Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren.

BUND Landesverband Niedersachsen

Haus- oder Wildkatze: Wer lebt in der Lüneburger Heide? - BUND Niedersachsen untersucht Wälder im Heidekreis auf Wildkatzen

26. Mai 2016

Schleichende Wildkatze. Foto: Thomas Stephan, BUND

Die Wildkatze breitet sich in Niedersachsen weiter aus. Neben Vorkommen im Harz, Leine-Weser-Bergland und Braunschweiger Land werden seit einem Jahr zunehmend auch Tiere in der Lüneburger Heide gesichtet. Um den wissenschaftlichen Nachweis der streng geschützten Art zu erbringen, hat der BUND Landesverband Niedersachsen an verschiedenen Orten rund 40 Lockstöcke in den Wäldern nördlich von Nienburg sowie im Heidekreis aufgestellt. Der BUND Niedersachsen kooperiert hierbei mit der Naturschutzstiftung Heidekreis und dem Natur- und Vogelschutzverein Alpeniederung e.V. Rodewald.

Von Januar bis April standen die Lockstöcke an potenziellen Wanderrouten und in den Revieren der scheuen Wildkatzen. Die mit Baldrian besprühten Pfähle ziehen umherstreifende Katzen an, die sich an dem rauen Holz reiben und daran Haare hinterlassen.

„Durch eine genetische Analyse lässt sich genau feststellen, von welcher Tierart die Haare stammen: vom Reh oder Dachs, von der Haus- oder Wildkatze“, erläutert Andrea Krug, die das BUND-Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ betreut. „Sogar einzelne Individuen können wir identifizieren.“ Die Haarproben wurden Woche für Woche von Ehrenamtlichen der BUND-Kreisgruppe Heidekreis und den beiden Kooperationspartnern eingesammelt.
Derzeit werden sie gemeinsam mit Proben aus ganz Deutschland vom Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen untersucht.

Die Genanalyse belegt, ob Wildkatzen bereits in der Lüneburger Heide vorkommen und woher sie stammen. „Denkbar wäre auch, dass die Wildkatzen in der Heide stets da waren und wir sie erst jetzt entdeckt haben“, gibt Matthias Metzger, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung Heidekreis, zu bedenken. Die Untersuchungen zeigen somit auch, wie stark Wildkatzenpopulationen in Niedersachsen voneinander isoliert sind und wo Korridore erforderlich sind, um die kleinen Restpopulationen miteinander zu vernetzen.

Der BUND erforscht seit Jahren die Lebensweise und Verbreitung der seltenen Wildkatze. Ziel seines bundesweiten Schutzprojektes ist ein Verbund aus Wäldern durch grüne Korridore aus Büschen und Bäumen. „Diese Biotopvernetzung hilft nicht nur der Wildkatze, sondern auch vielen anderen Arten des Ökosystems Wald“, hebt Krug hervor.

 

Weitere Informationen zum Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ finden Sie im Netz unter
www.bund-niedersachsen.de/projekte_einrichtungen/projekte/rettungsnetz_wildkatze/

Hintergrund:
Die einst in fast allen Wäldern Deutschlands heimische Europäische Wildkatze steht seit vielen Jahren auf der Roten Liste der bedrohten Arten. In weiten Teilen Deutschlands ist sie bereits ausgestorben. Die letzten Wildkatzen leben meist in isolierten Waldgebieten.
Viele dieser Populationen sind jedoch zu klein, um dauerhaft zu überleben. Viele Katzen werden zudem Opfer des Straßenverkehrs.
Mit dem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ ergänzt der BUND Niedersachsen das seit April 2007 bestehende, länderübergreifende Großprojekt des BUND Deutschland zum Wildkatzenschutz.

Rückfragen zum Thema an:
Andrea Krug
Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 39
andrea.krug(at)nds.bund.net   

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb