BUNDmagazin

Das BUNDmagazin ist die Mitgliederzeitschrift des BUND. Der Landesverband veröffentlicht regelmäßig eine Regionalbeilage.

BUNDmagazin 2/2019

  • Editorial
  • Europa
    Natura 2000 - Niedersachsens Goldstücke | Das schützt die EU für uns!
  • Standpunkt: Insektenschutz - Lassen wir es brummen!
  • Aktuelles: Wo die Kirschen blühen | Zu viel Gülle | Klage gegen Salzwerk
  • Naturschutz: BUND-Projekt Ökologische Nische Friedhof - Summende Vielfalt in der Stadt | Steckbrief "Natternkopf-Mauerbiene" | Gräber bienenfreundlich gestalten
  • Aktiv im BUND: Die BUND-Gruppe Ammerland - Zwischen Geest und Moor
  • Aktiv: Freie Fahrt für Fahrräder | Wir haben es satt!
  • BUND-Einrichtungen: Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste - Vorm Deich
  • BUNDjugend: Klimafasten 2019 - Von wegen Verzicht!
  • Mitmachen: Such' den Gartenschläfer!
  • Termine

BUNDmagazin zum Download (PDF-Format)



Editorial:

LIEBE FREUND*INNEN DER ERDE,

Klimawandel und Insektensterben dominieren derzeit die öffentliche Diskussion. Junge Menschen gehen weltweit auf die Straße, dem Vorbild Greta Thunbergs „Fridays for Future“ folgend: Damit fordern sie die Politik auf, endlich zu handeln und nicht nur zu verhandeln. Stimmen aus Politik und Öffentlichkeit kritisieren und diffamieren oder stellen sich eilig hinter die jungen Aktiven. Eine Auseinandersetzung mit den Forderungen, geschweige denn eine zielorientierte Aktivität für mehr Umwelt- und Klimaschutz ist bisher kaum erkennbar. So verlieren die etablierten Parteien auch die nächste Generation.

Mit der Europawahl am 26. Mai haben wir die Chance, uns für eine fortschrittliche und gemeinsame Umweltpolitik in Europa einzusetzen, die Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz klare Priorität einräumt vor wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen. Europa braucht solche klaren Signale dringender denn je.

Deutschland ist längst zum Schlusslicht im Umwelt- und Klimaschutz geworden und bleibt in mehrfacher Hinsicht weit hinter selbstgesteckten Zielen und internationalen Verpflichtungen zurück. Wegen der mangelhaften Umsetzung von Natura 2000, EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie eines wirksamen Düngegesetzes zum Schutz von Boden und Gewässern droht die Europäische Union Deutschland mit Vertragsverletzungsverfahren und hohen Strafzahlungen. Damit will und muss sie Deutschland zwingen, endlich die Selbstverpflichtungen einzuhalten und messbar umzusetzen.

Es ist gut, dass die junge Generation mit „Fridays for Future“ den Politiker*innen ein klares Signal gibt und ihnen angesichts ihrer Trägheit den Spiegel vorhält. 

Heiner Baumgarten
Landesvorsitzender 


Diepholzer Moor. Foto: Schweneker / BUND Einzigartige Lebensräume wie die Diepholzer Moorniederung erhält das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 für uns.

EUROPA

SCHICKSALSWAHL FÜR DIE UMWELT 

Uns bleibt kaum noch Zeit, die Klimakrise und das Artensterben aufzuhalten. Die Europawahl ist eine Chance. Auch für die Natur und Umwelt in Niedersachsen.


NATURA 2000 - NIEDERSACHSENS GOLDSTÜCKE

Große Teile der niedersächsischen Elbniederung genießen europäischen Schutz. Foto: K. Mayhack Große Teile der niedersächsischen Elbniederung genießen europäischen Schutz. Foto: K. Mayhack

Bisher hat Niedersachsens Natur von der Europäischen Union profitiert. Sie zwingt das Land zum Handeln. Zum Glück.

Kunststoffstrategie, Richtlinien für Gewässerschutz und Erneuerbare Energien, Grenzwerte für Luftschadstoffe und Nitrate im Boden – die Europäische Union hat in den vergangenen Jahrzehnten viele maßgebliche Gesetzesvorgaben verabschiedet und damit in allen Mitgliedsländern wegweisende Entwicklungen angeschoben. Keine andere Institution in Europa hat den Schutz unsere Umwelt, Natur und Gesundheit in vergleichbarer Weise vorangebracht.

