Grundschleppnetzfischerei raus aus Meeresschutzgebieten! Brief von mehr als 200 Wissenschaftler*innen an den EU-Comissioner

29. September 2022 | Artenschutz (NI), Lebensräume, Meere, Umweltpolitik (NI)

In 59% der europäischen Meeresschutzgebiete wird regelmäßig der Meeresboden zerstört. Es ist ein Skandal, dass Fischereimethoden wie die Grundschleppnetzfischerei selbst in Schutzgebieten noch nicht verboten sind.

Über 200 Wissenschaftler*innen stimmen uns zu: Angeführt von Enric Sala (National Geographic natgeopristineseas) richten sie sich jetzt mit einem Brief an den EU-Kommissar und fordern endlich ein klares Verbot. Nur so können sich die geschwächten Ökosysteme und Fischbestände erholen. Das, was die Grundschleppnetzfischerei mit den Meeren anrichtet, sei vergleichbar mit einem Kahlschlag im Wald.

Auch für das Klima ist nicht nur der hohe Benzinverbrauch der Schiffe ein Problem. Beim Schleifen der langen Fischernetze über den Meeresboden werden zusätzlich große Mengen C02 freigesetzt, die dort eigentlich über Jahre gespeichert werden sollten. Außerdem tötet diese Fangmethode sowohl Millionen kleiner Organismen als auch größerer Tiere, die als Beifang sinnlos sterben.

Wie kann die Politik ernsthaft von Schutzgebieten reden, wenn Fischerei, Schiffsverkehr, Rohstoffabbau, Offshore-Windkraftanlagen, Militär & Co. hier weiter ihr Unwesen treiben dürfen? Meereslebewesen sind dringender denn je auf Ruheoasen angewiesen und die EU ist verpflichtet, ihre bedeutsamen Lebensräume wie Riffe und Sandbänke zu schützen.

Deshalb fordern auch wir von der EU: Verbietet endlich die Grundschleppnetzfischerei und schützt die Meeresschutzgebiete! Mehr..

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