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BUND Landesverband Niedersachsen

BUND Niedersachsen fordert: Gülleimporte stoppen - Minister Meyer soll sich dafür bei Gesprächen in Berlin einsetzen

16. Januar 2014 | Landwirtschaft, Umweltpolitik, Wasser, Flüsse, Meere

Am Samstag (18. Januar) soll sich der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer mit Vertretern aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden zu agrarpolitischen Gesprächen in Berlin treffen. Zeitgleich findet die Großdemonstration „Wir haben Agrarindustrie satt!“ in der Hauptstadt statt, zu der u.a. der BUND aufruft.

In Meyers Gesprächsrunde soll es auch um die Gülle- und Hühnertrockenkot-Importe aus den Niederlanden gehen. Laut dem letzten niedersächsischen Nährstoffbericht, der im Oktober erschienen ist, gelangen pro Jahr knapp 100.000 Tonnen Wirtschaftsdünger nach Niedersachsen (ca. 1,7 Millionen Tonnen gelangen insgesamt nach Deutschland). Da in Niedersachsen schon seit Jahren ein Nährstoffüberschuss besteht, die Böden in weiten Teilen längst überdüngt sind und zu viel Nitrat im Grundwasser enthalten ist, fordert Tilman Uhlenhaut, Landwirtschaftsreferent des BUND Niedersachsen und Mitkoordinator des „Agrarbündnis Niedersachsen“ den niedersächsischen Minister auf: „Sämtliche Gülleimporte nach Niedersachsen müssen gestoppt werden. Zusätzlich importierte Nährstoffe dürfen nicht auch noch auf niedersächsische Äcker gelangen.“ Jedes Land, jede Region müsse seine Nährstoffüberschüsse selbst vor Ort zurückführen. Es sei keine Lösung, die Gülle per Lastwagen oder per Schiff anderswo zu entsorgen.

Der BUND kritisiert das System der industriellen Massentierhaltung, wie es in den Regionen Vechta, Cloppenburg, Emsland, dem Münsterland in Nordrhein-Westfalen sowie in den Niederlanden vorherrscht. Dabei werden vornehmlich Futtermittel billig auf dem Weltmarkt (v.a. in Süd- und Nordamerika) eingekauft, um hier die Futtertröge für immer größere Tierbestände zu füllen, um möglichst billig Massen von Fleisch zu produzieren, die dann wieder billig auf dem Weltmarkt angeboten werden. Immer mehr Fäkalien der Tiere müssen über weite Strecken transportiert werden, weil die eigenen Böden in den Erzeugerbetrieben für die Aufnahme von Gülle und Hühnertrockenkot nicht mehr ausreichen.

Wie in Niedersachsen so sind laut EU (Bericht Umsetzung der Nitratrichtlinie 2013) auch in den Niederlanden die Tierbestände in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen, vor allem bei Schweinen und Geflügel. „Die Zunahmen auf einem schon sehr hohen Niveau halten die Böden und das darunter liegende Grundwasser weder in den Niederlanden noch in den Intensivregionen Niedersachsens aus, wohin viele Überschüsse aus den Niederlanden geschafft werden. Jeder zusätzliche Eintrag belastet unser wichtigstes Lebensmittel, das Wasser“, sagt Uhlenhaut. Weitere Folgen, wie der Transport von Krankheitskeimen, Schadstoffen und Medikamentenrückständen in Gülle und Hühnertrockenkot würden unzureichend überwacht und würden weitere Gefahren bergen.

Quellen:

  • Misttourismus – Holländer exportieren mehr Gülle und Mist nach Deutschland www.schweizerbauer.ch, 17.3.2013


Rückfragen zum Thema an:

Tilman Uhlenhaut
Landwirtschaftsreferent
BUND Landesverband Niedersachsen
E-Mail: tilman.uhlenhaut(at)nds.bund.net

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