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Wo lebt die Wildkatze in der Lüneburger Heide? BUND und NLWKN starten standardisierte Erfassung mit Lockstöcken

02. Februar 2017 | Artenschutz (NI), Wildkatze

Beobachtungen von Naturschützern im vergangenen Jahr geben Hinweise darauf, dass die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) in der Lüneburger Heide wieder beheimatet ist.

Wildkatze. Foto: Thomas Stephan Wildkatze. Foto: Thomas Stephan

Beobachtungen von Naturschützern im vergangenen Jahr geben Hinweise darauf, dass die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) in der Lüneburger Heide wieder beheimatet ist. Der BUND Niedersachsen begibt sich nun auf die Spur der scheuen Katze. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und unterstützt durch die Niedersächsischen Landesforsten sowie verschiedene Naturschutzverbände erfasst der BUND ab Ende Januar deren vermutliche Vorkommen in der Lüneburger Heide mit einer bundesweit einheitlichen Methode, der so genannten Lockstock-Untersuchung. „Wir können damit nicht nur einen klaren Nachweis der Art für  diese Region erhalten, sondern gewinnen auch wertvolle Informationen über Verbreitung, Teilbestände und Wanderverhalten der Wildkatze in Niedersachsen“, sagt Andrea Krug, Projektverantwortliche beim BUND Niedersachsen. „Daraus können wir Maßnahmen zum Schutz der Wildkatze und anderer Waldarten ableiten.“

„Bei der diesjährigen Kartierung wird erstmalig großflächig die Lüneburger Heide untersucht. Weitere Lockstöcke sollen in den angrenzenden Landkreisen Nienburg und Gifhorn aufgestellt werden“, erläutert Dr. Andreas Jacob, im NLWKN zuständig für die Wildkatze. Die Lockstöcke befinden sich überwiegend auf Waldflächen der Landesforsten. „Der niedersächsische Landeswald bietet mit seinen naturnahen Waldstrukturen ideale Lebensbedingungen für die seltene Wildkatze. Bereits in Südniedersachsen konnte sie flächendeckend in den Landesforsten nachgewiesen werden. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse aus der Heide“, unterstreicht Dr. Marc Overbeck, Leiter Waldnaturschutz in den Niedersächsischen Landesforsten.

Bei der Erfassung im Gelände suchen Förster und Ehrenamtliche über zwei Monate einmal wöchentlich die 330 Lockstöcke auf Wildkatzenhaare ab, die zuvor mit Baldrian besprüht wurden. Dieser Duftstoff zieht umherstreifende Katzen an. Die Wildkatzen reiben sich an dem rauen Holz und hinterlassen daran ihre Haare. Die Haarproben werden anschließend am Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen genetisch analysiert und die Daten in eine bundesweite Gendatenbank eingespeist. Dabei können sogar einzelne Individuen identifiziert werden.

 

HINTERGRUND:
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris)
Die einst in fast allen Wäldern Deutschlands heimische Mäusejägerin steht seit vielen Jahren auf der Roten Liste der bedrohten Arten. In weiten Teilen Deutschlands war sie bereits ausgestorben. Die letzten Wildkatzen lebten in meist isolierten Waldgebieten. Mittlerweile erholen sich die (Rest-)Populationen. Doch noch immer sind viele der Lebensräume zu klein, so dass die Wildkatzen dort nicht dauerhaft überleben können. Viele Katzen werden zudem Opfer des Straßenverkehrs.

Das BUND-Projekt
Der BUND erforscht bereits seit Jahren die Lebensweise und Verbreitung der seltenen Art in seinem „Rettungsnetz Wildkatze“. Übergreifendes Ziel dieses länderübergreifenden Projekts ist ein Verbund aus Wäldern durch grüne Korridore aus Sträuchern und Bäumen. Diese Biotopvernetzung hilft nicht nur der Wildkatze, sondern auch vielen anderen Arten des Ökosystems Wald.

Rückfragen zum Thema an:
Andrea Krug
Projektleitung Rettungsnetz Wildkatze
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 39
andrea.krug(at)nds.bund.net

Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 31
presse(at)nds.bund.net 

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