BUND Landesverband Niedersachsen

BUNDmagazin

Das BUNDmagazin ist die Mitgliederzeitschrift des BUND. Der Landesverband veröffentlicht regelmäßig eine Regionalbeilage.

BUNDmagazin 3/2022

  • Editorial
  • Moorschutz: Niedersachsen muss Vorbild sein! | Aktiv in Niedersachsen
  • Aktuelles: Bau der A20 gestoppt | Niedersachsen von Morgen
  • BUNDjugend: We want Moor | Komm zum Aktivenwochenende
  • Aktiv: BUND-Gruppe Osnabrück - Mit Herz und Hand | Wechsel an der Spitze | Kunstprojekt zum Schutz des Ozeans | Wir suchen Unterstützung
  • Mitmachen: Umwelttalk | Visionen von Morgen
  • Termine

BUNDmagazin zum Download (PDF-Format)



Editorial:

LIEBE FREUND*INNEN DER ERDE,

Es ist Sommerzeit in Niedersachsen, doch Temperaturrekorde, Hitzetote und Feuersbrünste mahnen und senden eine unmissverständliche Botschaft an die Politik: Wir sind mittendrin in der Klimakrise – handelt jetzt!

Möglichkeiten gibt es reichlich. Klimaschädliche, naturzerstörende und volkswirtschaftlich unsinnige Autobahnneubauten müssen endgültig gestoppt, die längst überfällige Mobilitätswende konsequent angepackt werden. Vor wenigen Wochen konnten wir einen Etappensieg gegen die A 20 vor Gericht erringen. Eine konsequente Verkehrswende kann jedoch nicht eingeklagt werden, sie erfordert politisches Handeln.

Die Klimakrise und der ungebremste Rückgang der biologischen Vielfalt brauchen gemeinsame Lösungen. Ökosysteme wie Moore, Auen und Wälder müssen wieder naturnah entwickelt werden. Das schafft enorme Speicherkapazitäten für schädliche Treibhausgase und für die wertvolle Ressource Wasser. Gleichzeitig können wir so bedrohten Arten ihren Lebensraum zurückgeben. Die Voraussetzungen sind günstig, Niedersachsen muss diese Chancen nutzen. Mit langfristigen Strategien statt Aktionismus, einer Dialogkultur wie im „Niedersächsischen Weg“ und erheblich aufgestockten Finanzmitteln ist vieles machbar.

Als neue Landesvorsitzende sehe ich enorme Herausforderungen, aber auch große Chancen für Natur und Umwelt in Niedersachsen. Mit den Landtagswahlen im Oktober werden die politischen Karten neu gemischt. Unsere Forderungen an die Politik stehen, wir werden die Parteien daran messen.



Susanne Gerstner
Landesvorsitzende


Mehr Schutz für unsere Moore

Nur gesunde Moore können zur Linderung der Klimakrise und zur Förderung der natürlichen Vielfalt beitragen.

Fast drei Viertel aller deutschen Hochmoore liegen in Niedersachsen. Darum tragen wir beim Moorschutz eine besondere Verantwortung.


Moorschutz

Niedersachsen muss Vorbild sein

Niedersachsen trägt als moorreichstes Bundesland eine besondere Verantwortung für den Moorschutz.

Über 70 % der deutschen Hochmoore und rund 18 % der Niedermoore liegen in Niedersachsen. Intakte Moore sind Hotspots der Artenvielfalt und schützen wirksam das Klima, denn sie können enorme Mengen an Kohlenstoff speichern.

Ein großer Teil der niedersächsischen Moore ist durch Entwässerung, intensive Landwirtschaft und Torfabbau massiv geschädigt. Entwässerte Moore werden zu Treibhausgasquellen: In Niedersachsen sind sie für rund 11 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich, 40 % der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft entfallen auf die Nutzung kohlenstoffreicher Böden. Viele moortypische Tier- und Pflanzenarten stehen mittlerweile auf den Roten Listen. Unter den typischen Brutvogelarten der Moore und Verlandungszonen ist fast die Hälfte gefährdet, einige sind inzwischen ganz verschwunden.

