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BUND Landesverband Niedersachsen

BUNDmagazin

Das BUNDmagazin ist die Mitgliederzeitschrift des BUND. Der Landesverband veröffentlicht regelmäßig eine Regionalbeilage.



Editorial: Perspektiven für Niedersachsen nach der Wahl

Heiner Baumgarten Heiner Baumgarten

Niedersachsen musste wählen – und hat gewählt. Für viele überraschend wurde die SPD stärkste Fraktion, die Grünen mussten schmerzliche Verluste hinnehmen. In der Konsequenz ist die bisherige knappe Mehrheit von Rot-Grün dahin, die SPD ist auf der Suche nach neuen Partnern. Dabei gibt es grundsätzlich drei Optionen: Ampel, Jamaika, GroKo.

In der abgelaufenen Legislaturperiode hat sich in Niedersachsen vieles im Natur- und Umweltschutz bewegt: zum Beispiel für das Tierwohl, für die Renaturierung der Ems oder die Energiewende ohne Atom und Kohle. Doch beim Schutz der Wälder, Gewässer und Moore bleibt noch viel zu tun. Auch der Kohleausstieg ist noch nicht in trockenen Tüchern, solange Dow Chemical an dem Bau eines neuen Kohlekraftwerkes in Stade festhält und dabei Unterstützung aus den Reihen der Landesregierung erfährt.

Der BUND Niedersachsen fordert die neue Landesregierung auf, sich in den kommenden vier Jahren noch stärker für den Schutz von Mensch und Natur in Niedersachsen einzusetzen und hat einen Forderungskatalog zu fünf Handlungsfeldern formuliert, der allen Fraktionen des Landtages übermittelt wurde.

Der Landesvorstand wird in Gesprächen mit den Parteien – insbesondere der sich abzeichnenden Koalitionäre – für die Forderungen und Ziele werben und bittet alle Regional-, Kreis- und Ortsgruppen, ebenso auf die – vielen neuen – Landtagsabgeordneten zuzugehen.

Am Ende der neuen Legislatur wird sich die Landesregierung an den Forderungen messen lassen müssen, ob sie in zentralen Fragen des Umwelt- und Naturschutzes eine positive Bilanz vorweisen kann.

Ihr
Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender

 

BUND fordert neue Landesregierung in Niedersachsen zum Handeln auf - Der Klimakiller von Stade

Im September wurde am niedersächsischen Oberverwaltungsgericht die Klage des BUND gegen den Neubau eines Kohlekraftwerkes in Stade verhandelt. Trotz einer Vielzahl guter Argumente, die der BUND sowie andere Umweltverbände und Bürgerinitiativen vortrugen, hatten die Richter am Bebauungsplan der Stadt Stade formal nichts zu beanstanden – und gaben damit grünes Licht für den Bau eines neuen Kohlemeilers.

Dieses Urteil erging vollständig ungeachtet der gesellschaftlichen und klimapolitischen Debatte in Deutschland, in Europa und der Welt: über die Auswirkungen des Klimawandels mit zunehmenden Unwettern und Hochwassern, über die Schadstoffbelastung der Luft in den Städten und Fahrverbote für Dieselautos.

Der Klimaschutz spielte im gesamten Prozess vor dem Oberverwaltungsgericht keine Rolle. Denn die Klimaziele des Bundes und seine Klimaschutzvereinbarungen – wie das jüngste Klimaabkommen von Paris – sind ‚nur‘ internationale Vereinbarungen, die vor Gericht keine Relevanz haben, weil sie eben keine Gesetzeskraft haben. Ist das so einfach? Aus Sicht des BUND ist und bleibt es unzulässig, das geplante Kohlekraftwerk über einen Bebauungsplan zu ermöglichen. Vor dem Hintergrund von Klima- und Gewässerschutz und angesichts des niedersächsischen Ziels, die Energieversorgung bis zum Jahr 2050 vollständig auf erneuerbare Energiequellen umzustellen, muss die neue Landesregierung den Klimakiller von Stade verhindern. Wie sonst will Politik ihre Glaubwürdigkeit bewahren? Wer das Klima ernsthaft schützen will, darf keine neuen Kohlekraftwerke bauen. Und wenn die Politik von Nachhaltigkeit redet, muss sie durch klare Rahmensetzung gestalten und darf nicht vor den wirtschaftlichen Interessen der Industrie einknicken. (tm)