Eine der weitreichendsten Entscheidungen der EU war die Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen in Europa, bekannter als FFH-Richtlinie. Ihr Ziel ist es, ein europaweit länderübergreifendes Schutzgebietsnetzwerk zu entwickeln, das einzigartige Landstriche, unberührte Landschaften und artenreiche Lebensräume vor Bebauung, Zerschneidung oder Übernutzung retten soll. Dieses deckt am Ende über 20 % der Fläche der Europäischen Union ab und ist das größte Schutzgebietsnetz weltweit. Auch in Niedersachsen schützt dieses „Natura 2000“ genannte Netzwerk Lebensräume und Arten, für die das Land innerhalb Deutschlands und Europas eine besondere Verantwortung trägt: Niedersachsens Küstenlebensräume, Moor- und Heidelandschaften sind reich an Pflanzen- und Tierarten, die teilweise nur hier vorkommen.

Unter den 385 Gebieten, die die Landesregierung der EU als FFH-Gebiete gemeldet hat, befinden sich auch naturnahe Wälder und Gewässer, Felsgebiete und Magerrasen. Vor allem das Feuchtgrünland, das sich überwiegend in Auenlandschaften und Niederungen von Flüssen und Bächen findet, ist ein wichtiger Vogellebensraum für Weißstorch, Kranich, Kiebitz und zahlreiche andere Bodenbrüter. Zu ihrem Schutz wurden 71 solcher Lebensräume in Niedersachsen zu Europäischen Vogelschutzgebieten erklärt.

BUNDESWEITES SCHLUSSLICHT

Für die schleppende Ausweisung der Natura 2000-Gebiete steht Niedersachsen zu Recht in der Kritik. 8 Jahre nach Ablauf der Frist ist rund ein Drittel der gemeldeten FFH-Gebiete immer noch ohne Schutz. Damit ist das Land bei der Schutzgebietsausweisung bundesweites Schlusslicht. Die EU drohte daher im Januar Niedersachsen mit empfindlichen Strafzahlungen, auch weil in den bereits fertig gestellten Ausweisungen Erhaltungsziele für die besonders schutzwürdigen Gebiete fehlen würden und zu unkonkret seien. Der BUND teilt die Kritik der EU und hat die Landesregierung deshalb aufgefordert, der Umsetzung von Natura 2000 endlich höchste Priorität einzuräumen. Hierfür muss die Politik deutlich mehr Finanzmittel bereitstellen als bislang geplant.

Denn wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. 26 Jahre nach Inkrafttreten der FFH-Richtlinie sind viele Lebensräume, Pflanzen und Tiere unserer Kulturlandschaft nach wie vor vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Nur bei einer konsequenten Umsetzung wird es gelingen, den dramatischen Verlust an Arten und Lebensräumen zu stoppen. Das massenhafte Sterben der Insekten und das Verschwinden von Vogelarten aus der Landschaft zeigen diese dramatische Entwicklung deutlich an.

Natura 2000 ist eine Chance, die Artenvielfalt Niedersachsens zu retten. Vielleicht die letzte.

Tonja Mannstedt
Leitung Kommunikation

 


DAS SCHÜTZT DIE EU FÜR UNS!

Für diese Lebensräume trägt Niedersachsen eine besondere Verantwortung. Das europäische Schutzgebietsnetz  Natura 2000 sichert ihren Erhalt.

HOCHMOORE

Diepholzer Moor. Foto: Imke Schweneker Diepholzer Moor. Foto: Imke Schweneker

Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland Deutschlands. Drei Viertel aller deutschen Hochmoore und ein Fünftel aller Niedermoore liegen hier. Sie bedecken rund 8 % der Landesfläche. Diese zu bewahren, ist seit Jahrzehnten ein zentrales Anliegen des BUND. Denn Moorschutz ist auch Klimaschutz. 70 % der niedersächsischen Moore werden heute landwirtschaftlich genutzt. Dies setzt Treibhausgase frei: Durch Entwässerung, Urbarmachung oder Umwandlung in Grünland werden Kohlendioxid,Methan und Lachgas in die Atmosphäre entlassen.

HEIDEN

Heidelandschaft. Foto: Stephan / BUND Heidelandschaft. Foto: Stephan / BUND

Durch Natura 2000 werden in Niedersachsen zahlreiche trockene Sand- und Zwergstrauchheiden sowie Feucht- und Moorheiden an der Küste und im Binnenland geschützt. Die bekannteste Heide ist die Lüneburger Heide, das älteste und größte Naturschutzgebiet in Niedersachsen. Ihr typischer Offenlandcharakter ist auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückzuführen: Hirten beweideten die mageren Flächen mit der anspruchslosen Heidschnucke und schufen so eine einzigartige Kulturlandschaft, die heute ein wichtiger Lebensraum seltener Arten wie Heidelibelle, Birkhuhn oder Ziegenmelker ist. 

KÜSTENLEBENSRÄUME

Wattenmeer. Foto: Ziebarth / BUND Wattenmeer. Foto: Ziebarth / BUND

Die niedersächsische Nordseeküste ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel. Ihre Wattflächen, Salzwiesen, Dünen und Strände beherbergen eine unglaubliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. 250 der insgesamt 10.000 Arten im Wattenmeer kommen weltweit nur hier vor. In den zahlreichen BUND-Nationalparkhäusern an der Küste können Sie diesen dynamischen und abwechslungsreichen Lebensraum besser kennen lernen. 