Krise und Chance zugleich

Welche gravierenden Folgen die Moorentwässerung für unser Klima mit sich bringt, hat auch die Politik erkannt. Die 2021 geschlossene Bund-Länder-Zielvereinbarung zum Moorbodenschutz sieht vor, bundesweit die jährlichen Treibhausgasemissionen aus Moorböden bis zum Jahr 2030 von rund 53 Millionen Tonnen (2019) um 5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente zu senken. Dazu müssen intakte Moorböden erhalten, entwässerte Böden wiedervernässt und moorverträgliche Formen der Landnutzung wie z. B. Paludikulturen etabliert werden. Über den Energie- und Klimafonds des Bundes sollen in den nächsten Jahren rund 330 Millionen Euro zur Wiedervernässung von Mooren und für die Reduktion des Torfeinsatzes zur Verfügung gestellt werden. Auch das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ bietet mit 4 Milliarden Euro bis 2026 die Möglichkeit, Moore im Sinne der Biodiversität und des Klimaschutzes zu entwickeln.

In der Krise steckt also auch eine Chance: Gelingt es, in Niedersachsen Moore in großem Umfang wiederzuvernässen, kann ein enormer Beitrag zur Linderung der Klimakrise und zur Förderung der natürlichen Vielfalt beigetragen werden. Um die Klimaziele für Deutschland und Niedersachsen zu erreichen, darf keine Zeit mehr verloren gehen.

Forderungen an die Landesregierung

Niedersachsen braucht umgehend eine aktuelle Moorentwicklungsstrategie, in der Potenziale ermittelt, Ziele und Schwerpunkträume zur Wiedervernässung von Mooren festgelegt werden. Konkrete Maßnahmen, verbindliche Fristen und Zusagen für die notwendigen Finanzmittel sind entscheidend, damit die Transformation gelingt. Sozio-ökonomische Fragen müssen in die Strategieentwicklung einbezogen werden, denn vom Strukturwandel werden in Niedersachsen ganze Regionen wie z. B. das Elbe-Weser-Dreieck oder die nördliche Weser-Ems-Region betroffen sein. Umso wichtiger ist es, die notwendigen Veränderungen sozialverträglich zu gestalten. Das gelingt nur mit einem breiten Beteiligungsprozess auf allen Ebenen. In Modellregionen müssen neue Konzepte für eine torfhaltende Bewirtschaftung bis hin zu Vermarktung neuer Produkte erprobt werden. Hier ist das Land gefragt, mit gutem Beispiel auf eigenen Flächen voranzugehen. Für einen erfolgreichen Wandel müssen die Kompetenzen aus Wissenschaft und Forschung, Praxis, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wirksam gebündelt werden. Voraussetzung für das Gelingen sind eine wirksame Koordinierung auf Landesund regionaler Ebene sowie erheblich mehr an Personal und Finanzen auf Landesebene.

Längst überfällig ist ein schneller Ausstieg aus dem Torfabbau. Weitere Planungen und Genehmigungen sind zu stoppen, bei bestehenden Genehmigungen müssen alle Möglichkeiten einer vorzeitigen Beendigung genutzt werden.

Moorschutz-Patenschaften

Aktuell werden rund zwei Drittel der Moorböden in Niedersachsen landwirtschaftlich genutzt, davon der Großteil als Grünland und rund 12 % als Acker. Die Wiedervernässung von Mooren ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und kann nur gemeinsam mit der Landwirtschaft, der Wasserwirtschaft und der Bevölkerung vor Ort gelingen. Ziel muss es sein, Betriebe nach Möglichkeit zu erhalten und zu unterstützen sowie auf klima- und naturschonende Bewirtschaftungsweisen wie Paludikulturen umzustellen. Der Aufbau neuer Wertschöpfungsketten für klimaschonend erzeugte landwirtschaftliche Produkte ist dabei ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Leistungen für Moor- und Klimaschutz müssen sich für Betriebe wirtschaftlich lohnen – hier sind Land, Bund und EU gefordert, erheblich nachzubessern. Allerdings muss das Primat der Freiwilligkeit ein Ende haben, wenn einzelne Eigentümer trotz fairem Ausgleich Flurbereinigungsverfahren blockieren und damit notwendige Maßnahmen der Wiedervernässung verhindern.