 

Unsere Forderungen – kurz und gut

Saubere Energie für ein gesundes Klima, lebendige Flüsse ohne Gift und Gülle, mehr Mobilität bei weniger Verkehr!
Der BUND Niedersachsen hat seine Forderungen an die neue Landesregierung in einer handlichen Broschüre zusammengefasst – für mehr Natur in Niedersachsen! Sie können die Broschüre kostenfrei beim Landesverband bestellen oder unter www.bund-niedersachsen.de/landtagswahl  herunterladen!
 

Bunter Protest für Küken und Kiebitz - Für eine Agrarwende in Niedersachsen

Protestaktion in Vechta Protestaktion in Vechta

Die Agrarwende ist das zentrale Umweltthema – in Niedersachsen und in ganz Deutschland. Denn ohne einen umfassenden Umbau der Landwirtschaft, Tierhaltung und Agrarpolitik werden kleine und mittelständische bäuerliche Betriebe nicht überleben können, werden Böden, Gewässer und Luft immer stärker belastet, geht Tag für Tag Artenvielfalt unwiederbringlich verloren, reichern sich Pestizide mit unbekannten Wirkungen in der Natur an. Und dennoch fand dieses so wichtige Thema kaum Erwähnung im Bundes- oder Landeswahlkampf der vergangenen Monate. Um Bürger über  die Missstände in der Agrarpolitik zu informieren und zum Nachdenken, Nachfragen und Handeln anzuregen,  hat der BUND die dringend notwendige Agrar wende beworben: über spannende und kontroverse  Podiumsdiskussionen, mit seiner Kampagne „Raus aus  der Massentierhaltung!“, Aufrufe in sozialen Medien  und fantasievolle Protestaktionen in ganz Niedersachsen. Ein Rückblick in Bildern und ein Ausblick auf die neue Legislaturperiode. (tm)

Der BUND Niedersachsen hat die Agrarwende zur Landtagswahl zu seinem Thema gemacht.

Natur Bauernhof

Wendbüdel hat einen neuen Betriebsleiter: Hartwig Tebben ist seit Oktober für den landwirtschaftlichen Betrieb des BUND-Biohofes in Prinzhöfte bei Oldenburg zuständig. Der BUND hat Wendbüdel 2002 als Modellbeispiel zum Erhalt von extensivem Grünland gegründet.

Umweltschonende Landwirtschaft und Energieerzeugung aus Grünschnitt bestimmen die Arbeit auf dem Hof. Hofführungen sind ganzjährig möglich: info(at)wendbuedel.de  (tm)

BUND zeichnet Gewinner des Fotowettbewerbs aus - Wildnis in Niedersachsen in Bildern

Eisvogel. Foto: Folkert Christoffers Eisvogel. Foto: Folkert Christoffers

In der Mai-Ausgabe hat der BUND zur Teilnahme am Fotowettbewerb „Wildnis in Niedersachsen“ eingeladen. Viele stimmungsvolle, aussagekräftige und humorvolle Aufnahmen haben uns in den vergangenen Monaten erreicht. Vielen Dank dafür! Der BUND stellt die drei Gewinner vor.

Das Titelfoto des Eisvogels, der nicht lesen kann, gewann den ersten Platz. Das Motiv von Folkert Christoffers aus Aurich vermittelt uns mit einem Augenzwinkern, dass sich Natur nicht an die Vorschriften des Menschen hält. Sie erobert Lebensräume für Tiere und Pflanzen zurück, wie hier eine stillgelegte Kieskuhle als Jagdrevier des seltenen Eisvogels.