STANDPUNKT

Wildblumen. Foto: Klaus Kuttig Wer das Insektensterben aufhalten möchte, muss großflächig handeln. Foto: Klaus Kuttig

INSEKTENSCHUTZ - LASSEN WIR ES BRUMMEN!

Die Politik scheut sich weiterhin, den Schutz von Insekten ernsthaft anzugehen. Wir müssen noch lauter werden.

Vor einem Jahr hat der BUND der Landesregierung ein Forderungspapier zu mehr Insektenschutz übergeben. Die Bilanz fällt bescheiden aus.

Insekten brauchen zum Überleben Lebensräume in der Agrarlandschaft wie Hecken, Säume, artenreiche Wiesen und Brachen. Mehr Strukturvielfalt und weniger Pestizide, konsequente Förderung von Ökolandbau und Reduktion der Nährstoffüberschüsse in der Agrarlandschaft, ein landesweites Monitoring und die dringende Überarbeitung veralteter Roter Listen für verschiedene Insektenarten waren nur einige der Forderungen des BUND zum Weltbienentag am 20. Mai 2018. Ministerpräsident Weil und Umweltminister Lies quittierten die Übergabe eines symbolischen Blumenbeetes mit dem öffentlichen Versprechen für ein Aktionsprogramm zur Förderung der Insektenvielfalt für Niedersachsen.

Ein Jahr später ist die Erfolgsbilanz der Landesregierung mehr als ernüchternd: Die zusätzliche Förderung von einjährigen Blühstreifen und Modellprojekte in einzelnen Regionen wurden öffentlichkeitswirksam gefeiert, sind aber nicht mehr als Augenwischerei. Denn in der Fläche ist die Situation nach wie vor katastrophal: Weiterhin werden dringend notwendige Änderungen von Wasser- und Naturschutzgesetz ebenso wie fortschrittliche Maßnahmen einer GAP-Reform durch eine machtvolle Agrarlobby blockiert. Der kürzlich erschienene Nährstoffbericht zeigt auch für 2018 eine massive Nährstoffüberlastung der Landschaft, was das Verschwinden seltener Lebensräume und Arten weiter beschleunigen wird. Erst Ende Februar wurden weitere 18 Pestizide auf Bundesebene gegen das ausdrückliche Einvernehmen des Umweltbundesamtes zugelassen, darunter solche mit insektenschädigender Wirkung (der BUND hat Widerspruch eingelegt). Weder ein Monitoring noch die Überarbeitung von Roten Listen für Insekten wurden in Niedersachsen bislang ernsthaft verfolgt.

Wieder einmal zeigt die Erfahrung: Das Prinzip Freiwilligkeit im Umwelt- und Naturschutz ist gescheitert. An übermächtiger Wirtschaftslobby und der Kurzsichtigkeit von Politik wider aller wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Das darf und soll aber nicht in Resignation münden, ganz im Gegenteil. Die großen bundesweiten Erfolge von Natur- und Umweltschutz in den vergangenen Monaten, beim Verhindern der Rodung des Hambacher Forst, beim Volksbegehren zum Insektenschutz in Bayern oder den Dieselklagen zeigen: Politik muss und will vielleicht sogar gezwungen werden zu handeln.

Für uns als BUND heißt das: Weiter raus aus der Nische, wir brauchen wirksame Bündnisse, um ausreichend breite Teile der Gesellschaft zu erreichen und zu mobilisieren. Dieser Herausforderung müssen und werden wir uns stellen. Die Zeit ist reif.

Susanne Gerstner
Landesgeschäftsführerin
 



AKTUELLES

Der BUND bringt Golmbachs wilde Kirschwiesen wieder zum Blühen. Foto: Loock / BUND Der BUND bringt Golmbachs wilde Kirschwiesen wieder zum Blühen. Foto: Loock / BUND

WO DIE KIRSCHEN BLÜHEN

Viele glückliche Zufälle haben dazu geführt, dass in der Rühler Schweiz im Landkreis Holzminden eine riesige Streuobstwiese neu entsteht.

Sturmtief Friederike entwurzelte im Januar 2018 zwei Fichtenbestände nordwestlich der Ortschaft Golmbach. Die Gemeinde und ein Privateigentümer haben daraufhin entschieden, hier wie früher Streuobstwiesen entstehen zu lassen. Das FFH-Gebiet Rühler Schweiz ist bekannt für seine großflächigen Kirschwiesen.

Bevor lokale Kirschsorten gepflanzt werden können, mussten die Flächen gemulcht, gefräst und begrünt werden. Hierbei packten 15 freiwillige Helfer*innen am 12. April mit an und säten auf über 2 Hektar regionales Saatgut aus. Dieses stammte von einer artenreichen Wiese aus der Region, die ein Landwirt im Vorjahr gemäht und getrocknet hatte.