Professor Michael Rode
Stellvertretender Landesvorsitzender



Aktiv in Niedersachsen

Das Projekt Moorland® der BUND Einrichtung Diepholzer Moorniederung hat zum Ziel, Moorflächen in Niedersachsen wiederzuvernässen, um so Moore zu erhalten. Mit Hilfe von Klimaspenden können Privatpersonen und regionale Unternehmen ihre unvermeidbaren CO2-Emissionen auf freiwilliger Basis kompensieren. Bisherige Klimamoore sind das Dorumer Moor, die „Goldgrube“ im Neustädter Moor und das "Poldergrünland" im Nördlichen Wietingsmoor.
Foto: Thersia Kosche / BUND-DHM

Im BUND-Projekt „Klimatools“ werden innovative Maßnahmen zur Hochmoor-Regeneration mit klassischen Methoden der Wiedervernässung kombiniert. Im Neustädter Moor wurden über 1.000 Meter Recycling-Spundwände eingebaut. So soll die Freisetzung von Treibhausgasen reduziert werden und die Moorflächen können sich zu einem naturnahen, wachsenden Hochmoor entwickeln.
Foto: BUND-DHM

Moorschnucken sind die perfekten Moorpfleger – ohne sie wäre der Erhalt der wertvollen niedersächsischen Hochmoore kaum möglich. Die kleine und besonders leichte Schafrasse ist perfekt an den Lebensraum der Moorlandschaften angepasst und trägt dazu bei, die Moorflächen offen zu halten. In der BUND-Schäferei im Landkreis Diepholz befinden sich aktuell ca. 900 Mutterschafe und ihr Nachwuchs.
Foto: BUND-DHM

 



Aktuelles

Protest vor dem Bundesverwaltungsgericht im Mai  (BUND / Hummel)

Bau der A20 gestoppt

Ein wichtiger Erfolg für den Natur- und Klimaschutz: Der Klage des BUND Niedersachsen gegen die A 20 wurde teilweise stattgegeben.

Am 7. Juli hat das Bundesverwaltungsgericht die Planungen zum ersten niedersächsischen Bauabschnitt der A 20 für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt. Die Autobahn darf in dieser Form nicht gebaut werden. Der BUND Niedersachsen hatte gegen den 13 km langen Abschnitt zwischen Westerstede und Jaderberg geklagt, denn der Neubau führt zu massiven Schäden an Klima, Natur und Umwelt. Im Verfahren konnte nachgewiesen werden, dass die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eine fehlerhafte Berechnung zur Stickstoffbelastung vorgelegt hat. Bei Realisierung der A 20 müsste deshalb mit erheblichen Beeinträchtigungen eines wertvollen Schutzgebietes gerechnet werden.

Gleichwohl kritisiert der BUND, dass das Gericht sowohl den Klimaschutz als auch die Bedarfsfrage ausgeblendet und an die Politik verwiesen hat. Diese muss das Urteil zum Anlass nehmen, nicht nur die A 20, sondern alle geplanten Neubauprojekte auf ihre Notwendigkeit und ihre Verträglichkeit mit Natur- und Klimaschutz neu zu prüfen.

MEHR INFOS:
www.bund-niedersachsen.de/a20



Niedersachsen von Morgen

Vertreter*innen der Parteien erhielten symbolisch ein erstes Jahresticket für den ÖPNV  (DGB Niedersachsen / Martin Bender)

Der BUND und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) haben der Landespolitik ein Impulspapier überreicht, das beschreibt, wie Niedersachsen zum Vorreiter einer gelungenen sozial-ökologischen Transformation werden kann.

Unter dem Titel „Niedersachsen von Morgen: ökologisch, sozial, zukunftsfest“ machen BUND und DGB konkrete Vorschläge für acht zentrale Handlungsfelder für einen ökologischen, gerechten und erfolgreichen Wandel. Notwendig ist beispielsweise die Einführung einer Mobilitätsgarantie, verbunden mit einem landesweiten Jahresticket für alle Menschen zu bezahlbaren Preisen. Dafür müssen öffentliche Mobilitätsangebote massiv ausgebaut werden, sodass jeder Ort in Niedersachsen künftig im Stundentakt mit dem ÖPNV erreichbar ist.

Die Partner fordern ein ambitioniertes Maßnahmenpaket für Klima- und Umweltschutz in Niedersachsen. Nachhaltigkeit und Wertschöpfung müssen Hand in Hand gehen, damit Arbeitsplätze für die Zukunft gesichert bleiben. Dabei ist der Energie-, Ressourcen- und Flächenverbrauch deutlich zu reduzieren.



BUNDjugend

We want Moor!

 (BUNDjugend)

Wusstest du, dass trockengelegte Moore in Niedersachsen mindestens 11 % der klimaschädlichen Emissionen verursachen?