Den zweiten Platz belegte Ute Machel aus Clenze im Wendland mit dem Bild einer Waldohreule, die den Betrachter nahezu freundlich anblickt. Diese Eulenart ist eine häufige Vertreterin der offenen Wiesen- und Moorflächen in Niedersachsen. Sie ist auf strukturreiche, naturnahe Landschaften angewiesen.

Klaus Mayhack aus Dannenberg hat die Abendstimmung der Elb-Mangroven eingefangen. Die Elbe zwischen Gorleben und Hitzacker ist dicht von Weiden gesäumt, der Lieblingsspeise des streng geschützten Bibers. Herzlichen Glückwunsch! (tm)

Platz 2
Die Waldohreule von Ute Machel

Waldohreule. Foto: Ute Machel Waldohreule. Foto: Ute Machel

Platz 3

Die Elb-Mangroven von Klaus Mayhack
   

Elb-Mangroven. Foto: Klaus Mayhack Elb-Mangroven. Foto: Klaus Mayhack

Naturerlebnis zur Wildkatze im Deister - Infos für die Katz

Wildkatzen im Deister - Einweihung. Foto: BUND Der BUND enthüllt am 21. Oktober Wildkatzen-Kunst im Deister mit Projektpartnern und Besuchern.

Vor 15 Jahren war sie noch vorm Aussterben bedroht, nun erobert die Wildkatze Niedersachsen zurück. Der BUND konnte mit seiner Winterkartierung nachweisen, dass die scheue Mäusejägerin bereits in der Lüneburger Heide wieder vorkommt. Auch im Deister wirbt der Umweltverband für ihren Schutz: Zusammen mit den Niedersächsischen Landesforsten und gefördert von der Bingo-Umweltstiftung hat der BUND vier Informationstafeln zur Wildkatze aufgestellt, ergänzt durch Erlebniselemente am Wegesrand wie eine riesige Wildkatze aus Holz und eine geschmiedete Katzenmaske. „Zum Schutz der Wildkatze soll der Wald in Zukunft naturnaher werden. Davon profitieren viele andere Waldarten“, sagt Andrea Krug vom BUND Niedersachsen. (tm)

BUND übernimmt Schäferei - Schafe fürs Moor

Schafe als Moorschützer. Foto: BUND Niemeyer Moorschnucken halten die Moore offen. Foto: BUND / Niemeyer

Noch in diesem Jahr übernimmt der BUND Niedersachsen die Schäferei Teerling in der Diepholzer Moorniederung. Der Betrieb pflegt große Moorflächen zur Renaturierung im größten zusammenhängenden Moorgebiet Mitteleuropas durch die Beweidung mit einer großen Herde der gefährdeten Nutztierrasse der Moorschnucke. Mit dieser extensiven Beweidung leistet der BUND einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der stark bedrohten Moore in Niedersachsen. (tm)

BUND gründet landesweiten Verein - Streuobstwiesen gemeinsam schützen

Gründung des Streuobstwiesenvereins. Foto: BUND Mannstedt Umweltminister Stefan Wenzel freut sich mit Gründungsmitgliedern und Unterstützern über den neuen Streuobstwiesen-Verein. Foto: BUND / Mannstedt

Im September haben sich 20 Streuobstwiesenbegeisterte zum „Streuobstwiesen-Bündnis Niedersachsen“ zusammengeschlossen. Neben Privatpersonen gehören vor allem Initiativen wie der Pomologen-Verein zu den Gründungsmitgliedern. „Mit dem Verein wollen wir dem niedersächsischen Streuobstwiesenschutz einen eigenständigen Rahmen geben“, sagt BUND-Landesvorsitzender Heiner Baumgarten. Umweltminister Stefan Wenzel hob auf der Gründungsfeier die Artenvielfalt des Biotops Streuobstwiese hervor. „Besonders angesichts des drastischen Insektensterbens kommt diesen Biotopen eine wichtige Funktion zu. Die Gründung eines landesweiten Streuobstwiesenvereins ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Die Vereinsgründung ist Teil des EU-geförderten Projekts „Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen in Niedersachsen“.

