BUND Landesverband Niedersachsen

Aus für die Elbfähre? - BUND sieht klimafreundliche Mobilitätsprojekte durch den Bau der A20 gefährdet

19. August 2021 | Mobilität

Fähre. (bocux / Pixabay.com / Pixabay-Lizenz)

Ein wichtiger Weg hin zu mehr Klima- und Naturschutz ist eine nachhaltige Verkehrswende und die Realisierung von klimafreundlicheren Verkehrsprojekten. Der BUND Niedersachsen befürchtet allerdings, dass durch den Bau der A20 eben diese Maßnahmen, die für die Verkehrswende erforderlich wären, verhindert werden. Zu diesen Projekten gehört auch die Erhaltung und Modernisierung der Elbfähre Wischhafen-Glückstadt.

„Würden die für den A20-Bau erforderlichen sieben Milliarden klimafreundlich z. B. in die Elektrifizierung der Bahnstrecke Stade-Cuxhaven oder die Modernisierung der Bahnhöfe sowie die Reaktivierung der Bahnstrecken im Elbe-Weser-Raum für den Personenverkehr eingesetzt, wäre viel für den Klimaschutz und die Lebensqualität getan“, so Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender des BUND Niedersachsen.

Besonders schwerwiegende Auswirkungen hätte nach Ansicht des BUND der Bau des A20-Tunnels bei Drochtersen, der die Existenz der Elbfähre bei Wischhafen unmittelbar gefährden würde. Die Fähre ist die einzige Möglichkeit, für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen die Elbe zu queren und somit von zentraler Bedeutung für eine nachhaltige Mobilität in der Region. Auch spielt sie eine wichtige Rolle für den Tourismus und die regionale Wirtschaft, da sie für zahlreiche Arbeitsplätze unmittelbar bei der Fährgesellschaft und mittelbar im Hotel- und Gastronomiebereich sorgt, betont der BUND. „Für viele Tourist*innen ist die Fähre eine Attraktion auf ihrem Weg an die schleswig-holsteinischen Küsten und Inseln oder nach Dänemark, für viele LKW-Fahrer eine willkommene Rast auf dem Schiff“, so Baumgarten weiter. „Umwelt- und klimapolitisch vernünftig wäre eine Modernisierung dieser Fährverbindung. Konzepte dafür sind von der Fährgesellschaft bereits entwickelt, werden bislang aber von der Politik ignoriert“, sagt Baumgarten und fordert alle Bundestagskandidat*innen der Region auf, sich über das Potenzial der Fähre zu informieren und sich für die Erhaltung und Modernisierung einzusetzen.

Die Autobahn A20 führt direkt durch wertvolle Moorgebiete und Marschböden. Die Zerstörung der Gebiete durch den Bau und den Betrieb der Autobahn setzt zusätzlich CO2 frei. Zudem hat auch der weiter steigende Individualverkehr induzierende Wirkung mit höheren CO2-Emissionen.

Weitere Informationen: www.bund-niedersachsen.de/mobilitaet

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