Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Niedersachsen

Tipps zur Naturbeobachtung

Die Natur hält kleine und große Entdeckungen und Erlebnisse für uns bereit – wenn wir uns die Mühe machen, genauer hinzusehen. Unsere Tipps zur Naturbeobachtung lenken Ihren Blick auf Naturphänomene, die Sie tagtäglich, übrigens auch gut mit Kindern, in der eigenen Umwelt beobachten können.

Rätsch. Bätsch!

Eichelhäher. Foto: Luc Vlatour Eichelhäher.  (Luc Vlatour / Wikipedia / Creative Commons CC BY-SA 3.0 )

Dieser Vogel macht so manchen Bestimmungsversuch zunichte. Als begabter Stimmenimitator macht er uns zuweilen glauben, ein Mäusebussard, ein pfeifendes Reh, ein knarrender Ast oder sogar Hund oder Katze zu sein. Bis er sich mit seinem durchdringenden Rätschen dann doch als Wächter des Waldes höchstpersönlich zu erkennen gibt: der Eichelhäher.

Hat man den Vogel einmal entdeckt, sind alle Zweifel beseitigt. Überwiegend rosa-braun gefiedert, heben sich vor allem der schwarze Bartstreif und die intensiv schwarzblau gestreiften Federn im schwarz-weißen Flügel hervor. Besonders im Flug wirkt dieser Singvogel aus der Familie der Rabenvögel farbenfroh. Durch die unregelmäßigen Flügelschläge wirkt er lediglich etwas unbeholfen.

Bei der Nahrungssuche setzt der Eichelhäher auf Vielfalt und nutzt das saisonale Angebot. Von Frühjahr bis Herbst frisst er vor allem Tierisches wie Raupen, Heuschrecken und Spinnen oder auch kleine Wirbeltiere wie Jungvögel. Dabei ist der Häher wählerisch, prüft mit der Zunge den Geschmack und weist klebrige Nahrung oder behaarte Insekten oft zurück.

Im Spätherbst und Winter verlegt er sich auf pflanzliche Nahrung und bevorzugt dabei Nussfrüchte. Das ganze Jahr über legt der Eichelhäher Depots an. Jetzt im Oktober verbringt das Tier bis zu zwölf Stunden täglich mit der Nusssuche. Beobachtet man einen der sammelfreudigen Vögel, wird einem schnell klar, wie er zu seinem Namen kam. "Eicheln bevorzugt", lautet das Motto. Bis zu zehn Eicheln stopft er in den Schlund und transportiert eine weitere im Schnabel – um sie an Waldrändern und Lichtungen in den Boden zu stecken und grob zuzudecken.

Bei einer Untersuchung in Sachsen-Anhalt sammelte ein einzelner Eichelhäher in 20 Tagen etwa 2.200 Eicheln, was ungefähr elf Kilogramm Vorrat entspricht. Um an den essbaren Eichelkern zu gelangen, beißt er die Eicheln mit dem Schnabel auf und schält sie in einer drehenden Bewegung oft unter Zuhilfenahme der Zehen. Da der Eichelhäher nicht alle Vorratsdepots wiederfindet, keimen etliche der Samen aus. Mit dieser "Hähersaat" sorgt der Vogel für die Ausbreitung von Stiel- und Traubeneiche, Buche und Hasel.

Ein interessantes Verhalten des Eichelhähers ist das "Einemsen". Dabei sucht er baumbewohnende Ameisen auf und duckt sich mit ausgebreiteten Flügeln hinein. Die Ameisen wehren sich, indem sie Säure sprühen, die gegen Parasiten des Vogels wirksam ist.

Doch der Eichelhäher kann noch mehr! Nicola Clayton von der Universität Cambridge fand heraus, dass die Vögel sich in ihre Partnerin einfühlen und deren aktuelle Nahrungsvorliebe erkennen können. Diese Fähigkeit war bisher nur von Affen und Menschen bekannt.

Beobachtungstipp

Wo kann man den Eichelhäher wohl am besten beobachten? Natürlich auf Eichen! Sei es in Parks, Friedhöfen, Misch- oder Laubwäldern: Jetzt im Oktober ist Hauptsammelzeit, und so ist der Eichelhäher genau dort, wo Eichen, aber auch Buchen oder Haselsträucher stehen.

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin). 

Durch das Jahr...

Oktober

Rätsch. Bätsch!

mehr Infos

September

Toller Holler

mehr Infos

August

Gut gepunktet

mehr Infos

Juli

Meister Grimbart

mehr Infos
Mohnwiese. Foto: Lajsikoni / cc by-sa 3.0 wikimedia commons

Juni

Der Sommer leuchtet rot

mehr Infos

Mai

Die Hornisse

mehr Infos

April

Der Biber

mehr lesen
Männlicher Hausrotschwanz. Foto: Mag. Christian Bechter, Vorarlberg

März

Der Hausrotschwanz

mehr lesen
Waldmaus. Foto: Rasbak

Februar

Die Waldmaus

mehr Infos
Vulpes vulpes - der Fuchs. Martin Mecnarowski

Januar

Der Fuchs

mehr Infos

Dezember

Hast Du eine Meise?

mehr Infos

November

Das Hermelin

mehr Infos

BUND-Bestellkorb