Nachhaltige Periodenprodukte: Weniger Müll & Schadstoffe

25. Mai 2026 | Mitmachen (NI), Müllvermeidung (NI)

Für die Hälfte der Bevölkerung ist die Menstruation über Jahrzehnte hinweg Teil des Alltags. Dabei kommen tausende Tampons oder Binden im Laufe eines Lebens zusammen. Doch Menstruationsprodukte können Schadstoffe enthalten.

Binden, Tampons - Menstruationshygienartikel. Foto: unsplash.com / reproductive health supplies coalition  (Reproductive Health Supplies Coalition / Unsplash.com / Unsplash-Lizenz)

Keine Grenzwerte für Periodenprodukte

Menstruationsprodukte werden rechtlich wie gewöhnliche Alltagsprodukte behandelt. Es gelten keine umfassenden spezifischen Grenzwerte oder Kennzeichnungspflichten wie etwa für Lebensmittel oder Kosmetika – obwohl diese Produkte regelmäßig, über lange Zeiträume und in direktem Kontakt mit Schleimhäuten verwendet werden. 

Menstruationsprodukte in Deutschland weitestgehend schadstofffrei

Die meisten getesteten Menstruationsprodukte in Deutschland waren nur gering mit Schadstoffen belastet. Tests von ÖKO-TEST und Stiftung Warentest haben in vielen Tampons kaum Schadstoffe gefunden. 

Wiederverwendbare Binden und Slipeinlagen häufig belastet

Einzelne Produkte wiesen jedoch Belastungen mit Schwermetallen auf. Bei Binden und Slipeinlagen wurden in europäischen Untersuchungen Phthalate, Organophosphatester sowie weitere Weichmacher gefunden. Insbesondere wiederverwendbare Binden und Slipeinlagen waren damit auffällig hoch belastet. Auch Menstruationsunterwäsche enthielt Schadstoffe. Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, in das menschliche Hormonsystem einzugreifen und zum Beispiel die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen.

Welche Menstruationsprodukte sind frei von Schadstoffen? 

  • Tampons und Menstruationstassen schneiden in Tests meist besser ab als komplex aufgebaute Produkte wie Binden oder Periodenunterwäsche.
  • Vermeiden Sie Produkte mit Duftstoffen, da diese die empfindlichen Schleimhäute reizen können.
  • Zertifizierungen wie „OEKO-TEX Organic“ oder „GOTS“ können Orientierung bieten. Labels wie „Bio“, „Organic“ oder „Öko“ sind keine geschützten Bezeichnungen und bieten keine Sicherheit.
  • Bei Tampons können Sie darauf achten, dass sie chlorfrei gebleicht wurden. Tampons sollten aus Baumwolle bestehen und keine Plastikanteile enthalten.
  • In Menstruationsunterwäsche und in waschbaren Binden und Slipeinlagen wurden unter anderem Phthalate, Weichmacher und PFAS nachgewiesen. Achten Sie auf die Bezeichnung „PFAS-frei“ und fragen Sie beim Hersteller oder Händler mit der ToxFox-App nach, ob Schadstoffe enthalten sind.

Wie reduzieren Sie Müll bei Mentruationsprodukten? 

  • Achten Sie beim Kauf auf weniger Einzelverpackungen.
  • Wählen Sie Verpackungen aus Papier statt Plastik.
  • Verzichten Sie auf zusätzliche Plastikapplikatoren bei Tampons.
  • Menstruationstassen aus medizinischem Silikon können bei langjähriger Nutzung den Ressourcenverbrauch enorm reduzieren.

BUND fordert Offenlegung der Inhaltsstoffe in Menstruationsprodukten

Hersteller sollten Angaben zu Inhaltsstoffen von Menstruationsprodukten offenlegen, damit Verbraucher*innen nachvollziehen können, welchen Stoffen sie regelmäßig ausgesetzt sind. Menstruationsprodukte werden vor allem über die europäische Chemikalienverordnung REACH erfasst. Spezifische Grenzwerte oder umfassende Kennzeichnungspflichten fehlen bislang weitgehend. In Frankreich hat die Gesundheitsbehörde deshalb kürzlich erstmals konkrete Richtwerte für zahlreiche Schadstoffe in Menstruationsprodukten vorgeschlagen, die als Grundlage für zukünftige Regulierung dienen sollen. 

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