Jedes Jahr zur Winterzeit bietet sich dem Naturfreund ein einzigartiges Hörspiel: die Ranzzeit der Füchse. Der hiesige Vertreter, der Rotfuchs, ist ein dämmerungs- und nachtaktives Tier, doch dies ändert sich, wenn Reineke Fuchs auf Freiersfüßen geht. So hat man im Januar und Februar, besonders nach Neuschnee, die Chance, Füchse auch tagsüber zu beobachten, wenn sie auf Partnersuche sind. Da sie während des restlichen Jahres meist Einzelgänger sind, stoßen die Füchse ein heiseres Bellen aus, eine weithin hörbare Folge von drei bis sechs kurz hintereinander geäußerten Lauten, um einander zu finden.
Haben sich dann Fähe, so werden die Weibchen bezeichnet, und Rüde gefunden, bleiben sie solange zusammen, bis die Tage gekommen sind, an denen die Weibchen empfängnisbereit sind. Oft kommt es auch vor, dass mehrere Rüden sich um ein Weibchen bemühen: auch dies tun sie geräuschvoll kund mit einem Keckern, einem durchdringenden, lauten Kreischen. Die rangniederen Tiere unterwerfen sich ranghöheren Füchsen mit einem hochfrequentem Winseln.
Beobachtungstipp:
Mittlerweile haben Füchse auch die Stadt als Lebensraum für sich entdeckt und erobert. So wird geschätzt, dass z.B. in Stuttgart rund 4.000 Füchse leben. Die Chance, einen Fuchs auch in einer Parkanlage beobachten zu können, stehen also gut. Im Wald ist der Fuchs ein Gewohnheitstier: Auf dem Weg in sein Jagdrevier und zurück benutzt er stets die gleichen Routen, diese werden auch als Pass bezeichnet. Hat man einen dieser geschützten Pässe entdeckt, so kann man "seinen" Fuchs regelmäßig beobachten.
Achtung: Auch "Stadtfüchse" sind Wildtiere, deshalb sollte man sie weder füttern noch versuchen, sie zu zähmen. Katzenfutter sollte deshalb nicht unbeaufsichtigt ins Freie gestellt werden und Abfalleimer gut geschlossen sein.
Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin).