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BUND Landesverband Niedersachsen

BUND fordert Verschärfung des Düngerechts - In Niedersachsen müssen Tierbestände abgebaut werden

31. Januar 2019 | Landwirtschaft, Lebensräume, Massentierhaltung, Umweltpolitik, Wasser, Flüsse, Meere

Heute endet die von der EU-Kommission gesetzte Frist zur deutschen Düngeverordnung. Bis heute Abend soll die Bundesregierung Vorschläge liefern, wie das Düngerecht so verbessert werden kann, dass Wasser und Böden wirksam vor Stoffeinträgen wie Nitrat geschützt und trotzdem eine sinnvolle Düngung möglich ist. Dazu sagt Tilman Uhlenhaut,Agrarexperte vom BUND Niedersachsen:

„Ab morgen ist die Schonfrist für die Böden vorbei, eingelagerte Gülle wird wieder verspritzt. Leider gibt es viel zu viel davon in Niedersachsen. Es muss endlich geregelt werden, dass nur so viele Pflanzennährstoffe mit Gülle, Gärresten und Mineraldünger auf den Boden aufgebracht werden dürfen, wie die Kulturpflanzen zum Wachstum brauchen. Laut Nährstoffbericht der Landwirtschaftskammer (Berichtsjahr 2016/2017) liegt in Niedersachsen ein Überschuss von mehr als 68.000 t Stickstoff und 30.000 t Phosphat vor. Der Schwerpunkt liegt in den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Emsland. Hauptquellen sind hier die Massentierhaltung und Biogasanlagen.

Neben der Verschärfung der Gesetzgebung und einer besseren Kontrolle muss insbesondere in Niedersachsen der Umbau hin zu einer umweltfreundlichen und tiergerechten Nutztierhaltung sofort beginnen, anstatt ihn weiter auf die lange Bank zu schieben. In den besonders viehintensiven Regionen wie im Südoldenburger Raum bedeutet das auch eine Reduzierung der Tierzahlen. Nur so kann die eklatante Nitratbelastung von Flüssen und Grundwasser verringert werden.“ 

 

Hintergrund:

Die in Deutschland verabschiedete Düngeverordnung soll das Düngerecht so verbessern, dass Wasser und Böden wirksam vor Stoffeinträgen wie Nitrat geschützt und trotzdem eine sinnvolle Düngung möglich ist. Das sieht die EU-Kommission anders. Nach einer Verurteilung im Juni 2018 für die unzureichende Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie in Deutschland, hat die EU-Behörde noch erhebliche Kritik an dieser neuen Düngeverordnung angemeldet und erwartet bis heute strengere Maßnahmen zur Verbesserungen für die Umwelt.

Jedes Jahr fallen in Niedersachsen fast 50 Millionen Tonnen Dung aus Tierhaltung und 20 Millionen Tonnen Gärreste aus Biogasanlagen an und werden auf die landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht.

 

Rückfragen zum Thema an:

Tilman Uhlenhaut 
Stellvertr. Geschäftsführer und Referent für Landwirtschaft 
BUND Landesverband Niedersachsen 
Tel. (0511) 965 69 - 13 
tilman.uhlenhaut(at)nds.bund.net

 

Pressekontakt: 

Dr. Tonja Mannstedt 
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
BUND Landesverband Niedersachsen 
Tel. (0511) 965 69 - 31 
tonja.mannstedt(at)nds.bund.net

 

 

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