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BUND Landesverband Niedersachsen

Pressekommentar: Der Wald muss es jetzt ausbaden - BUND fordert einen Ausbau der Windenergie an den richtigen Standorten

05. Februar 2020 | Energie, Energiewende, Umweltpolitik, Wald, Wälder

Zum Vorstoß der niedersächsischen CDU-Fraktion, zukünftig den Bau von Windenergieanlagen in Wäldern zuzulassen, sagt Axel Ebeler, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender:

„In der Landespolitik herrscht Einigkeit darüber, dass die Windenergie in Niedersachsen ausgebaut werden muss, wenn wir die Klimaziele von Paris erreichen wollen. Das begrüßt der BUND. Zukünftig Waldgebiete für die Energiegewinnung zu öffnen, ist jedoch der falsche Weg. Denn die Gründe für den Ausbaustopp der Windenergie liegen anderswo: Sie werden durch Defizite in der Raumplanung und Hemmnisse in den Genehmigungsverfahren verursacht. In Niedersachsen fehlt die konsequente Ausweisung von Vorranggebieten für die Windkraft, wichtige Datengrundlagen für Planer*innen sind völlig veraltet und unvollständig. Hier muss das Land Niedersachsen dringend handeln. Zudem gibt es im Offenland noch viele unausgeschöpfte Potenziale für Windenergie-Standorte, die zügig erschlossen werden müssen. Zu korrigieren sind beispielsweise Abstände zu Drehfunkfeuern.

Niedersachsen gehört mit einen Waldanteil von nur 25 % zu den waldarmen Bundesländern, im Gegensatz zu Hessen oder Rheinland-Pfalz mit über 40 %. Deshalb ist es hierzulande zu Recht verboten, Windenergieanlagen im Wald zu errichten. Denn diese versiegeln Waldböden und Konflikte mit dem Artenschutz sind vorprogrammiert. Zudem sind Wälder Orte der Erholung und erfüllen eine wichtige Klimaschutzfunktion. Von Sturm oder Borkenkäfer betroffene Waldflächen müssen daher zu naturnahen und stabilen Wäldern entwickelt werden anstatt zu Windparks. Keinesfalls dürfen jetzt Natur- und Klimaschutz gegeneinander ausgespielt werden, denn das Artensterben geht ungebremst weiter. Beides muss Hand in Hand gehen, wenn wir unsere Lebensgrundlagen langfristig erhalten wollen.

Akzeptanz für die Windenergie schafft man nicht mit pauschalen Abstandsregelungen. Vielmehr müssen Bürger*innen mehr Beteiligungsmöglichkeiten an Investitionen und Erträgen erhalten. Für den Klimaschutz wäre es verheerend, 1.000-Meter-Abstände zur Wohnbebauung auch in Niedersachsen einzuführen. Damit würden der Ausbau der Windkraft fast vollständig zum Erliegen kommen und viele bestehende Anlagen in Frage gestellt.“

Rückfragen an:
Axel Ebeler, stellv. Landesvorsitzender, BUND Landesverband Niedersachsen, axel.ebeler(at)bund.net

Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt, Pressesprecherin, BUND Landesverband Niedersachsen Tel. (0511) 965 69 – 31, tonja.mannstedt(at)nds.bund.net

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