Wilhelmshaven - Wer, wie, was, warum?

Pläne, Fakten, Widerstände im Überblick (Stand 04/2010)

Der aktuelle Stand

In Wilhelmshaven betreibt der Energiekonzern E.ON seit 1976 ein Steinkohle-Kraftwerk mit 756 MW Nettoleistung (el. Leistung minus Eigenverbrauch) bei einem Wirkungsgrad von rund 40%.


Es bestehen lt. rechtskräftigem Bebauungsplan Nr. 212 Neubaupläne für zwei Kohlekraftwerksblöcke der GDF SUEZ (ehemals Electrabel) und auf dem Betriebsgelände der E.ON Erweiterungspläne für zwei neue Kohlekraftwerksblöcke. Vorgesehen ist, die notwendige Kühlleistung für eine Gesamtkraftwerkskapazität von ca. 5000 MW mit einer Durchflusskühlung zu realisieren („worst-case“-Szenario).


Zur Zeit befindet sich der 1. Kraftwerksblock der GDF SUEZ in Bau. Er soll 830 MW el. Leistung bei einem Wirkungsgrad von ca. 46% erzeugen. Die Fertigstellung ist für Ende 2011 vorgesehen.


Der zweite von E.ON geplante Block mit 505 MW el. Leistung und einem Wirkungsgrad von mehr als 50% (50plus) wurde auch von Ministerpräsident Wulff (CDU) begrüßt. Er bezeichnete das geplante Kraftwerk als „innovativen und nachhaltigen Beitrag für den Klimaschutz“. Doch das Unternehmen hat im April 2010 angekündigt, den Block nicht zu bauen - ein weiterer Erfolg für die Kohlekraftgegner und vor allem für unser Klima.


Denn gegenüber anderen modernen Kohlekraftwerken hat die „50plus“-Anlage zwar einen um etwa 5 Prozentpunkte höheren Wirkungsgrad. Dies bedeutet jedoch, dass hier noch immer fast die Hälfte der aus der Kohle gewonnenen Energie sinnlos verschwendet werden soll. (Im Gegensatz dazu nutzen Gaskraftwerke mit der Kraft-Wärme-Kopplung bis zu 90 Prozent der Energie des Rohstoffs.)


E.On plant nun einen Nachfolgeblock für das schon bestehende Kraftwerk, das seit 1975 in Betrieb ist. Es soll noch bis 2021/22 laufen. Danach soll entweder die Laufzeit verlängert werden oder ein ganz neues Kraftwerk entstehen.


Weiterführende Informationen zu den einzelnen Bauvorhaben


Konzern E.on

E.ON wollte in Wilhelmshaven sowohl das alte 756-MW Steinkohlekraftwerk weiterbetreiben als auch eine neue „50plus“-Anlage bauen, mit einem voraussichtlichen Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent.
Gegenüber anderen modernen Kohlekraftwerken hat die „50plus“-Anlage zwar einen um etwa 5 Prozentpunkte höheren Wirkungsgrad. Dies bedeutet jedoch, dass hier noch immer fast die Hälfte der aus der Kohle gewonnenen Energie sinnlos verschwendet werden soll. (Im Gegensatz dazu nutzen Gaskraftwerke mit der Kraft-Wärme-Kopplung bis zu 90 Prozent der Energie des Rohstoffs.)


E.ON hat im April 2010 angekündigt, die 50-Plus-Anlage doch nicht zu bauen. Die Begründung: Für die neue Technik seien noch nicht nötige Werkstoffe entwickelt und die Arbeitssicherheit nicht gewährleistet.


Konzern GDF SUEZ (ehemals Electrabel)

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Baubeginn: 19.09.2008
  • Typ: Steinkohleverbrennung
  • Erörterungstermin: 4./5. März 2008
  • Investor: GDF SUEZ (ab 01.02.2009)
  • CO2-Ausstoß: 4,5 Mio. Tonnen pro Jahr
  • Investitionssumme: rund 1 Mrd. Euro
  • geplante Fertigstellung: Ende 2011
  • el. Leistung: 830 MW

Vorzeitiger Baubeginn auf eigenes Risiko

Das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat Electrabel am 16. Juni 2008 den vorzeitigen Baubeginn auf eigenes Risiko erlaubt. Am 19.09.08 wurde im Beisein des Nds. Umweltministers Hans-Heinrich Sander der Grundstein gelegt. Am 21.11.08 wurde die erste Teilerrichtungsgenehmigung erteilt. Die wasserrechtliche Einleitungserlaubnis nach dem Nds. Wassergesetz steht noch aus.


Feb. 2008: Demonstration gegen die Neubauten. Foto: 635.com, foto.hufenbach

Protest: Ärzte warnen vor Kohlekraftwerken

118 Ärzte aus Wilhelmshaven und Umgebung wehren sich gegen die Kraftwerksneubauten, da die Feinstaubbelastung insbesondere Kinder und ältere Menschen bedrohe. In offenen Briefen und bei Informationsveranstaltungen forderten die Mediziner den Stadtrat auf, die Gesundheit der Bürger zu achten und die Kohlekraftwerke nicht zuzulassen. Vergebens: Der Oberbürgermeister bezeichnet ihre Einwendungen als Panikmache. Der Stadtrat seinerseits änderte die Bebauungspläne, so dass die  Kohlekraftwerke nun in Wilhelmshaven gebaut werden dürfen.

 

Widerstände: Bürgerinitiativen gegen Kohlekraft

Logo: european climate foundation

Die european climate foundation unterstützt unter Mitwirkung des BUND im Jahr 2009 alle niedersächsischen Bürgerinitiativen gegen Kohlekraftwerke!



  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Mach mal Umwelt!

mehr Informationen zum Bundesfreiwilligendienst

Europaweit!

Neumitgliederaktion – Vom Gärtnern in der Stadt – Die neue Landlust zwischen Beton und Asphalt: jetzt bis Ende Mai Mitglied werden!

Jetzt BUND-Mitglied werden!

Werden Sie bis Ende Mai BUND-Mitglied über unser Online-Formular und erhalten Sie das Buch „Vom Gärtnern in der Stadt – Die neue Landlust zwischen Beton und Asphalt“ als Begrüßungsgeschenk.

Projekt des Monats

Heimatgenüsse aus Niedersachsen im Tourismus

Festschrift zum Jubiläum

Jahresbericht 2010

Suche