Die Projektpartner, der BUND Niedersachsen, das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen und das Waldpädagogikzentrum Lüneburger Heide hatten den Zusammenschluss initiiert. (kh)



Seit 50 Jahren im BUND aktiv: Heero Jacobs Für Norderneys Natur

Heero Jacobs. Foto: BUND RZ Heero Jacobs protestiert gegen die Erweiterung des Norderneyer Golfplatzes. Foto: BUND / RZ

Ein solches Jubiläum feiert der BUND nicht alle Tage: Am 1. November ist Heero Jacobs 50 Jahre Mitglied im BUND. Was ihn damals bewogen hat, in den Umweltverband einzutreten, weiß Jacobs noch ganz genau. „Wir haben uns Sorgen über den Zustand der Insel gemacht“, erinnert sich der 81-jährige. Der Insel-Tourismus nahm an Fahrt auf, die Besucher beachteten weder Wege noch Nester. In den Sechziger Jahren gab es noch keine Ramsar-Konvention zum Schutz der Feuchtgebiete und auch keinen Nationalpark an der Nordsee, der sensible Inselbereiche vor Störungen schützt. Umso dringender war es also, dass sich Umweltschützer lautstark zu Wort meldeten. „Und damals war es einfach in, sich im Naturschutz zu engagieren“, fügt Jacobs lächelnd hinzu.

Die BUND-Gruppe auf Norderney wurde als eine der ersten nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Den Anstoß gaben prominente Wissenschaftler wie Heinz Busching, die auf der Insel forschten und sich für die Flora und Fauna einsetzten. Zusammen mit engagierten Insulanern und der Vogelschutzwarte Helgoland beschlossen sie damals, einen Naturschutzverein zu gründen: den BUND Norderney. Anfangs stand vor allem der Schutz der Seevögel im Vordergrund, der Fokus wurde jedoch bald auf einen umfassenden Naturschutz zum Erhalt von Natur und Landschaft erweitert.

Der enge Kontakt zur Wissenschaft ist über die Zeit hinweg etwas verloren gegangen. Die Nationalparkverwaltung – 1986 wurde der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer aus der Taufe gehoben – verwaltet die Belange des Naturschutzes auf der Insel. Ranger überwachen die Schutzgebiete vor Ort. „Der Kontakt ist zwar nicht mehr so persönlich wie früher, aber wir arbeiten gut Hand in Hand“, betont Jacobs. Auch die heutigen BUND-Aktiven haben sich ihren Enthusiasmus bewahrt – gepaart mit einer ordentlichen Portion Durchhaltevermögen. Nur weniger sind es über die Jahre geworden. Wie überall im Land.

Heero Jacobs wurde im Jahr 2002 mit dem Konrad-Buchwald-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung ist Menschen vorbehalten, die herausragende Verdienste im ehrenamtlichen Umwelt- und Naturschutz vorzuweisen haben. 

Mit tatkräftiger Unterstützung der BUND-Mitglieder seiner Kreisgruppe, die Jacobs über 15 Jahre als Vorsitzender leitete, hat der heutige Ehrenvorsitzende Großes bewegt und vieles erreicht: sei es im Schutz von Vogelwelt, Orchideen und Stranddisteln auf Norderney, vor allem aber auch bei brisanten Themen wie der Europipe, einer Gas-Pipeline, die quer über die Insel gebaut werden sollte. „Die Planung war schlecht und grob gedacht: Mit großen Baggern wollte die Firma breite Schneisen über die Insel legen – das mussten wir verhindern“, erinnert sich Jacobs. Der BUND schlägt Alarm, die Pipeline und ihr Verlauf durch die Nordsee werden zum Politikum, bis Gerhard Schröder als damaliger Ministerpräsident das Thema zur Chefsache erklärt. Zurückblickend zählt es zu Jacobs größtem Erfolg, die Pipeline quer durch Norderney verhindert zu haben.

