Wasser und Gewässer sind unverzichtbare Lebensgrundlagen des Menschen. In Zeiten der Klima- und Artenkrise ist ein umso konsequenterer Schutz erforderlich. 97 % der niedersächsischen Gewässer sind jedoch in keinem guten Zustand, auf 60 % der Landesfläche ist das Grundwasser mit Nitraten und anderen Nährstoffen belastet.

Die Klimakrise verstärkt die Probleme: Prognosen zeigen, dass auch Niedersachsen mit zunehmenden Extremen wie Dürre, Hochwasser oder Starkregenereignissen rechnen muss. Bei der drohenden Wasserknappheit ist es besonders wichtig, Wasservorräte vor Verschmutzung zu schützen und nur schonend als Trink- und Brauchwasser oder zur landwirtschaftlichen Beregnung zu nutzen. Daher benötigt Niedersachen dringend ein zukunftsfähiges und naturverträgliches Wassermanagement. Fließgewässer brauchen intakte Auen zur Wasserrückhaltung. Weitere Flussvertiefungen an den Mündungen von Ems und Weser lehnt der BUND strikt ab.

Wir fordern konkret:

Ökologischer Hochwasserschutz: Hochwasser sind natürliche Ereignisse. Erst durch den Verlust natürlicher Auen werden sie zu Katastrophen. Flüsse brauchen wieder mehr Raum. Ein nachhaltiger Hochwasserschutz beginnt in den Einzugsgebieten. Die Wiedergewinnung von natürlichen Überschwemmungsgebieten leistet hier einen zentralen Beitrag. Überschwemmungsgebiete und Flussauen sind konsequent von Bebauung freizuhalten. In ihnen sollen gewässerverträgliche Nutzungsformen wie Grünland und Auwald etabliert und die Ackernutzung zurückgedrängt werden.

Salzbelastung von Werra und Weser drastisch reduzieren: Wegen des industriellen Kalibergbaus gehören Weser und Werra zu den am stärksten mit Salz belasteten Flüssen Europas. Die starke Salzwasserbelastung beeinträchtigt das Süßwasser-Ökosystem massiv. Der BUND fordert eine verbindliche weitere schrittweise Absenkung der zulässigen Salzgehalte ab dem Jahr 2025 und die verbindliche Festlegung von Chlorid- und anderen Zielwerten am Pegel Boffzen. Nur so kann ein guter Zustand der flussabwärts gelegenen Weserabschnitte bis Ende 2027 garantiert werden.

Keine weiteren Flussvertiefungen: Die Folgen der Flussausbauten an den Mündungen von Elbe, Weser und Ems sind offensichtlich: veränderte Strömungsgeschwindigkeiten, Verschlickung, rasant steigende Baggermengen und ökologische Verarmung. Dennoch sind weitere Fahrrinnenvertiefungen an Ems und Weser in Planung. Der BUND fordert die künftige Landesregierung auf, diesen Ausbau zu stoppen und den Planfeststellungsantrag zur Vertiefung der Außenems sofort zurückzuziehen, um die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie einhalten zu können. Mit dem „Masterplan Ems 2050“ wurde ein millionenschweres Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, um die Folgen der vorangegangenen Ems-Ausbauten möglichst zu kompensieren. Ein weiterer Emsausbau im Bereich des Emder Fahrwassers würde diese Bemühungen torpedieren.

Zum Vertiefen

Alle BUND-Forderungen zur Landtagswahl 2022 für einen erfolgreichen Gewässerschutz können Sie hier nachlesen ebenso wie unsere gesamten Forderungen an die Politik.

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