BUND Landesverband Niedersachsen

Achtung Verwechslungsgefahr! So unterscheiden sich Hauskatze und Wildkatze

06. August 2020 | Artenschutz, Wildkatze, Projekt Netzwerk Wildkatze

Schleichende Wildkatze. Foto: Thomas Stephan

Kein Haustier lieben die Deutschen so wie ihre Stubentiger. Rund 14,8 Millionen Katzen wohnen in deutschen Haushalten. Was viele nicht wissen: Von ihrer wilden Verwandten, der Europäischen Wildkatze, gibt es nur rund 6.000 bis 8.000 Tiere in Deutschland, so Schätzungen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Besonders in den letzten Monaten erreichten uns jedoch viel häufiger als sonst Hinweise auf mögliche Wildkatzen“, so Andrea Krug, Wildtierexpertin des BUND Niedersachsen. „Das kann auch damit zusammenhängen, dass in der Corona-Zeit mehr Menschen die Zeit zum Spazierengehen und Wandern in ihren Regionen genutzt haben.“

Während die Hauskatze von der Falbkatze abstammt und erst mit den Römern nach Europa kam, ist die Wildkatze eine echte Ureinwohnerin unserer Wälder. Doch trotz der unterschiedlichen Abstammung ist es selbst für Fachleute nicht immer leicht, die Wildkatze von einer grau getigerten Hauskatze zu unterscheiden. „Die wichtigsten Merkmale der Wildkatze sind ihr verwaschen gezeichnetes braun-graues Fell und der buschige Schwanz mit einer schwarzen Spitze und dunklen Ringen“, so Andrea Krug. „Gerade die jungen Kätzchen sehen unseren Hauskatzen aber zum Verwechseln ähnlich.“

Die Wildkatze gehört in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Besonders die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und große Ackerflächen macht ihnen zu schaffen. Um ihr und vielen anderen Arten zu helfen, braucht Deutschland ein Netz verbundener Lebensräume sowie viel mehr Grünbrücken und andere Querungsmöglichkeiten über Straßen. Heimisch ist die Wildkatze in Niedersachsen vor allem in den Wäldern des Weser-Berglandes und im Harz. Aber auch in der Lüneburger Heide und im Wendland konnte der BUND zusammen mit dem Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und Freiwilligen aus Naturschutzverbänden, der Niedersächsischen Landesforst und Klosterforst diese scheue Tierart in den letzten zwei Jahren nachweisen. Dass sich die Bestände der Wildkatze langsam wieder erholen, ist ein großer Erfolg, zu dem auch das „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND beigetragen hat. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet der Naturschutzverband bundesweit für den Schutz der Europäischen Wildkatze.


Hinweis: Sie glauben eine Wildkatze gesehen zu haben? Dann melden Sie sich bitte beim BUND: https://www.bund-niedersachsen.de/themen/tiere-pflanzen/wildkatzen/aktiv-werden/wildkatzen-melden/


Hintergrund:
Der BUND setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit seinem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen Naturschützerinnen und Naturschützer die Entwicklung der Bestände und engagieren sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze. 26 Waldverbindungen („Grüne Korridore“) wurden so bereits gepflanzt, damit die Wildkatze sich wieder ausbreiten kann. Gleichzeitig untersucht der BUND auch langfristig die Verbreitung der Wildkatze. Sichere Nachweise der Wildkatze bringen nur Haarproben, die genetisch untersucht werden können. Dazu setzt der BUND auf die störungsarme Methode des „Lockstocks“. Das sind Holzstäbe, die im Wald aufgestellt und mit Baldrian besprüht werden. Der Geruch zieht die Katzen an, die beim Reiben einige Haare hinterlassen, die anschließend eingesammelt und genetisch untersucht werden können. Mehrere Tausend Wildkatzennachweise konnte der BUND mit Unterstützung von vielen Ehrenamtlichen so bereits zusammentragen.


Hintergrundinfos zu Wildkatze:
www.bund.net/wild-oder-hauskatze

www.bund-niedersachsen.de/themen/tiere-pflanzen/wildkatzen/


Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos:
www.bund.net/wildkatzenfotos (Das Copyright entnehmen Sie bitte der Fotobeschreibung.)

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