CO2-Endlager-Projekte unter der Nordsee ad acta legen

Seehunde auf der Ostseite von Norderney. Foto: Kenneth Brockmann

Die Energiekonzerne planen auch, das abgeschiedene Kohlendioxid aus ihren Kohlekraftwerken in den Untergrund der Nordsee zu verpressen. Damit könnten Sie Proteste der Bevölkerung und der Landesregierungen gegen mögliche CO2-Endlager vermeiden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt jedoch eindringlich davor, in der Nordsee Projekte zur unterirdischen Verpressung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken oder Industrieanlagen zu verfolgen. Denn die Anwendung der so genannten „CCS-Technologie“ (Carbon Capture and Storage) kann schwere ökologische Schäden bei Fauna und Flora im Meer verursachen.

Das hat ein neues Gutachten ergeben, das der BUND in Auftrag gegeben hat. Der Geologe Dr. Ralf Krupp kommt darin zu dem Schluss:

  • Der hohe Druck, der zur Verpressung des Kohlendioxids in die Tiefe erforderlich ist, sowie chemische Reaktionen im Untergrund könnten zu CO2-Leckagen führen.
  • Die zwangsläufige Verdrängung großer Mengen saliner Formationswässer (salzhaltiges Wasser aus unterirdischen Lagerstätten) durch das eingelagerte Kohlendioxid hätte verheerende Folgen sowohl für zahlreiche Meereslebewesen als auch für regionale Wirtschaftszweige wie die Fischerei und den Tourismus.
  • Möglich sind auch Beeinträchtigungen des UNESCO-Welterbes Wattenmeer sowie Versalzungen von Trinkwasservorkommen an der Nordseeküste.
  • Bedroht sind außerdem eine Vielzahl von Riffen und Sandbänken, die zu Natura-2000-Schutzgebieten gehören.
  • Generell ist die Verpressung von CO2 unter die Nordsee potentiell nicht weniger gefährlich als auf dem Festland, weil grundsätzlich die gleichen geologischen Mechanismen wirken.

Die Studie trägt den Titel „Risiken der Verpressung von Kohlendioxid unter der Nordsee“ und stellt die geologischen und ökologischen Gefahren der Anwendung von CCS in der deutschen Nordsee dar. Sie belegt vor allem, dass die Folgen der Anwendung der CCS- Technologie noch zu wenig erforscht sind. Deshalb kommt sie zu dem Schluss, dass der Bundesrat das Gesetz zur Einführung der CCS-Technologie, das dort am 23. September auf der Agenda steht, grundsätzlich ablehnen muss.


Die BUND-Studie „Risiken der Verpressung von Kohlendioxid unter der Nordsee“ finden Sie im Internet in einer Zusammenfassung unter:

http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/klima/20110818_klima_risiken_ccs_offshore_kurzfassung.pdf


Die Langfassung finden Sie unter:

http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/klima/20110817_klima_risiken_ccs_offshore.pdf


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Quelle: Greenpeace

Karte der potentiellen CO2-Endlager in Deutschland

408 mögliche CCS-Standorte gibt es laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR) in Deutschland - davon liegen sehr viele in Niedersachsen und in der Nordsee. Bislang weigerte sich das Bundesamt, diese Standorte bekannt zu geben, doch inzwischen wurden sie veröffentlicht. In dieser Karte können Sie nachschauen, ob nach Ansicht des BGR auch in Ihrer Nähe ein Endlager für CO2 möglich sein soll. Eine Karte zeigt alle möglichen Standorte.


http://www.bund.net/ccs-stoppen

Unterschriftenaktion gegen CCS

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen-Anhalt demonstrieren Bürgerinitiativen und Umweltverbände, darunter der BUND, seit längerem gegen die Pläne zur CO2-Endlagerung. Der BUND hat kürzlich im Internet eine bundesweite Online-Protestaktion gestartet, bei der die Ministerpräsidenten aufgefordert werden, im Bundesrat eine Ablehnung des CCS-Gesetzes herbeizuführen. Helfen auch Sie mit, die Verpressung von CO2 in Niedersachsen zu verhindern. Hier gelangen Sie zur Unterschriftenaktion: http://www.bund.net/ccs-stoppen



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

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