Dabei können intakte, das heißt nasse Moore, einen enormen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Obwohl weltweit nur 3 % der Landfläche mit Mooren bedeckt sind, speichern diese etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammengerechnet. Moorschutz ist also ein enorm wichtiger Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise – und nebenbei auch noch zentral für den Erhalt der Artenvielfalt. Doch sind in den letzten 20 Jahren weniger als 1 % der nicht unter Schutz stehenden Moorflächen wiedervernässt worden.

Nasser ist krasser!

Wir haben uns deshalb im Juli mit Gummistiefeln und Gießkannen ausgestattet und sind vor den niedersächsischen Landtag gezogen. Dort haben wir gemeinsam mit vielen anderen Gruppen symbolisch unsere Moore wiedervernässt und gefordert, dass endlich echte Maßnahmen für Moorschutz ergriffen werden. Auch praktisch waren wir in den letzten Monaten unterwegs und haben in der Region rund um Hannover mehrmals an Moorpflegeeinsätzen teilgenommen. Um das offene Ökosystem am Leben zu erhalten, werden bei der ‚Entkusselung‘ aufkommende Baum- und Strauchkeimlinge entnommen.

Torffrei glücklich

Ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Mooren wäre es auch, den Torfabbau zu stoppen. Im Gartenbau sowie in privaten Gärten und für Zimmerpflanzen wird torfhaltige Erde noch immer viel verwendet. Dabei geht es auch ohne! Vor einigen Wochen haben wir zum Beispiel gemeinsam Wurmkisten gebaut, mit denen man Bioabfälle direkt in der eigenen Wohnung in wertvollen Kompost verwandeln kann.

Wenn du das Thema genauso spannend findest, wie wir und über weitere Aktionen informiert werden möchtest, melde dich gerne bei unserer BUNDjugend-Koordinatorin Kira: info(at)bundjugend-niedersachsen.de


Kommt zum Aktivenwochenende!

Vom 21.-23. Oktober treffen wir uns wieder für unser alljährliches Aktivenwochenende.

In Workshops beschäftigen wir uns mit ökologischen und gesellschaftlichen Themen und lernen selbstbestimmt Neues. Wir nehmen uns viel Zeit zum Kennenlernen, planen das nächste Jahr und wählen einen neuen Landesvorstand. Und natürlich haben wir wieder viel Freiraum und Platz für spontane Ideen eingeplant.

Beim Aktivenwochenende treffen sich BUNDjugend-Aktive (14-27 Jahre) aus ganz Niedersachsen und es ist auch eine schöne Möglichkeit, um mal bei uns reinzuschnuppern.

Weitere Infos und Anmeldung: www.bundjugend-niedersachsen.de



Aktiv

BUND-Gruppe Osnabrück: Mit Herz und Hand

BUND-Aktive helfen beim jährlichen Apfelmosten.  (BUND Osnabrück)

Idyllisch gelegen hinter Stauden- und Kräuterbeeten lugt das begrünte Dach des Naturschutzzentrums Osnabrück hervor. Dort befindet sich seit 2004 das Büro der BUND-Kreisgruppe Osnabrück.

Von hier aus organisieren und koordinieren Josef Hugenberg als Vorsitzender und Matthias Beckwermert als Geschäftsführer die BUND-Aktivitäten im Landkreis. Das allein ist schon eine beachtliche Leistung, denn der Landkreis ist so groß wie das Bundesland Saarland. Tatkräftige Unterstützung erhalten sie dabei von zahlreichen Aktiven und engagierten Bundesfreiwilligen.

Ein Herzensanliegen ist dem BUND Osnabrück vor allem der Insektenschutz. Gemeinsam mit der Stadt Osnabrück, der Hochschule Osnabrück, dem Imker-Verein und den Stadtwerken engagiert sich die Kreisgruppe intensiv für den Schutz der Wildbienen. Ehrenamtliche bauen in der Werkstatt des Naturschutzzentrums Nisthilfen für Wildbienen, die bei Artenschutzmaßnahmen des lokalen Bienen-Bündnisses eingesetzt werden.