Am Vorabend der Aktion informierte der BUND in Golmbach über die Maßnahmen in der Rühler Schweiz und das EU-Projekt zum Erhalt von Streuobstwiesen in Niedersachsen, in dessen Rahmen die Anpflanzung erfolgte. Langfristig streben die Gemeinde und der angrenzende Naturpark Solling-Vogler an, die Einzigartigkeit der Kirschwiesen für einen nachhaltigen Tourismus zu nutzen und ein Vermarktungskonzept für die Kirschen zu entwickeln.


KLAGE GEGEN SALZWERK

Der BUND Niedersachsen will mit Unterstützung der BI GiesenSchacht die Wiederinbetriebnahme des Salzwerks Siegfried Giesen bei Hildesheim verhindern. Ende April hat der Umweltverband beim Verwaltungsgericht Hannover Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss erhoben.

Seit mehr als 100 Jahren versickert in Giesen Salzlauge im Boden, weil die Althalde des Kalibergwerkes ohne Basisabdichtung aufgeschüttet wurde. Bei einer Wiederinbetriebnahme will der Düngemittelkonzern K + S eine weitere, noch größere Salzhalde anlegen. Trotz der geplanten Abdeckung des zweiten Kaliberges sind weitere Belastungen des Grundwassers und der Gewässer zu erwarten. Die Salzabflüsse der Kalihalden stellen ein erhebliches Umweltrisiko dar. Bereits heute ist das Grundwasser unter dem bestehenden Kaliberg stark versalzen. Angesichts des ohnehin sehr schlechten Zustands niedersächsischer Gewässer lehnt der BUND die Wiederinbetriebnahme daher ab.


ZU VIEL GÜLLE

Der Ende April veröffentlichte Nährstoffbericht der Landwirtschaftskammer Niedersachsen belegt aus Sicht des BUND wieder deutliche Versäumnisse beim Schutz der Gewässer vor Stickstoff und Phosphateinträgen aus der Landwirtschaft.

Zwar wurde in Niedersachsen etwas weniger Mineraldünger als bisher eingesetzt, der Stickstoffüberschuss aus der Tierhaltung blieb aber fast unverändert. Auch im Erhebungszeitraum 2017/18 waren die Nährstoffüberschüsse in Niedersachsen mit insgesamt 50.000 Tonnen Stickstoff und 24.000 Tonnen Phosphat weiterhin viel zu hoch. Der BUND forderte die niedersächsische Landesregierung auf, umgehend strengere Regelungen zum Schutz von Grund- und Oberflächengewässer durchzusetzen und den Umbau der Tierhaltung mit einer Reduktion von Tierbeständen voranzutreiben.



NATURSCHUTZ

Auf Friedhöfen leben seltene Arten wie die Schöterich-Mauerbiene. Foto: Klaus Kuttig Auf Friedhöfen leben seltene Arten wie die Schöterich-Mauerbiene. Foto: Klaus Kuttig

BUND-PROJEKT ÖKOLOGISCHE NISCHE FRIEDHOF: SUMMENDE VIELFALT IN DER STADT

Friedhöfe sind wichtige Rückzugsräume in der Stadt, auch für viele Tiere. Der BUND entdeckt und schützt seltene Wildbienen auf niedersächsischen Friedhöfen. 

Nicht nur in Naturschutzgebieten kommen gefährdete Wildbienen vor, sondern auch mitten in der Stadt. Das zeigt eine Untersuchung, die der BUND im vergangenen Jahr auf niedersächsischen Friedhöfen durchgeführt hat.

Im Rahmen des Projektes „Ökologische Nische Friedhof“ haben Biologen auf vier Friedhöfen in Braunschweig, Göttingen, Hannover und Lüneburg Wildbienen im Gelände beobachtet und bestimmt. Zwischen 54 und 85 verschiedene Arten wurden dabei pro Standort entdeckt. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Auch städtische Friedhöfe können wahre Inseln der Artenvielfalt sein.

Die meisten der gefundenen Arten sind in Niedersachsen häufig und besiedeln unterschiedliche Lebensräume, auch im Siedlungsgebiet. Auf den Friedhöfen profitieren sie von einem Mosaik an unterschiedlichen Strukturen und einem reichhaltigen Blütenangebot. Doch auch seltene Arten haben die Wildbienenexpert*innen gesichtet: Von den 85 Arten, die auf dem Parkfriedhof Junkerberg in Göttingen beobachtet wurden, stehen 30 auf der niedersächsischen Roten Liste. Vier Arten gelten in Niedersachsen als vom Aussterben bedroht, darunter die Juni-Langhornbiene und die Große Harzbiene, die im spät gemähten, blütenreichen Grünland vorkommen und auf Pollen von dort wachsenden Schmetterlingsblütler wie Hornklee und Zaunwicke spezialisiert sind.

