BUND Landesverband Niedersachsen

Allianz für Artenschutz

Noch immer gibt es in Deutschland keinen ausreichenden Schutz für Insekten, das Artensterben schreitet auch in Niedersachsen voran. Politik, Naturschutz und Landwirtschaft haben daher jetzt ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen, um das Artensterben in Niedersachsen zu stoppen.

Seit Sommer 2019 laufen auf Grundlage eines von BUND und Nabu formulierten Forderungspapiers zum Insektenschutz die Verhandlungen über ein Maßnahmenpaket für den Natur-, Arten– und Gewässerschutz in Niedersachsen. Aus diesem Prozess hervorgegangen ist eine Vereinbarung mit dem Titel „Der niedersächsische Weg – Maßnahmenpaket für den Natur-, Arten- und Gewässerschutz“. Diese wurde vom Land Niedersachsen – vertreten durch das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium – den BUND, den Nabu, das Landvolk Niedersachsen und die Landwirtschaftskammer am 25. Mai 2020 unterzeichnet.

Maßnahmen

  • Entwicklung eines landesweiten Biotopverbunds auf 15 % der Landesfläche: Vernetzung der Kernflächen unter Einbeziehung schon bestehender Strukturen und Landschaftselemente, wie Fließgewässer, Ufer, Weg- und Feldraine oder auch Hecken, Feldgehölze, Alleen und Baumreihen
  • Natura 2000: zusätzliche 30 Mio. Euro zur Finanzierung von Managementmaßnahmen in den nächsten 3 Jahren und Schaffung von 15 weiteren Einrichtungen zur Gebietsbetreuung
  • Mehr Schutz für artenreiches Grünland und Streuobstwiesen: Änderungen im Niedersächsischen Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (NAGBNatSchG)
  • Randstreifen an Gewässern: Anpassungen im Niedersächsischen Wassergesetz (NWG)
  • Wiesenvogelschutzprogramm
  • Aktionsprogramm Insektenvielfalt
  • Ausbau des Monitorings bedrohter Arten (u.a. Rote Listen)
  • Erstellung eines Pflanzenschutzmittelreduktionsprogramms bis 2021 und gesetzliches Verbot der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, die im Ökolandbau nicht zugelassen sind, in Landschaftsschutzgebieten, die ein Natura-2000-Gebiet sichern und in Naturschutzgebieten auf Dauergrünland sowie ein Verbot von Totalherbiziden in Naturschutzgebieten
  • Schrittweise Verringerung der Neuversiegelung von Flächen in Niedersachsen
  • Kompensationskataster für die Bauleitplanung
  • Vorbildfunktion des Landes hinsichtlich des Natur- und Artenschutzes auf landeseigenen Flächen
  • Aufbau einer flächendeckenden Beratung für Landwirte für einen verbesserten Biotop- und Artenschutz bis spätestens 2025
  • Schaffung eines 1.000 Hektar großen Wildnisgebietes im Solling
  • Mehr Dialog zwischen Politik, Landwirtschaft, Umweltschutz, Verbraucher*innen und Handel

Die Umsetzung der Vereinbarung muss durch eine Erfolgskontrolle und Monitoring gesichert werden. Hierzu ist im Vertrag die jährliche Durchführung einer Konferenz mit Berichterstattung und einem schriftlichen Bericht der Landesregierung unter Beteiligung der unterzeichnenden Institutionen BUND, Nabu, Landwirtschaftskammer und Landvolk Niedersachsen vorgesehen.

Im Dialog bleiben

Die Allianz aus Politik, Naturschutzverbänden und landwirtschaftlichen Akteuren soll nicht mit der Zeichnung der Vereinbarung enden, sondern einen kontinuierlichen Dialog zwischen Landesregierung, Landwirtschaft, den Umweltverbänden, der Verbraucherseite, dem Lebensmitteleinzelhandel und weiterer gesellschaftlicher Akteure und der Wertschöpfungsketten der Lebensmittelproduktion einleiten.

Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unsere Natur zu erhalten und sich gemeinsam dem Artensterben und Verlust der Lebensräume entgegen zu stellen.

 

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