BUND Landesverband Niedersachsen

Förderprogramme für Artenvielfalt

In der Vereinbarung zum Artenschutz sind nicht nur gesetzliche Verbesserungen enthalten. Zusätzliche jährliche Finanzmittel im hohen zweistelligen Millionenbereich werden ab 2021 für Maßnahmen im Naturschutz bereitstehen. Hinzu kommen neue Förderprogramme, die den Bewirtschafter*innen Anreize bieten, freiwillig mehr für die Artenvielfalt zu leisten.

Die Landesregierung hat zugesichert, bis Ende 2021 in für den Vogelschutz wertvollen Bereichen ein weit über den Ist-Zustand hinausgehendes Wiesenvogelschutzprogramm durch Kombination von hoheitlichen Maßnahmen und zusätzlichen Förderangebote (z.B. Vertragsnaturschutz) auszuweiten.  
Bis Ende 2020 soll ein Aktionsprogramm Insektenvielfalt unter Beteiligung von Wissenschaft und Verbänden vorgelegt werden, das konkrete Maßnahmen zum Insektenschutz enthält, die jeweils mit Finanzmitteln hinterlegt sein müssen. Schwerpunkte im Aktionsprogramm Insektenvielfalt sollten unter anderem ein Agrarumweltprogramm zur Förderung der biologischen Vielfalt, die Entwicklung von Artenschutz- und Monitoringprogrammen, Programme zur Förderung insektenfreundlicher Kommunen und Maßnahmen zur Reduzierung der Lichtintensität sein. Das Aktionsprogramm Insektenschutz wird unter Einbeziehung von Bundesmitteln auf 12 Millionen Euro aufwachsen.
Das Land Niedersachsen wird sich für die Umgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Sinne der Förderung von Gemeinwohlleistungen einsetzen. Im Fokus der Förderung sollen Maßnahmen stehen, die auf Klimaschutz, Biodiversität, Natur- und Gewässerschutz, Tierwohl und Ökolandbau abzielen und so auch die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität einer nachhaltigen Landwirtschaft im Auge haben, sowie die Sicherung der Daseinsvorsorge und den Erhalt und die Steigerung der Lebensqualität in den ländlichen Räumen zum Ziel haben.

Mehr Geld für Naturschutz
Insbesondere gefördert werden sollen

  • die ökologische Bewirtschaftung landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzter Flächen
  • die Reduktion von und der Verzicht auf Pestizide
  • eine Tierhaltung, die im Einklang mit dem Natur-, Arten- und Gewässerschutz steht,
  • die Weidehaltung und Ganzjahresbeweidung
  • der Humusaufbau und das Bodenleben fördernde Bewirtschaftungsmethoden,
  • die naturnahe Entwicklung sowie die Erweiterung dauerhafte Strukturelemente in der Feldflur wie Feldgehölze, Hecken, Säume und Gewässerrandstreifen, Baumreihen und Kleingewässer
  • die Anlage und Pflege mehrjähriger Blühstreifen mit standortgerechten, heimischen Arten
  • der Erhalt und die Entwicklung von Biotopen mit extensiver Nutzung wie Trockenrasen, Feucht- und Nasswiesen oder Hutewälder,
  • Bewirtschaftungsweisen, die dem Erhalt seltener, gefährdeter, besonders geschützter und streng geschützter Arten dienen

Mehr Öko-Landbau
Der ökologische Landbau in Niedersachsen soll weiter ausgebaut, gefördert und attraktiver gestaltet werden. Ziel ist es, in Niedersachsen einen Ökolandbauanteil von 10 % bis 2025 und von 15 % bis 2030 zu etablieren.

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