Auf dem Friedhof am Göttinger Stadtrand gehen die extensiv genutzten Wiesenflächen mittlerweile zurück. Im Rahmen des Projektes wollen der BUND und die Friedhofsverwaltung diese wertvollen Bereiche sichern und die Artenvielfalt durch einschürige Mahd auf über einem Hektar erhalten. Auch auf den anderen drei Projekt-Friedhöfen werden gezielt Maßnahmen zur Verbesserung des Nahrungsangebotes umgesetzt und gemeinsam Niststrukturen angelegt.

Die Idee, Friedhöfe zu Rückzugsorten für stark bedrohte Wildbienen zu entwickeln, macht bereits Schule: Zahlreiche Gemeinden in Niedersachsen informierten sich beim BUND über geeignete Schutzmaßnahmen und schaffen auf eigenen Friedhofsflächen artenreiche Blumenwiesen und blühende Staudenbeete anstelle von monotonen Rasen und blütenarmen Koniferenhecken. Auch Ehrenamtliche bringen sich ins Projekt ein: Rund 500 Personen nahmen in 2018 an Exkursionen teil. Im März 2019 lernten 80 Teilnehmer*innen bei Bestimmungskursen die Vielfalt der Wildbienen kennen und wie man Arten unterscheiden und bestimmen kann.


GRÄBER BIENENFREUNDLICH GESTALTEN

Jeder, der eine Grabfläche pflegt, kann Wildbienen unterstützen: mit einem ganzjährigen Blütenangebot durch Wildstauden anstelle einer pollen- und nektararmen Wechselbepflanzung. Der BUND hat zwölf Konzepte für eine ökologische Grabbepflanzung entwickelt. Im „Bienengarten“ bieten beispielsweise 8 Pflanzenarten Wildbienen Nahrung von April bis Oktober. Vom blauen Natternkopf profitiert unter anderem die seltene Natternkopf-Mauerbiene.

Neu erschienen ist der Flyer „Blühende Friedhöfe“. Beim BUND Niedersachsen und online erhältlich unter www.bund-niedersachsen.de/publikationen 


EINE ZUKUNFT FÜR BIENEN

Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell an Bundesagrarministerin Julia Klöckner und Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit klaren Forderungen zum Schutz der Insekten.

www.bund-niedersachsen.de/lass-brummen

Jakob Grabow-Klucken
BUND-Wildbienenexperte


Natternkopf-Mauerbiene. Foto: Klaus Kuttig

NATTERNKOPF - MAUERBIENE (Osmia adunca)

  • GRÖSSE: 8-12 mm
  • AUSSEHEN: schwarzer Kopf mit dünnen hellen Binden auf dem Hinterleib, die Männchen mit braun bepelztem Rücken und grünen Augen
  • NAHRUNG: spezialisiert auf Natternkopf (Echium) als Pollenquelle
  • NISTHILFE: Löcher in Hartholz mit Durchmesser ± 6 mm und waagerechte Bambus- oder Schilfröhrchen
  • NISTWEISE: nistet in Hohlräumen in Fels-, Löß- und Lehmwänden, in Siedlungen in Löchern von Trockenmauern und Fachwerkwänden. Auch Fraßgänge von Käfern in Totholz, hohle Pflanzenstängel und verlassene Nester anderer Bienenarten werden besiedelt
  • FLUGZEIT: von Juni bis August
  • GEFÄHRDUNG: in Niedersachsen gefährdet


AKTIV IM BUND

Der BUND Ammerland pflanzt mit der Jägerschaft Gehölze für Insekten an (rechts im Bild Susanne Grube).

BUND-GRUPPE AMMERLAND: ZWISCHEN GEEST UND MOOR

Nebel liegt noch über den Moorwiesen, als Susanne Grube frühmorgens die Trasse der geplanten Küstenautobahn abfährt.  Nur selten begegnet ihr ein Auto auf ihrer Fahrt. Im Ammerland dominieren vielerorts noch bäuerliche Landwirtschaftsstrukturen. Susanne Grube ist hier seit rund 10 Jahren Vorsitzende der BUND-Gruppe Ammerland. Dass mitten in diese beschauliche Landschaft zwischen Geest und Moor bald eine vierspurige Autobahn gebaut werden soll, die einzigartige Lebensräume vieler Tierarten zerstört, will sie bis heute nicht glauben.

