentlich wehtun? Bei uns Menschen wären Kopfschmerzen sicherlich noch die harmloseste Folge, wenn man bedenkt, dass der Aufprall des Schnabels mit ca. 25 km/h erfolgt. Der Specht hält eine mehrere hundert Mal größere Krafteinwirkung aus als Astronauten, die aus dem All zurückkehren.
Zum Glück ist sein Körper optimal an diese Aufgabe angepasst: Die Muskeln um den Schädel wirken, sind sie angespannt, quasi als Stoßdämpfer, genauso wie als federnde Verbindung zwischen Schnabel und Schädel. Die knöcherne Hülle des Gehirns ist stark ausgeprägt, und das Gehirn ist von wenig Gehirnflüssigkeit umgeben. So bewegt es sich kaum mit und eine "specht-sche Gehirnerschütterung" wird vermieden.