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BUND Landesverband Niedersachsen

Europäische Woche der Abfallvermeidung: Meeresmüll jetzt eindämmen! BUND diskutiert mit Expert*innen über Wege zur Verringerung des Plastikmülls an den Nordseestränden

20. November 2017 | Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Wasser, Flüsse, Meere, Umweltgifte

Eine neue europäische Studie der Meeresschutzorganisation „Seas at Risk“, zu der auch der BUND gehört, hat jetzt gezeigt, dass das Ausmaß des Gebrauchs von Einweg-Plastik größer ist als bisher angenommen. Einweg-Plastik trage demnach massiv zur Meeresmüll-Krise bei, könnte jedoch mit einfachen politischen Maßnahmen eingedämmt werden, betont der BUND. Über Wege zur Reduzierung des Plastikmülls an der Nordsee diskutiert der BUND am 24.11. mit Expert*innen bei der Veranstaltung „Meeresmüll – Verringerung des Plastikmüllaufkommens an der Nordsee durch kommunale Vorgaben“ im Bremer Überseemuseum. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung statt.

„Weltweit sind die Meere mit Müll, überwiegend aus Kunststoffen, belastet“, erläutert Dr. Dorothea Seeger, Meeresmüll-Expertin im BUND-Meeresschutzbüro in Bremen. „Sowohl über land- als auch seeseitige Eintragspfade gelangt täglich weiterer Plastikmüll in die Meere. Um diese Müllmassen einzudämmen, müssen wir an Land jetzt dringend weniger Plastikmüll verwenden. Mit wenigen  kommunalen Vorgaben ließe sich das ohne weiteres machen.“ Die Studie von „Seas at Risk“ habe gezeigt, dass allein in Deutschland jährlich neun Milliarden Einweg-Plastikflaschen, drei Milliarden Coffee-to-go-Becher, 12 Milliarden Strohhalme, 509 Millionen Take-away Verpackungen und 105 Milliarden Zigarettenkippen anfallen. „Damit hat Deutschland den höchsten Verbrauch an Einweg-Kaffeebechern und Take-away Verpackungen in der EU“, betont Seeger. Ungefähr die Hälfte des an europäischen Stränden gefundenen Mülls besteht aus diesen Produkten aus Einweg-Plastik.

Bei der Veranstaltung des BUND am 24.11. werden Handlungsmöglichkeiten und Beispiele für erfolgreiche Projekte zur Verringerung des Plastikmüllaufkommens auf den Inseln und an der Küste der deutschen
Nordsee durch kommunale Vorgaben und andere lokale Maßnahmen präsentiert und diskutiert. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktivitäten der Unterarbeitsgruppe „Reduzierung des Plastikmüllaufkommens durch kommunale Vorgaben“ des Runden Tisches Meeresmüll unter der Federführung des Bundes-
umweltministeriums, des niedersächsischen Umweltministeriums und dem Umweltbundesamt statt. Zielgruppen sind Vertreter*innen von Politik, Kommunen, Tourismus, Abfallwirtschaft und Natur- und Umweltschutz. Sie wird im Rahmen des Projektes „Knotenpunkt plastikfreie Küste“ und der Arbeit des Runden Tischs Meeresmüll vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Stadt Bremen gefördert.

Bei Rückfragen:
Dr. Dorothea Seeger, BUND-Meeresschutzbüro, Tel: 0421 / 79 00 233, dorothea.seeger(at)bund.net

Vorläufiges Veranstaltungsprogramm

1. Block: Einführung und Hintergründe

  • 10:15 Begrüßung und Einführung (Dr. Dorothea Seeger, BUND-Meeresschutzbüro)
  • 10:25 Grußworte (Staatsrat Ronny Meyer, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen)
  • 10:35 „Müll im Meer – die EU Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, der OSPAR-Aktionsplan und der Runde Tisch Meeresmüll“ (Stefanie Werner, Umweltbundesamt)
  • 11:00 „Das Kreislaufwirtschaftsgesetz und die EU-Kunststoffstrategie“ (Helmut Schmitz, Der grüne Punkt)
  • 11:25 „Rechtliche Grundlagen: kommunaler und ordnungsrechtlicher Spielraum von Kommunen“ (Dr. Aleke Stöfen-O’Brien, Umweltbundesamt)
  • 11:50 Kaffeepause

2. Block: Beispiele

  • 12:10 „Plastikfrei wird Trend – Insel Föhr“ (Angela Ottmann, BUND- Inselgruppe Föhr und Projektbüro „Plastikfrei wird Trend“)
  • 12:35 „Beispiele der kommunalen Abfallvermeidung durch Mehrweggebote bzw. Einwegverbote“ (N.N.)
  • 13:00 „Vergangenheit und Gegenwart von Abfallvermeidung am Beispiel der Insel Borkum“ (Jens Albrecht, Umweltbeauftragter, Stadt Borkum)
  • 13:25 Mittagspause (Catering vor Ort)

3. Block: Umsetzung und Verstetigung

Pressemitteilung zum Download (PDF-Format)

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