BUND Landesverband Niedersachsen

Klimatools

Moorschutz muss nachhaltig sein, wenn er Erfolg haben soll. Über eine individuelle Entwicklung von drei Hochmoorkomplexen im Klimatools-Projektgebiet wird diesem Grundsatz Rechnung getragen und damit bestmögliche Synergien zwischen Klima- und Naturschutz geschaffen.

Während der 6-jährigen Laufzeit werden im Projekt Klimatools aufeinander abgestimmte Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Durch ein projektbegleitendes Monitoring, das verschiedene Untersuchungsparameter als Indikatoren umfasst, wird die Auswirkungen im Gelände dokumentiert. Abiotische Komponenten wie Hydrologie und Wetterdaten werden gemeinsam mit Daten zur Biodiversität, Vegetation und Vogelarten erhoben. Damit sind Aussagen zum Klima- und Lebensraumschutz mit all seinen Funktionen möglich.

Anhand der sich entwickelnden Biotoptypen wird der Klimaschutzbeitrag in Form von CO2-Äquivalenten errechnet, da jedem Biotoptyp eine Kennzahl an Emissionen pro Hektar und Jahr zugewiesen ist.

Erste Arbeiten im Uchter Moor

Im Klimatools-Projektteilgebiet Uchter Moor I sind Renaturierungsmaßnahmen zur Optimierung der hydrologischen Situation und dem Erhalt der hochmoortypischen Offenlandschaft umgesetzt worden. Aufgrund der negativen Ausgangssituation siedeln sich vor allem Birken und Kiefern in dem ehemals nahezu baumfreien Hochmoor an. Diese teilweise sehr dichten Verbuschungen verdrängen die hochmoortypische Vegetation. Inzwischen herrschen hauptsächlich degenerierte Moor-Biotoptypen vor. Zum andern verdrängt die Verbuschung die wertbestimmenden Brutvogelarten des EU-Vogelschutzgebietes V 40 „Diepholzer Moorniederung“, die eine weite, kurzrasige Offenlandschaft als Lebensraum benötigen, wie sie in ungestörten Hochmooren ursprünglich war.

Im nordöstlichen Teilbereich der Maßnahmenfläche befinden sich größere Gehölzbestände. Diese werden zur Herstellung von Offenlandschaft vollständig geräumt und das Holz von der Fläche transportiert und gehäckselt. Jüngerer Gehölzaufwuchs im Bereich der alten Torfdämme wird gemulcht.

Im Maßnahmengebiet befinden sich aus der Zeit des Torfabbaus noch Entwässerungseinrichtungen wie Schlitzgräben und andere Vertiefungen. Diese sollen verfüllt werden. Daneben sind vorhandene Torfdammstrukturen aufzubauen und der Verbund durch neue Dämme zu ergänzen. Die Kammerung der Maßnahmenflächen erfolgt unter größtmöglicher Schonung der Flächen unter Berücksichtigung der durch Nährstoffeintrag vorgeschädigten ehemaligen Grünländer.

Uchter Moor. Foto: BUND DHM Uchter Moor. Das linke Bild zeigt das Moor vor den Maßnahmen. Die rechte Luftaufnahme zeigt das Moor nach den Maßnahmen. Foto: BUND DHM

Diese Maßnahmen werden, in Abhängigkeit der Empfindlichkeit und Schutzwürdigkeit der vorhandenen Vegetation, seit vielen Jahren erfolgreich zur Offenhaltung und Wiedervernässung von Mooren in verschiedenen Projekten eingesetzt. In einem zweiten Bauabschnitt sind ab Herbst 2019 die Bodenarbeiten geplant.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.klimatools.de.

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