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BUND Landesverband Niedersachsen

BUND fordert Moratorium für Verfüllungen in der Asse - Notfallvorsorge des BfS erschwert eine Rückholung der radioaktiven Abfälle

02. November 2016 | Atomkraft, Energie

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beabsichtigt im Rahmen einer Notfallvorsorge, Hohlräume in der Schachtanlage Asse II zu verfüllen. Der BUND Niedersachsen kritisiert dieses Vorgehen bezüglich geplanter Verfüllungen nahe den Einlagerungskammern. „Als Betreiber von Asse II muss das BfS nicht nur wegen möglicher Notfälle wie z.B. einen noch umfangreicherem Lösungszutritt vorsorgen, sondern auch versuchen, die Rückholung der radioaktiven Abfälle zu beschleunigen“, sagt Dorothea Steiner, Atomexpertin des BUND Niedersachsen. „Obwohl in der Praxis beide Anforderungen verknüpft werden müssen, hat das Bundesamt bis jetzt noch keine Gesamtplanung vorgelegt.“

Der BUND fordert daher ein Moratorium für die anstehenden Betonierarbeiten vor den Einlagerungskammern. Der Umweltverband befürchtet, dass die Atommüllbehälter in größerem Maße mit Nässe in Kontakt kommen können. Dies würde die Bergung zusätzlich erschweren. Im Gegensatz zu zahlreichen unbestritten sinnvollen Verfüllungen sei für die kritisierten Bereiche auch der gewünschte Stabilisierungseffekt für das Grubengebäude nicht nachgewiesen.

Die Asse 2-Begleitgruppe hatte bereits im September ein Moratorium gefordert. Diese Forderung wurde vom BfS bisher abgelehnt. Der BUND teilt die vorgebrachten Kritikpunkte der Begleitgruppe. „Das BfS sollte die Bedenken der Asse 2-Begleitgruppe und der Landrätin aus Wolfenbüttel, Christiana Steinbrügge, ernst nehmen und keine baulichen Fakten schaffen, die von der Begleitgruppe und den sie unterstützenden Wissenschaftlern sehr kritisch gesehen werden“, so Steiner. Insbesondere kann die Verfüllung in unmittelbarer Umgebung der Begleitstrecken dazu führen, dass im Fall eines unkontrollierten Laugenzutritts der Kontakt der eingelagerten Fässer mit der eintretenden Lauge schneller erfolgt als ohne eine Verfüllung. Die Verfüllung könnte auch zu einem Aufstauen der Lauge in den Einlagerungskammern führen. Dadurch kann die spätere Rückholung der Abfälle massiv erschwert werden.

 

Hintergrund:

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat die Betreiberschaft der Asse II am 1. Januar 2009 übernommen. Zwischen 1967 und 1978 fand in der Asse eine „Versuchseinlagerung“ von ca. 126.000 Gebinden mit radioaktiven Abfällen statt, die überwiegend aus der Aufarbeitung von Kernkraftwerksabfällen durch das Kernforschungszentrum Karlsruhe (heute KIT) stammen.

Seit 1988 dringen ca. 12-14 m³/d Salzwasser in den oberen Teil der Schachtanlage ein: Rund 95 % dieser Flüssigkeiten werden auf der 658 m-Sohle aufgefangen und entsorgt, der Rest sickert jedoch auf tiefere Niveaus durch, gelangt teilweise in die Einlagerungs­kammern auf der 750 m-Sohle und durchfließt diese.

Rückfragen zum Thema an:

Dorothea Steiner
Mitglied des Vorstandes
BUND Landesverband Niedersachsen
dorothea.steiner(at)bund.net

Dr. Ralf Krupp
Mitglied des wissenschaftlichen Beirates
BUND Landesverband Niedersachsen
ralf.krupp(at)bund.net

Pressekontakt:

Dr. Tonja Mannstedt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 31
presse@nds.bund.net

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