Noch immer ist der 81-jährige im BUND aktiv, wenn es beispielsweise um den Schutz der wertvollen Dünengebiete vor dem Bau von Golfplätzen oder ähnlichem geht. Seine umfangreichen Kenntnisse über die Inselnatur – die Geschichte und Botanik, die Vogel- und Wattwelt von Norderney – sind ein großer Schatz, auf den die BUND-Aktiven seit Jahrzehnten zurückgreifen können. Dieser Einsatz hat sicher auch viel Zeit und Kraft gekostet, zumal Jacobs eine Bäckerei auf Norderney führte. Seine Familie hat sein ehrenamtliches Engagement für den Naturschutz über all die Jahre mitgetragen – meistens zumindest. „Wenn wieder einmal jemand ölverschmierte tote Seevögel bei uns in der Backstube abgegeben hat, wurde es meiner Frau manchmal zu bunt“, berichtet der Jubilar amüsiert. Würde er dem BUND auch heute noch beitreten, wenn er nochmal 30 Jahre alt wäre?

„Ich denke schon. Man lernt einen Haufen netter Leute kennen!“ (tm)

Heero Jacobs. Foto: BUND Beim Einsatz gegen den Riesenbärenklau. Foto: BUND


Neues Projekt für mehr Biodiversität in der Stadt! Ökologische Nische Friedhof

Dunkelfransige Hosenbiene. Foto: BUND Ein seltener Vertreter auf Friedhöfen: die Dunkelfransige Hosenbiene. Foto: BUND

Friedhöfe spielen eine wichtige Rolle in der religiösen Praxis. Gerade in Stadtgebieten kommt Friedhöfen als Grünflächen auch eine wichtige Funktion für die Erholung der Bevölkerung zu: In Hannover machen Friedhöfe beispielsweise etwa ein Drittel der öffentlichen Grünanlagen aus. Damit bilden sie einen wichtigen Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere in der Stadt. Besonders Friedhöfe mit alten Baumbeständen gehören zu den artenreichsten städtischen Bebauungstypen. Viele Arten der Roten Liste können auf Friedhöfen vorkommen wie beispielsweise Insekten. Mitunter kommen in der Stadt 50-90 % der Wildbienenarten einer Region vor.

Auf Friedhöfen gibt es noch viele Möglichkeiten, um seltenen Pflanzen und Tieren ein Zuhause zu bieten. Mit dem neuen Projekt „Ökologische Nische Friedhof“ möchte der BUND Niedersachsen der Artenvielfalt in der Stadt unter die Arme greifen. Bis August 2020 finden auf vier großen kommunalen Friedhöfen in Braunschweig, Göttingen, Hannover und Lüneburg Maßnahmen für Wildbiene & Co. statt, gefördert von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Summende Blumenwiesen auf Überhangflächen, eine Trockenmauer für wärmeliebende Arten, Hecken und Gehölze als Versteckmöglichkeiten oder Gräber mit insektenfreundlicher Bepflanzung sollen die Artenvielfalt auf den Friedhöfen steigern. (jk)

Zum Mitmachen

Wer tummelt sich im Labyrinth zwischen Urnen und Gräbern? Während der Vegetationsperiode 2018 möchte der BUND zusammen mit BUND-Gruppen vor Ort die Wildbienen auf den Friedhöfen erfassen und Exkursionen zum Entdecken der Artenvielfalt anbieten. Wer gern die Natur beobachtet und die Kamera stets zur Hand hat, ist eingeladen, gemeinsam mit uns die Vielfalt auf Friedhöfen zu entdecken! Termine und Veranstaltungen finden sich unter www.bund-niedersachsen.de .



