BUND fordert: Keine CO2-Endlagerung in Niedersachsen

Kohlekraftwerk in Mehrum bei Peine. Foto: Liza Litsch/pixelio.de

Die Energiekonzerne verfolgen ein Ziel: Sie wollen mit einer neuen Technologie das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2), das die Kohlekraftwerke in riesigen Mengen in die Atmosphäre pusten, abscheiden und unter der Erde verpressen. Diese Technologie nennt sich „Carbon Capture and Storage“, kurz CCS. Derzeit diskutieren Bundes- und Landesregierungen, wo, unter welchen Bedingungen und mit welcher Gesetzgebung CCS künftig angewendet werden kann. Europaweit sollen in den nächsten vier Jahren etwa zwölf CCS-Pilotanlagen entstehen. Eine dieser EU-subventionierten Anlagen plant der Energiekonzern Vattenfall derzeit am brandenburgischen Standort Jänschwalde. Niedersachsen steht bei diesem Thema im Fokus, weil sich viele Standorte in der Norddeutschen Tiefebene für die Verpressung eignen sollen - insbesondere soll die Lagerung in der Nordsee möglich sein.

Die Fakten

  • Die CCS-Technologie spart kein Gramm CO2. Diejenigen Kraftwerke, die das Verfahren anwenden, arbeiten ineffizienter als die anderen und stoßen sogar noch mehr Kohlendioxid aus als die anderen Kraftwerke.
  • Heute weiß niemand, ob die Technik je funktionieren und wirtschaftlich sein wird und vor allem, ob eine Tausende von Jahren sichere Lagerung von vielen Millionen Tonnen CO2 überhaupt möglich ist. Klar ist, dass CCS ein hohes Risiko für folgende Generationen mit sich bringt.

Klimaschutz geht anders

Die Klimabilanz der CCS-Technologie ist fraglich. Trotzdem dient sie den Energiekonzernen, den Neubau von klimaschädlichen Kohlekraftwerken zu legitimieren. Die Entwicklung dieser Technologie und der damit verbundene Weiterbetrieb von Großanlagen blockieren strukturell den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wenn weiterhin auf Kohleverstromung gesetzt wird, können – auch mit CCS – die langfristigen Klimaziele (mindestens 80 Prozent weniger Treibhausgase bis 2050) nicht erreicht werden.

Unsichere Endlager

Die unterirdische Endlagerung des Klimagases muss über viele tausend Jahre gewährleistet sein. Doch heute existieren keine Methoden, mit denen die Dichtheit eines Lagerkomplexes zuverlässig vorhergesagt werden kann, mit denen überwacht werden kann, ob Kohlendioxid (schleichend) entweicht, und es gibt noch keine Erkenntnisse darüber, wie Leckagen und Wegsamkeiten im Gestein wieder geschlossen werden könnten.

BUND-Fazit

Die Subventionen, die bereits heute in Technologieentwicklung, Erkundung von Lagerstätten und bald auch Pilotanlagen fließen sollen, wären in echtem Klimaschutz weitaus besser angelegt. Deutlich kostengünstiger sind Alternativen zur Vermeidung von Treibhausgasen wie Effizienztechnologien und bald auch die erneuerbaren Energien.

Lesen Sie hier, warum sich insbesondere Niedersachsen gegen CCS wehren sollte.

 



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