Der BUND führt zudem seit 2018 ein erfolgreiches Feldgrillen-Wiederansiedlungs-Projekt durch und kartiert Nachtfalter, Schmetterlinge und Heuschrecken unter anderem mit der Hochschule Osnabrück im Süden des Landkreises. Die Kreisgruppe bewirtschaftet hier seit Jahren 15 Hektar Grünland und zeigt mit Unterstützung ihrer kleinen Kamerunherde, dass eine Pflege mit extensiver Beweidung, insektenschonender Mahd und eigener Heuernte funktioniert. „Uns ist wichtig, dass diese wertvollen Flächen langfristig gesichert werden“, sagt Matthias Beckwermert. „Naturschutz-Projekte dieser Art sind zwar aufwendig, sie dienen jedoch dem besseren Verständnis und der gesellschaftlichen Anerkennung von Pflegemaßnahmen. Auch bieten sie die Möglichkeit, neue Pflegekonzepte auszuprobieren und artenreiches Kulturland zu bewahren.“

Diesem Ansatz folgend, betreut der BUND Osnabrück mit über 20 Ehrenamtlichen auch den Naturgarten am Gertrudenberg. Bereits seit der Schenkung des Gartens 1988 machen verwilderte, extensiv und intensiv gepflegte Bereiche alle Facetten der Natur erlebbar.

Tradition hat die große Apfelmost-Aktion im Herbst, bei der Streuobstwiesen-Besitzer*innen aus dem Landkreis jährlich mehrere Tonnen Äpfel zur Verfügung stellen. Aktive gewinnen daraus bis zu 700 Kisten mit Apfelsaft. „Dank treuer Abnehmer*innen ist der Vorrat manchmal bereits innerhalb eines Tages ausverkauft“, erzählt Josef Hugenberg stolz. Den Gewinn aus dem Apfelsaft-Verkauf investiert die BUND-Gruppe in weitere Streuobstwiesen-Projekte.

In den 1970er-Jahren gegründet, ist die Kreisgruppe eine der ältesten in Niedersachsen. Seither steht sie Bürger*innen für Natur- und Umweltfragen beratend zur Seite. Auch konnte in dieser Zeit ein umfangreiches Netzwerk mit Politik, Stadt, Hochschule, Universität und anderen Umweltverbänden aufgebaut werden. Mit dem Nabu teilt sich die Kreisgruppe das Naturschutzzentrum. Zum Jahresende steht hier ein Umzug ins Haus. Derzeit sucht der BUND Osnabrück nach neuen Büroräumen, um sich auch weiterhin tatkräftig und mit Leidenschaft für den Natur- und Umweltschutz vor Ort einzusetzen. es

Mitmachen

Möchten Sie den BUND bei Pflanzmaßnahmen oder Aktionen im Landkreis Osnabrück unterstützen? Melden Sie sich gerne bei uns.

www.BUND-Osnabrueck.de

Wechsel an der Spitze

Ende Juni fand in Hannover die Jahresvertreter*innenversammlung (JVV) des BUND Niedersachsen statt. Erstmalig in seiner Geschichte führt der BUND ein bezahltes Wahlamt für den Vorsitz ein.

Mit sehr großer Mehrheit wählten die Delegierten die bisherige Landesgeschäftsführerin Susanne Gerstner zur neuen Landesvorsitzenden. Die 54-jährige Diplom-Ingenieurin Landespflege ist seit 17 Jahren für den BUND hauptamtlich aktiv. Sie folgt auf Heiner Baumgarten, der aufgrund seiner herausragenden Verdienste für den BUND zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Stellvertreter von Susanne Gerstner sind Prof. Dr. Michael Rode (64) und Lukas Held (24). Neu im Vorstand ist Carina Bach von der Kreisgruppe Region Hannover.

Verliehen wurden im Rahmen der JVV erstmals Kreativpreise, um besonders innovative Projekte aus den BUND-Gruppen zu würdigen. Der 1. Platz ging an den BUND Ammerland für das Projekt „Ammerländer Klimamarkt“. Die Veranstaltungsreihe ist ein hervorragendes Beispiel, wie wissenschaftliches Klimawissen in lokales Handeln überführt werden kann. Den zweiten Platz belegten gleichzeitig der BUND Cuxhaven mit seinem Projekt „Auf eine blühende Nachbarschaft“ zur naturnahen Gestaltung von Gärten und die BUNDjugend-Gruppe Hannover mit ihrer Protest-Badeaktion zur Verkehrswende im Januar 2022.



Kunstprojekt zum Schutze des Ozeans

We are Ocean. Wadden Sea 2022  (Robert Geipel für Artport_making waves)

Kurz vor den Sommerferien haben sich 32 Schüler*innen der Oberschule Dorum gemeinsam mit Mitarbeiter*innen des BUND-Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste mit dem UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer befasst.