Neues Gesicht im Vorstand - An die Zukunft denken

Axel Ebeler Axel Ebeler ist der neue stellvertretende Landesvorsitzende.

Im Juni wurde Axel Ebeler in den Landesvorstand des BUND gewählt. Und er hat große Pläne. „Ich werde mich für eine lebenswerte und liebenswerte Umwelt einsetzen, aus Liebe zu unseren Kindern“, sagt der 63-jährige Hannoveraner. Über 25 Jahre war Axel Ebeler als Umweltreferent beim niedersächsischen Städtetag tätig, er kennt viele Umweltthemen wie Immissions-, Wasser- und Naturschutz, Abfallwirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft aus dem Effe.

Dieses Wissen möchte er nun nach seiner aktiven Laufbahn ehrenamtlich im BUND einbringen. ‚Proaktiv statt Reparatur‘ ist dabei sein Motto. „Naturschutz geht nur gemeinsam mit den Landnutzern und Landeigentümern. Daher müssen wir mit Verbänden und Politikern ins Gespräch kommen und neue Wege für einen besseren Umweltschutz finden. Hier sehe ich meine Aufgaben in den kommenden Jahren.“ Wenn er einen Wunsch frei hätte? „Würde ich eine artgerechte Lösung für die Massentierhaltung herbeizaubern. Damit wären dann auch viele Gewässer- und Luftprobleme gelöst.“ (tm)



Die BUNDjugend übt Suffizienz im Alltag - Weniger ist manchmal mehr

Das Aktiventreffen der BUNDjugend Niedersachsen vom 20. - 22. Oktober in Barnstorf stand ganz im Zeichen von Suffizienz.

Achtsamkeit in der Natur

Nach wort- und ideenreichen Diskussionen beim Aktiventreffen freuten sich alle Teilnehmer*innen über ein bisschen Bewegung an der frischen Luft bei einem Waldspaziergang. Hier trifft man alte Freunde: Lärche und Roteiche, Rotbuche und Erle, auch die orangepinken Früchte des Pfaffenhütchens grüßten freundlich.

Unser Anliegen: Den Moment genießen. Kraft tanken vom Alltäglichen im so Unscheinbaren, Selbstverständlichen. Atmen statt immer auf ablenkende Unterhaltung zu warten. Die Wahrnehmung der Komplexität und Schönheit der Natur, die uns umgibt, kann uns das Gefühl geben, Teil von etwas Großem zu sein.

Die Unterscheidung von Feld-, Berg- und Spitzahorn zeigte uns, wie vielfältig Natur ist. Diese Erkenntnis lassen wir oft unachtsam an uns vorbeirauschen, wenn wir in Gedanken verloren nur aus den Augenwinkeln hinsehen. Achtsamkeit entzerrt und bewegt, sie befreit und bereichert. Wir sind dankbar, für jedes Blatt an jedem Baum, dankbar für das, was wir riechen dürfen – das Zersetzen des Laubs unter unseren Füßen für die kommende Generation.

So ist unser Spaziergang ein Kurzurlaub, nur nachhaltiger. Er ist nicht teuer, nicht weit weg, nicht voll mit Touristen. Es ist unser Wald, unsere Natur, ein Schatz, den es wahrzunehmen gilt.

Upcycling anstatt shoppen

„Das alte Ding? Hau weg, was willst du denn noch damit?!“ Das hört man oft, aber nicht bei uns!

Die BUNDjugend macht aus Alt neu: Aus alten T-Shirts, Zeitschriften und Stoffen stellen wir Taschen her, die nicht nur absolut unverwechselbar individuell sind, sondern auch anregen, der eigenen Kreativität zu folgen und spontane Ideen stilvoll umzusetzen. Das ist auch dringend notwendig: Deutschland hat im Jahr 2015 laut Umweltbundesamt 402,2 Millionen Tonnen Abfall produziert, nicht zuletzt durch den regelmäßigen Konsum ebensolcher Alltagsgegenstände. Eine unvorstellbar große Menge!

