BUND Landesverband Niedersachsen

Spurensuche Gartenschläfer: Tierische Geheimnisse gelüftet?

29. November 2021 | Artenschutz, Gartenschläfer

Gartenschläfer. Foto: Thorsten Pröhl / www.fokus-natur.de

Hunderttausende wissenschaftliche Daten hat das Team der „Spurensuche Gartenschläfer“ von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Justus-Liebig-Universität Gießen und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in den vergangenen drei Jahren rund um diesen kleinen Verwandten des Siebenschläfers gesammelt. Während der Gartenschläfer jetzt in den Winterschlaf geht, werden die umfangreichen Daten ausgewertet.

„Der Gartenschläfer war bislang weitgehend unerforscht. Umso mehr hoffen wir, nun Antworten zu finden, wie wir dem Gartenschläfer helfen können. Trotz seiner Anpassungsfähigkeit ist er vielerorts vom Aussterben bedroht“, sagt Andrea Krug, BUND-Artenschutzexpertin des BUND Niedersachsen. Für das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt haben sich Naturschützer*innen in allen Regionen, in denen Gartenschläfer vermutet wurden oder nachweislich leben, auf die Spur begeben: Rund hundert Wildtierkameras, 500 Nistkästen und 2.000 Spurentunnel überprüften sie seit 2019 regelmäßig. Auch im Harz, im Solling und im Raum Göttingen wurden über 700 Spurentunnel und 50 Nistkästen kontrolliert. Mit Hilfe von Wildtierkameras konnten Gartenschläfer an verschiedenen Orten eindeutig nachgewiesen werden.

Auch mehr als 750 Totfunde trugen Naturschützer*innen bundesweit für die Laboranalyse zusammen. Zwölf eigens entwickelte Beobachtungsapparate, die „Dormouse Monitoring Units“, wurden täglich kontrolliert. Tausende Kontrollgänge sind so für ganz Deutschland zusammengekommen. Zusätzlich verzeichnete die Online-Meldestelle des Projekts mehr als 6.000 bestätigte Hinweise auf Gartenschläfer durch die Bevölkerung. „Eine so umfangreiche Untersuchung einer Tierart in so kurzer Zeit haben wir in der Forschung noch nicht erlebt“, so Johannes Lang, Gartenschläfer-Experte der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Die Zusammenarbeit von Naturschützer*innen und Wissenschaftler*innen hat hier Unmögliches möglich gemacht.“

Die Wissenschaftler*innen der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung werten die Haar- und Kotproben, Totfunde, Fotos, Videos und Hinweise aus der Bevölkerung intensiv aus. Lang: „Das sind viele Puzzleteile, aus denen wir jetzt ein Bild über den Gartenschäfer zusammensetzen können. Wir erwarten Erkenntnisse, wie seine Lebensräume aussehen, was er frisst, wie er sich verhält und was Todesursachen sind. Damit ermitteln wir auch, was ihm so sehr schadet und was es braucht, damit er langfristig überleben kann.“ Mit ersten Forschungsergebnisse rechnet das Team der „Spurensuche Gartenschläfer“ im kommenden Frühjahr.

 

Weitere Informationen: www.bund-niedersachsen.de/gartenschlaefer

Gartenschläfer-Fotos: www.bund-niedersachsen.de/pressefotos

 

Hintergrund:
Ermöglicht wird das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ durch eine Förderung im Bundesprogramm Biologische Vielfalt des Bundesamts für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

 

Kontakt:
Andrea Krug, Projektkoordinatorin „Spurensuche Gartenschläfer“, BUND Niedersachsen, E-Mail: Andrea.Krug(at)nds.bund.net

BUND-Pressestelle:
Dr. Tonja Mannstedt, Tel. (0511) 965 69-31, Mobil (0171) 359 86 76, presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

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