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Niedersachsen schützt seine Artenvielfalt

Liebe Freund*innen der Erde,
gestern war ein historischer Tag für den Arten- und Naturschutz in Niedersachsen. Einstimmig hat der niedersächsische Landtag umfassende Änderungen des Naturschutz-, des Wasser- und des Waldgesetzes beschlossen – zum Wohle der Artenvielfalt in Niedersachsen!

Mit dem Landtagsbeschluss wird ein großer Teil der Forderungen, die BUND und Nabu 2019 an die Landesregierung gestellt haben, erfüllt: mehr Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen, weniger Pestizide auf Wiesen und Feldern, mehr Unterstützung für jene, die nachhaltig mit unserer Natur umgehen.

Mit dem Niedersächsischen Weg haben Naturschutz, Landwirtschaft und Politik gemeinsam wesentliche Verbesserungen für den Natur- und Artenschutz in Niedersachsen erreicht. Der BUND hat den Dialog von Beginn an aktiv und konstruktiv geführt. Dieser Weg hat sich ausgezahlt!

Hoch erfreut grüßt Sie
Dr. Tonja Mannstedt vom BUND Niedersachsen

 
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Ihre Stimme für mehr Artenvielfalt!

Mit einem fruchtigen Gruß haben BUND-Aktive mit Schildern, Bannern und in bunten Kostümen gestern früh vor dem Landtag die Abgeordneten dazu aufgerufen, für die Gesetzesänderungen zu stimmen und damit den Weg für mehr Artenvielfalt in Niedersachsen zu ebnen. Symbolisch für den künftigen gesetzlichen Schutz von Streuobstwiesen überreichte der BUND Niedersachsen den Abgeordneten einen Apfel mit entsprechendem Appell, den auch Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies dankend entgegennahmen.

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Kiebitz
Kiebitz und Wildbiene sagen Danke!

Wer Insekten und andere bedrohte Arten schützen möchte, muss ihre Lebensräume vor Zerstörung sichern: Rückzugsräume mit besonders hoher Artenvielfalt wie Streuobstwiesen und artenreiches Grünland werden deshalb zukünftig als Biotope gesetzlich geschützt. Eingriffe in Alleen, Baumreihen, Hecken und Feldgehölze müssen kompensiert werden. Erstmals wird ein einheitliches Kataster für alle Kompensationsflächen eingeführt. Ein Aktionsprogramm zum Insektenschutz umfasst zahlreiche Maßnahmen zur insektenfreundlichen Entwicklung und Pflege von Lebensräumen. Der Erfolg wird regelmäßig überprüft und wissenschaftlich begleitet. Das Schutzprogramm für auf Wiesen brütende Vogelarten wird grundlegend überarbeitet. Wer zum Schutz von Wiesenvögeln Mahdtermine an Brutzeiten anpasst und deren Gelege schützt, wird zukünftig besser entschädigt.

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Mehr Schutz für unser Wasser

Als besonderen Erfolg sieht der BUND die Neuregelungen zu Schutzstreifen an Flüssen und Bächen. Gewässer, Ufer und angrenzende Bereiche spielen sowohl für den Gewässerschutz als auch für den Biotopverbund eine zentrale Rolle. Randstreifen helfen, dass weniger Pestizide von den Äckern in die Flüsse gelangen, und bieten vielen bedrohten Arten ein Refugium in der Agrarlandschaft. Für diese Schutzstreifen werden die Landwirte zukünftig erheblich mehr Fläche zur Verfügung stellen: Je nach Gewässerbedeutung wird die Breite bei zehn, fünf beziehungsweise drei Metern liegen. Der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wird hier verboten.

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Naturschutz gemeinsam mit der Landwirtschaft

Der Niedersächsische Weg führt zu deutlich mehr Naturschutz in der Agrarlandschaft. Der ökologische Landbau in Niedersachsen wird von derzeit 6 auf 15 % bis zum Jahr 2030 ausgeweitet. Mit Hilfe von Pestizidverboten in Schutzgebieten und einem Pestizidreduktionsprogramm wird der Pestizideinsatz in Niedersachsen als wesentlicher Treiber des Artensterbens in Zukunft deutlich reduziert. Artenreiches Grünland wird künftig deutlich besser geschützt, Grünlandumbruch auf sensiblen Standorten verboten. Das hilft der Artenvielfalt und dem Klimaschutz gleichermaßen. Dafür erhalten Landwirte einen gerechten finanziellen Ausgleich.

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Ein grünes Netz entsteht

Die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen gehören zu den größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt. Um diesen Gefahren entgegen zu wirken, soll in Niedersachsen ein landesweiter Biotopverbund entstehen. Auf 15 Prozent der Landesfläche wird ein grünes Netz aus geschützten und wertvollen Lebensräumen entwickelt, die eng miteinander verbunden werden. Sie sind wichtige Wanderkorridore für Arten wie zum Beispiel die Wildkatze. Im östlichen Solling wird erstmals ein 1.000 Hektar großes Wildnisgebiet als Rückzugsort seltener und bedrohter Arten entwickelt. Davon profitieren Schwarzstorch, Fledermäuse und Luchs. Zudem soll der Flächenverbrauch in Niedersachsen reduziert werden: auf drei Prozent bis 2030 und einem Netto-Null-Verbrauch bis 2050. Das schützt unsere Böden und viele Lebensräume für Fauna und Flora.

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Den Dialog für die Natur weiterführen

Der Niedersächsische Weg ist nicht nur ein wichtiger Meilenstein für den Naturschutz in Niedersachsen. Er hat gezeigt, dass Naturschutz und Landwirtschaft zum Dialog bereit sind. Der gestrige Tag ist der sichtbare Beweis, dass dieser Dialog zum Erfolg führen kann. Damit hat sich die Allianz für Artenschutz zum Eisbrecher zwischen bislang scheinbar diametral entgegenstehenden Interessen gemausert.

Der nächste notwendige Schritt ist, gemeinsam mit anderen Umweltverbänden, mit Landwirtschaft und Politik um weitere Partner zu werben. Um Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten, bedarf es einer tiefgreifenden Veränderung der Landnutzung. Dazu müssen Erzeuger*innen, verarbeitendes Gewerbe, Handel und Verbraucher*innen mit an den Verhandlungstisch. Das neue Miteinander, das wir im Niedersächsischen Weg begonnen haben, kann auch Vorbild sein für weitere große gesellschaftliche Herausforderungen, die wir lösen müssen. Der BUND wird diesen Dialog weiter vorantreiben - für unsere wunderbare Natur!

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