Der Widerstand gegen den Bau der A 20 bewegt die BUND-Aktiven der Kreisgruppe Ammerland seit 2003. Am 10. September 2019 werden Susanne Grube und ihre Mitstreiter*innen im Bündnis gegen die A 20 wissen, ob ihr Einsatz erfolgreich war. Dann entscheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig über den Planfeststellungsbeschluss des ersten Autobahnabschnitts zwischen Westerstede und Rastede, gegen den der BUND Niedersachsen im Sommer 2018 Klage eingereicht hat. „Das stärkste Argument gegen die A 20 ist die fehlende Auslastung“, sagt Susanne Grube. „Eine Autobahn rechnet sich erst ab 18.000 Fahrzeugen am Tag. Die A 20 liegt deutlich darunter.“ Zudem eignen sich die Klei- und Moorböden in der Wesermarsch mit ihren tiefen Abflussrinnen Richtung Meer nicht für einen solchen Bau. Vor allem aber würde die A 20 geschützte Gebiete von nationaler und europäischer Bedeutung zerschneiden. Schwarzstorch, Großes Mausohr, Moorfrosch und unzählige Insekten- und Pflanzenarten verlieren dann ihren Lebensraum.

MITEINANDER REDEN

Nicht nur im Protest gegen die A 20 ist die BUND-Gruppe engagiert und muss in der Region viel Überzeugungsarbeit leisten. Gleiches gilt beim Insektenschutz. „Die Zusammenarbeit mit den Landwirten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert“, betont Grube. „Vor allem das Interesse an insektenfreundlichen Blühflächen ist groß.“ Im Rahmen des Arbeitskreises „Lebensräume für Insekten“ wird im April und Mai wieder regionales Saatgut an Privatpersonen, Landwirte und Gemeinden abgegeben, mitfinanziert durch die BUND-Gruppe. Im Landkreis Ammerland entstanden so im vergangenen Jahr über 250 Hektar an Blühflächen. Auch Friedhöfe unterstützen den Insektenschutz: Inspiriert durch das BUND-Projekt „Ökologische Nische Friedhof“ sind auf dem Friedhof Westerstede in 2018 wildbienenfreundliche Pflanzen zwischen Gräbern und auf Freiflächen angesät worden.

Den Austausch mit anderen Umweltverbänden pflegt der BUND Ammerland imJaspershof in Westerstede. Die beeindruckende Hofanlage dient heute bereits als Veranstaltungs- und Tagungsort, zukünftig soll es zu einem Landschaftsinformationszentrum ausgebaut werden. Der BUND Ammerland hält hier Vorträge zur naturnahen Gartengestaltung, ökologischen Landwirtschaft und eben zur A 20. Oder diskutiert – so wie am 13. März und am 9. April – mit Politiker*innen die Positionen ihrer Parteien zum Umwelt- und Naturschutz, aktuell zur Europa- und Bürgermeisterwahl. Die 15 BUND-Aktiven bieten auch Exkursionen an und organisieren Ausstellungen. Sie haben zwar ganz unterschiedliche berufliche und familiäre Hintergründe, doch alle verbindet, dass sie die Natur erleben und schützen wollen. „Wir wollen den Naturschutz in die Köpfe und Herzen aller Menschen bringen und unsere Kulturlandschaft mit ihrer biologischen Vielfalt erhalten“, sagt ihre Vorsitzende entschlossen. „Um jeden Preis!“ tm


MITMACHEN

Möchten Sie den BUND im Ammerland unterstützen? Melden Sie sich gerne bei uns.

www.bund-ammerland.de



AKTIV

Critical Mass: Mehr Sicherheit für das umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel. Foto: Vahlsing / ADFC

FREIE FAHRT FÜR FAHRRÄDER

Eine Radtour der anderen Art bietet der BUND Nienburg zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club und den Grünen an.  

In Nienburg finden seit vielen Jahren an jedem letzten Freitag im Monat Critical Mass-Aktionen im Straßenverkehr statt. Critical Mass ist eine internationale Aktionsform, mit der Radfahrer*innen seit 1992 darauf aufmerksam machen möchten, dass sie ebenso wie motorisierte Fahrzeuge Teil des Straßenverkehrs sind. „Unser Ziel dabei ist es nicht, den Straßenverkehr zu blockieren“, betont Johanne Sailer vom BUND Nienburg. „Wir Radfahrer*innen wollen auf unsere Belange und Rechte aufmerksam machen und als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer*innen wahrgenommen werden.“ Es geht um ein gemeinsames Miteinander auf Augenhöhe.

Critical Mass ist übrigens keine Demonstration. Eine Radfahrergruppe mit mindestens 16 Teilnehmer*innen ist laut Straßenverkehrsordnung als geschlossener Verband anzusehen. Dies bedeutet auch, dass die Radler*innen beim Linksabbiegen gemeinsam als Pulk fahren müssen und auf der Fahrbahn zu zweit nebeneinander radeln dürfen. 

„Mit dieser Aktion appellieren wir auch an die Politiker*innen, allen Verkehrsteilnehmenden genügend sicheren Verkehrsraum zur Verfügung zu stellen", ergänzt Sailer. Kommunen sollten laut BUND eine bessere Fahrradinfrastruktur mit sicheren Radwegen schaffen und für verbesserte Möglichkeiten der Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr sorgen. Im Sinne einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik.