Die Jugendlichen lernten die Lebensweise der Nordseegarnele kennen und erfuhren, wie sich die Krabbenfischerei in den letzten Jahrzehnten verändert hat. In einem mehrtägigen Workshop flochten sie unter Anleitung der Künstlerin Insa Winkler traditionelle Weidenreusen, die früher für den Fang der Krabben genutzt wurden. Anschließend präsentierten sie diese im Rahmen einer großen Kunstperformance im Wurster Watt.

Das Schulprojekt war Teil von WE ARE OCEAN Wadden Sea, einer interaktiven Reise durch den Naturraum und die Kulturgüter des Wattenmeeres. Im November werden die Jugendlichen bei der 14. Trilateralen Regierungskonferenz in Wilhelmshaven ihre Erfahrungen teilen.



Wir suchen Unterstützung!

Der Erhalt und die Wiederherstellung naturnaher Flüsse und Auen ist dem BUND Niedersachsen ein besonderes Anliegen. Für die Landesgeschäftsstelle in Hannover sucht der BUND zum 1. Oktober eine*n Gewässerreferent*in und Projektleitung in Vollzeit. Zu den Aufgaben gehören die Gesamtleitung und -koordination verschiedener Projekte sowie die Begleitung von Verfahren im Gewässerschutz und das Verfassen von Stellungnahmen.

Zum gleichen Zeitpunkt wird ein*e Projektkoordinator*in im Bereich Gewässerschutz und Kommunikation gesucht. Die Stelle umfasst 35 Stunden/Woche und ist zunächst auf 1 Jahr befristet. Der Schwerpunkt liegt auf organisatorischen, koordinierenden und kommunikativen Tätigkeiten.

JETZT BEWERBEN!
www.bund-niedersachsen.de/jobs



Mitmachen

Umwelttalk

Im Oktober ist Landtagswahl in Niedersachsen. Der BUND Niedersachsen hat die Parteispitzen von SPD, CDU, GRÜNE und FDP zu einem Umwelttalk eingeladen: Am 24. August diskutieren wir mit Olaf Lies (SPD), Dr. Bernd Althusmann (CDU), Christian Meyer (GRÜNE) und Dr. Stefan Birkner (FDP) über Klimaschutz, Mobilitätswende, Atomausstieg, Artensterben und viele weitere Themen.

Wir wollen wissen, wie die Parteien in der nächsten Legislaturperiode den Klimaschutz und den Erhalt der Biologischen Vielfalt voranbringen wollen. Denn die kommenden 5 Jahre sind entscheidend. Die neue Landesregierung muss sich dieser Aufgabe stellen, sie mit höchster Priorität verfolgen und Verantwortung für nachfolgende Generationen übernehmen.

Haben Sie auch Fragen an die Parteispitzen?

Dann melden Sie sich an!
Mi., 24. August 2022, 18:30 - 20 Uhr
Jugendkirche, An der Lutherkirche, 30167 Hannover
oder ONLINE

Anmeldung bis zum 21. August unter:
www.bund-niedersachsen.de/umwelttalk



Visionen von Morgen

Wir fordern eine intakte Umwelt und mehr Klimaschutz auch für künftige Generationen!

Welche Visionen und Ideen haben Sie für ein nachhaltigeres, klimafreundlicheres und gerechteres Niedersachsen? Zeichnen Sie Ihre Zukunftsbilder digital oder mit Stift und Papier und schicken Sie uns diese bis zum 31. August als Datei, Scan oder per Post.

MEHR INFOS
www.bund-niedersachsen.de/visionen-fuer-morgen


Termine

20.08. und 17.09.: Wo leben die Gartenschläfer - naturkundliche Führung im Nordharz
Wolfshagen

26.08.: Streuobst-Pädagogik-Forum
Dissen

11.09.: Was krabbelt denn da? – Ameisenseminar
Schneverdingen

Mehr Infos und weitere Termine:

www.bund-niedersachsen.de/termine



IMPRESSUM

Herausgeber:

BUND Landesverband Niedersachsen e.V., Goebenstraße 3a, 30161 Hannover, Tel.: (0511) 965 69 - 0, Fax: (0511) 66 25 36, bund.nds(at)bund.net, www.bund-niedersachsen.de

Redaktion:

Elisabeth Schwarz (es)
Tel.: (0511) 965 69 32, Redaktion(at)nds.bund.net

Die nächste Ausgabe erscheint Mitte November 2022.

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IBAN: DE76 2512 0510 0008 4984 04
BIC: BFSWDE33HAN

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