Die Reste werden teilweise recycelt, über die Hälfte allerdings verbrannt oder deponiert. Dem stellen wir uns entgegen: Den Kleiderschrank jede Saison neu bestücken? Nein, danke! Wir wollen lernen, sparsam mit Ressourcen umzugehen und zufrieden mit dem Wohlstand zu sein, der uns sowieso täglich umgibt. Und dass wir uns damit den nächsten Einkauf sparen und auch hübsche, von Herzen kommende Geschenke basteln, passiert ganz nebenbei als unser Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

Viel gibt es noch zu tun: Aus zerkratzten CDs können Ohrringaufhängungen werden, aus Wäscheklammern Lampenschirme, auch Hemden und Hosen wechseln gerne Identitäten. Denn Abfall gibt es nicht für Fantasiebegabte! (so)



Neue Koordinatorin in der BUNDjugend

Romina Ranke Romina Ranke

Romina Ranke ist neue hauptamtliche Ansprechpartnerin für alle jungen Menschen, die in der BUNDjugend Niedersachsen aktiv sind. „Ich möchte junge Menschen unterstützen, eigene Projekte auf die Beine zu stellen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen“, sagt die 30-jährige Politikwissenschaftlerin. Sie hat mehrere Jahre an der Universität Hannover gelehrt und geforscht, vor allem über soziale Bewegungen, Klimagerechtigkeit und internationale Umweltpolitik. Auch in der politischen Jugendbildung ist sie seit langem aktiv. Kontakt: romina(at)bundjugend-niedersachsen.de  (rr)



Entdecke das AuenReich!

Auf Entdeckungstour im WaldReich. Eine Fotocollage. c blattwerk Auf Entdeckungstour im WaldReich. Eine Fotocollage. c blattwerk

Auf eine spannende Entdeckungsreise können sich Gäste zukünftig im neuen AuenReich auf Burg Lenzen begeben. Das Erlebnisgelände entsteht zwischen knorrigen, alten Eichen und Wasserläufen im Park und lädt ein, den Lebensraum Flussaue zu entdecken. An der Station „WasserReich“ können Besucher künftig selbst zum Landschaftsgestalter werden, den Verlauf eines Flusslaufes frei formen und beobachten, ob der Fluss ausreichend Raum hat, sich auszubreiten oder die Deiche bedroht sind.

Ein weiteres Auenerlebnis bietet der Baumkletterpfad im „WaldReich“: Von einer Hängebrücke zwischen den Bäumen aus lassen sich mit Auenfernrohren typische Arten wie Seeadler oder Pirol entdecken, die im Auwald leben. Für alle, die es gemütlich angehen lassen wollen, stehen im GenussReich zwei Auenliegen bereit. Hier gilt: Augen zu und Ohren auf, um die vielfältigen Töne und Geräusche der Auen bewusst wahrzunehmen. An insgesamt sechs interaktiven Stationen lernen Besucher die faszinierenden Facetten einer Flusslandschaft kennen. Die Flusslandschaft Elbe werden sie künftig sicher mit anderen Augen sehen! (hb)

Neue Website

Der Online-Auftritt des BUND Niedersachsen hat im Oktober ein neues Aussehen sowie viele technische Neuerungen bekommen. Die wichtigste neue Funktion nach dem Relaunch ist, dass der BUND-Auftritt nun auch für Smartphone und Tablets optimiert ist. Klicken Sie doch mal rein: www.bund-niedersachsen.de . (tm)
 



Vermischtes

Naturschutz braucht Freunde. Werben Sie für den BUND! Diese Freianzeige finden Sie ab sofort unter www.bund-niedersachsen.de/freianzeigen/ .
 



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