Für eine andere Landwirtschaft gingen Menschen in Oldenburg auf die Straße. Foto: C. Barski.

WIR HABEN ES SATT!

Über 1.000 Menschen und 20 Trecker demonstrierten am 23. März in der Innenstadt von Oldenburg für eine umweltschonende, zukunftsfähige, global gerechte und bäuerliche Landwirtschaft.

Unter dem Motto „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ zeigten sie, was ihnen in der Landwirtschaft und bei der Lebensmittelproduktion wichtig ist. Aufgerufen zur Demonstration hatte das Agrarbündnis Niedersachsen, in dem der BUND Niedersachsen aktives Mitglied ist. Zahlreiche BUND-Gruppen nahmen an der Demo teil.


BUND-EINRICHTUNGEN

Das Nationalpark-Haus in Dorum liegt direkt am Wattenmeer.

NATIONALPARK-HAUS WURSTER NORDSEEKÜSTE: VORM DEICH

Zwischen Cuxhaven und Bremerhaven liegt direkt neben dem Kutterhafen Dorum-Neufeld das BUND-Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste. Was vor über 30 Jahren mit einem Container begann, ist heute Teil eines Gebäudekomplexes, welches auf einer Wurth gebaut und das Watt‘n Bad sowie die Kurverwaltung beherbergt.

Die reizvolle Lage des Hauses, direkt vor dem Deich und mit Blick auf das Watt, lädt zu Erkundungen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer ein. Dieser feiert in diesem Jahr sein 10-Jähriges Jubiläum als UNESCO-Weltnaturerbe. Unter dem Motto „Ein Wattenmeer: Unser Erbe. Unsere Zukunft“ bieten alle sechs BUND-Nationalparkhäuser an der niedersächsischen Küste gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm zwischen April und Oktober an. Seit Mitte 2018 ist der BUND Niedersachsen Träger des Nationalpark-Hauses Wurster Nordseeküste und arbeitet dabei eng mit der Gemeinde zusammen. In einer interaktiven Ausstellung wird über den Nationalpark informiert, Schauaquarien bieten einen spannenden Einblick in das Ökosystem Wattenmeer und seine Bewohner. 

Darüber hinaus hat das Nationalpark-Haus diverse Bildungsangebote und Führungen im Angebot. Während einer Wattführung kann das Watt mit seinen erstaunlichen Bewohnern unmittelbar erkundet werden. Dabei begeistert das Team des Nationalpark-Hauses die Besucher für das Motto des Nationalparks „Natur Natur sein lassen“. Schulklassen und Gruppen finden altersentsprechende Veranstaltungen zu Salzwiesen oder zur Ökologie des Wattes. Das Nationalpark-Haus ist zudem anerkannter außerschulischer Lernort für BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung). Zukünftig informieren wir auch verstärkt über die Auswirkungen von Plastikmüll im Meer und Beifang.

Wer den einzigartigen und immer im Wandel begriffenen Lebensraum Wattenmeer erleben und kennenlernen möchte, ist ganzjährig im Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste herzlich willkommen!

MATTHIAS MERTZEN
Stellvertretende Leitung
 


HIER FINDEN SIE UNS

Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste

Am Kutterhafen 3
27639 Wurster Nordseeküste
Tel. (04741) 960 290

nationalparkhaus(at)wursternordseekueste.de   
http://www.nationalparkhaus-wursternordseekueste.de


TERMINE

  • 18.05.2019, 15.00 Uhr: A PLASTIC OCEAN - Filmvorführung im Rahmen des Projektes "Plastikfreie Küste", in Englisch
  • 23.05.2019, 15.30 Uhr: AQUARIEN-FÜTTERUNG - Was und wie fressen Krabbe, Katzenhai und Co.?
  • 23.05.2019, 15.30 Uhr: HONEYMOON IM WATTENMEER - Wie machen das eigentlich Wattwurm & Co.? Eine Wattführung, nicht nur für Verliebte! 


BUNDJUGEND

BUNDjugend

KLIMAFASTEN 2019 - VON WEGEN VERZICHT!

Bei dem Wort „Fasten“ denken viele Menschen an Entbehrungen. Wir von der BUNDjugend haben uns in der Fastenzeit vom 6. März bis zum 18. April wieder dem Klimafasten gewidmet und gemerkt: Fasten hat nichts mit Verzicht zu tun – im Gegenteil!

Vegan kochen oder auf dem Balkon gärtnern, viel Neues haben wir beim Klimafasten entdeckt. Wir haben uns für die Fastenzeit zu Zweierteams mit einem gemeinsamen Ziel zusammengefunden und uns gegenseitig motiviert. 44 Tage lang hat sich so jede*r von uns mit einer achtsameren, umweltbewussteren Lebensweise auseinandergesetzt: viel Fahrradfahren, regelmäßiges Lebensmittelretten, spannende Zugreisen nach Portugal, entspanntes Einkaufen im Loseladen, gemütliches Stöbern in Second-Hand-Läden, gespanntes Aussäen, Pflegen und Ernten auf dem Balkon oder im Garten, dann eigenes Gemüse genießen.

