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BUND Landesverband Niedersachsen

Städte und Gemeinden gegen Glyphosat - BUND veröffentlicht interaktive Karte pestizidfreier Kommunen

04. Dezember 2017 | Artenschutz, Landwirtschaft, Lebensräume, Mitmachen, Naturschutz in der Stadt, Schmetterlinge, Umweltgifte

Deutschlandweit verzichten bereits 90 Städte und Gemeinden auf Pestizide bei der Pflege ihrer Grün- und Freiflächen, darunter auch acht Kommunen in Niedersachsen. Unter anderem sind die Landeshauptstadt Hannover sowie Wolfsburg, Göttingen, Salzgitter und Osnabrück dabei. Um dieses Engagement zu dokumentieren und zu würdigen, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine interaktive Karte dieser pestizidfreien Kommunen veröffentlicht.

„Mit dem Bekenntnis zur pestizidfreien Kommune kommen die Kommunalpolitiker ihrer Verantwortung für Menschen und Umwelt nach. Sie zeigen, dass es auch ohne Chemie auf Gehwegen und in Parks geht“, sagt Tilman Uhlenhaut, Agrarsprecher des Umweltverbandes aus Hannover. Nach dem unlauteren „Ja“ des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt, das für die Glyphosat-Wiederzulassung in Brüssel sorgte, sei es umso wichtiger,
das vorbildliche Engagement der Kommunalpolitiker bekanntzumachen. „Auch auf Landesebene und in der Landwirtschaft erwarten wir jetzt ein klares Bekenntnis gegen Glyphosat. Im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium ist die Erkenntnis angekommen, dass die Zeit für Glyphosat abläuft“, so Uhlenhaut.

Glyphosat gilt laut Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen und ist mitverantwortlich für das dramatische Insektensterben und den Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Das Totalherbizid vernichtet alle Wildkräuter und entzieht dadurch Insekten die Nahrungsgrundlage und den Lebensraum. Das Insektensterben wiederum gefährdet auch andere Tierarten und letztlich die Lebensmittelproduktion für Menschen, denn rund zwei Drittel der Kulturpflanzen sind auf Bestäuber angewiesen.

„Sowohl in der Landwirtschaft als auch in den Kommunen und in Hobbygärten gibt es umweltfreundliche Alternativen zu Pestiziden, die Insekten wie Bienen und Wildbienen nicht gefährden. Blütenreich und ohne Gift – das sollte das Motto aller Städte und Gemeinden sein“, sagt Uhlenhaut. Städte erfüllen viele Funktionen. Sie sind neben Orte für Wohnen und Arbeiten auch für Erholung und Umweltbildung, Rückzugsgebiete für bedrohte Insekten wie Wildbienen und sogar Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Honig werden in Städten produziert. Gifte haben in dieser Umgebung nichts zu suchen.

Kommunen haben viele Möglichkeiten für eine pestizidfreie Pflege ihrer Grün- und Freiflächen. „Statt giftgrünem Einheitsrasen oder exotischen Bepflanzungen können Städte und Gemeinden mit mehrjährigen Blühwiesen ein ganzjähriges Nahrungsangebot für Insekten schaffen“, so Landwirtschaftsexperte. Für die Reinigung von Wegen seien mechanische und thermische Geräte eine gute Alternative zu chemischen Unkrautvernichtern.

Die interaktive Karte mit pestizidfreien Kommunen und weitere Informationen, darunter eine Beschlussvorlage für den Gemeinderat, gibt es im Internet unter:
www.bund.net/pestizidfreie_kommune

Rückfragen zum Thema an:
Tilman Uhlenhaut
Landwirtschaftsexperte und stellv. Geschäftsführer
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 13
tilman.uhlenhaut(at)nds.bund.net

Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 31
tonja.mannstedt(at)nds.bund.net

Pressemitteilung zum Download (PDF-Format)

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