BUND-Northeim: Wir dürfen nicht lockerlassen! - BUNDjugend gewinnt Kreativpreis - Im Dialog mit Wildtiermanagement - Insektengift nachgewiesen

BUNDmagazin 3/2023 - Aktiv

BUND Northeim: Wir dürfen nicht lockerlassen!

Mit regelmäßigen Exkursionen möchten die Aktiven Interessierte für den Natur- und Umweltschutz begeistern.  (Rainer Lutter)

Ob zum Bau von Vogelhäuschen, zum Pressen von frischem Obstsaft oder zum Zeltwochenende in der Natur – seit 2018 laden die Aktiven der Kreisgruppe Northeim immer am letzten Samstag im Monat Kinder zwischen acht und zwölf Jahren ein, gemeinsam die Natur kennenzulernen und mehr über den Natur- und Umweltschutz zu erfahren.

Meist kommen zwischen 10 und 15 Kinder zu den Terminen. „Alle sind begeistert von der Natur und was mit natürlichen Werkstoffen alles hergestellt werden kann, sodass sie beim nächsten Mal oft noch Freunde mitbringen“, freut sich Manfred Kraus-Schelle. Er ist einer von fünf Personen, die sich in der Kreisgruppe Northeim um die NaturKids kümmern. 

Generell legen die Northeimer Aktiven viel Wert auf Nachwuchsarbeit und Umweltbildung. Auf den über 26 Hektar großen eigenen oder gepachteten Flächen wird aktiver Naturschutz betrieben. Einige der Flächen werden der natürlichen Sukzession überlassen, auf anderen pflanzt die BUND-Gruppe Streuobstwiesen und legt Wildblumenwiesen an. Dabei liegt der Streuobstwiesenschutz den Northeimer Naturschützer*innen besonders am Herzen. Sowohl im Naturerlebnis Katlenburg als auch auf der Streuobstwiese am Bartshäuser Turm in Einbeck laden sie regelmäßig zu Pflege- und Pflanzmaßnahmen ein. Wichtig ist den Akteur*innen auch, andere Verbände und Initiativen in der Region ebenso wie Kommunen in ihre Arbeit einzubeziehen. Sie wollen Orte der Begegnung schaffen und veranstalten beispielsweise gemeinsam mit der örtlichen Kirchgemeinde auf der Einbecker Fläche seit 2021 immer am Reformationstag Andachten an der Luther-Eiche.

Die BUND-Kreisgruppe Northeim hat eine lange Tradition. Bereits seit Ende der 1960er Jahre sind ihre Mitglieder in der Region aktiv. Um die Jahrtausendwende wurde es dann ruhiger um die Naturschützer*innen in Northeim. Ab 2007 haben Jürgen Beisiegel, seitdem Mitglied im Vorstand, und einige Mitstreiter*innen begonnen, sich wieder aktiver für die Belange des Natur- und Umweltschutzes einzusetzen. Inzwischen engagieren sich neben dem fünfköpfigen Vorstand weitere 15 Aktive im Landkreis. „Wir versuchen mit vielfältigen Aktivitäten auch Menschen zu erreichen, die bisher nur wenig mit Naturschutz in Berührung gekommen sind“, erklärt Beisiegel. Daher laden sie monatlich zu verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen wie Fledermaus- und Waldführungen ebenso wie Wiesen- und Pilzexkursionen ein, im Winter finden Vorträge statt. 

In Stellungnahmen und offenen Briefen weist die BUND-Gruppe regelmäßig auf Missstände im Natur- und Umweltschutz hin. „Nur wenn wir nicht lockerlassen, können wir etwas bewegen“, lautet das Credo von Jürgen Beisiegel. Kritisch diskutiert werden Fragen des Waldmanagements und der Landwirtschaft sowie Eingriffe in Natur und Landschaft. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde wird das gemeinsam erstellte Wildkatzenwege-Konzept Eingang in das Regionale Raumordnungsprogramm finden und am Krummen Wasser können durch die Initiative von Mitglied Gert Habermann umfassende Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Kleine Erfolge mit großer Wirkung! es



BUNDjugend gewinnt Kreativpreis

 (BUNDjugend)

Zum zweiten Mal hat der BUND Niedersachsen im Rahmen der Jahresvertreter*innenversammlung in Nienburg den Kreativpreis verliehen.

Ausgezeichnet wurden Aktivitäten der niedersächsischen BUND-Gruppen mit besonders innovativem Ansatz. Den ersten Platz erhielt das Projekt „Moorwochenende im Emsland“ der BUNDjugend Niedersachsen, das praktischen Moor- und Klimaschutz mit attraktiven Vernetzungsmöglichkeiten für junge Aktive kombiniert. Gleichzeitig hatte es nachhaltige Wirkung, denn viele Teilnehmende engagieren sich seitdem regelmäßig in ihrer jeweiligen Ortsgruppe. Den zweiten Platz teilen sich die Gruppen Friesland und Hildesheim mit einer kreativen Informationsveranstaltung zum Windenergieausbau und dem Projekt „Umwelt-Lesekreis“, das Umwelt- und Naturschutz aus möglichst vielen Perspektiven und in globalen Zusammenhängen thematisiert.



Im Dialog zum Wildtiermanagement

 (pixabay)

Der BUND engagiert sich in Dialogforen zum Wolf und zum Biber aktiv für ein naturverträgliches Wildtiermanagement.

Gemeinsam mit der niedersächsischen Landesregierung sowie Vertreter*innen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft, kommunalen Behörden und anderen Organisationen und Verbänden diskutiert der BUND Lösungen auf Landesebene für ein konfliktarmes Miteinander von Mensch und Tier. Ziel ist ein regelmäßiger Austausch zwischen allen Interessengruppen und die Ausarbeitung konkreter Konzepte zum Thema Weidetierhaltung, Herdenschutz und Wolfsmanagement sowie die Erarbeitung eines Niedersächsischen Bibermanagementplans und dem rechtssicheren Umgang mit der geschützten Art in der Fläche.



Insektengifte nachgewiesen

Der BUND Region Hannover hat nachgewiesen, dass fast 100 Prozent der als „bienenfreundlich“ deklarierten Pflanzen im Handel Pestizidrückstände beinhalten.

Insgesamt wurden 38 Pestizide gefunden, die nicht nur hoch gefährlich für bestäubende Insekten, sondern auch für die menschliche Gesundheit sind. Knapp zwei Drittel der untersuchten Pflanzen enthielten schädliche Wirkstoffe, die Summe der Substanzen lag bei 6,5 pro Pflanze. Es wurden auch Pestizide nachgewiesen, die keine EU-Zulassung mehr haben und damit gar nicht im Handel hätten sein dürfen. Untersucht wurden unter anderem auch Klassiker unter den Gartenpflanzen wie Lavendel, Goldmarie, Gänsekresse, Akelei und Phlox.

Weitere Informationen: www.bund-region-hannover.de 

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