Natürlich haben wir Fastende auch gemerkt, dass es in unserer Gesellschaft immer noch bequemer und oft billiger ist, umweltschädliche Entscheidungen zu treffen: Fahrräder ziehen in der Stadt oft den Kürzeren, Pflanzenmilch ist teurer als Kuhmilch, Flugreisen sind viel zu billig und vegane Ernährung wird häufig mit Misstrauen beäugt.

JEDEN TAG EINE GUTE TAT

Das möchte die BUNDjugend ändern. Mit unseren ganz persönlichen Geschichten aus der Klimafastenzeit haben wir wertvolle Eindrücke, Rezepte, Tipps und Tricks zum Teilen und Inspirieren gesammelt und im Klimafastenkalender zusammengetragen, der online auf der Website unseres Kooperationspartners, dem Jugendnetzwerk JANUN, zu finden ist.

Auch außerhalb der traditionellen Fastenzeit kann jede*r anfangen, die eigene Lebensweise umweltfreundlicher zu gestalten. Besonders jetzt, wo der Klimaschutz durch „Fridays for Future“ viel Aufmerksamkeit erfährt, lohnt es sich dran zu bleiben, sein Umfeld zu inspirieren und den Druck auf die Politik weiter zu erhöhen.



SILENT CLIMATE PARADE

18. Mai in Oldenburg
22. Juni in Lüneburg

SCHNIPPELDISCO

27. Mai in Neustadt
29. Mai in Dannenberg

SOMMERCAMP "AB ANS MEER"

13.-16. Juni auf Langeoog



MITMACHEN

In Niedersachsen wurden bereits die ersten Gartenschläfer gemeldet: Wolfgang Grope entdeckte zwei Jungtiere bei Wolfshagen im Harzer Vorland. Foto: W. Grope.

SUCH' DEN GARTENSCHLÄFER 

Mit dem bundesweitem Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ möchte der BUND gemeinsam mit Wissenschaftler*innen der Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft den Gartenschläfer schützen. Denn der kleine Bilch wird immer seltener.

Gartenschläfer leben in Gärten, Weinbergen und auf Obstwiesen. Auch in Wäldern und Mittelgebirgen sind sie zuhause. Seine kugeligen Nester legt der kleine Nager gern in Baum- und Felshöhlen an, aber auch in Gebüschen, Nistkästen und Gebäuden. Hier schläft der Gartenschläfer tagsüber, während er nachts auf Nahrungssuche geht.

Um die Gründe für das Verschwinden herauszufinden und dem Nager helfen zu können, braucht der BUND Ihre Hilfe. Bekannt sind bisher nur natürliche Vorkommen im Harz. Sichtungen von Gartenschläfern in ganz Niedersachsen können Sie ab sofort online über die Plattform www.gartenschläfer.de  melden. 

Zur Erfassung der Gartenschläfer setzen die Forscher*innen sogenannte Spurentunnel ein. Durch diese kleinen Tunnel laufen die Tiere hindurch und hinterlassen dabei ihre Fußabdrücke. Für die regelmäßige Kontrolle der Spurentunnel sucht der BUND Freiwillige in der Harzer Region. Mit Hilfe dieser Methode kann eine möglichst große Fläche gleichzeitig untersucht werden. Zudem werden Wildkameras und spezielle Nistkästen aufgehängt. In letzteren hoffen die Expert*innen, frischen Kot zu finden, der Rückschlüsse auf den Speiseplan der kleinen Bilche liefert. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert, in Niedersachsen zudem durch die Bingo-Umweltstiftung.


AKTIV WERDEN

Möchten Sie die Spurensuche unterstützen? Melden Sie sich bei unserer BUND-Projektkoordinatorin für Niedersachsen, Andrea Krug. andrea.krug(at)nds.bund.net



TERMINE

    • So. 19.05., 7.00-9.00 Uhr: Entdeckungstour für frühe Vögel im Kloster Mariensee. Neustadt am Rübenberge
    • Di. 04.06., 16.00-18.00 Uhr: Wildbienenexkursion im Breidings Garten, Soltau

    Mehr Infos und weitere Termine:
    www.bund-niedersachsen.de/termine 



    IMPRESSUM

    Herausgeber:

    BUND Landesverband Niedersachsen e.V., Goebenstraße 3a, 30161 Hannover, Tel.: (0511) 965 69 - 0, Fax: (0511) 66 25 36, bund.nds(at)bund.net, www.bund-niedersachsen.de

    Redaktion:

    Dr. Tonja Mannstedt (tm), Tel.: (0511) 965 69 31, Redaktion(at)nds.bund.net
    BUNDjugend: Milla Semisch

     Die nächste Ausgabe erscheint Mitte August.

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