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Die Vielfalt erwandern - Bundesweiter Wandertag zur biologischen Vielfalt

16. Mai 2013 | Wildkatze (NI)

Bad Harzburg: Frühlingszeit ist Wanderzeit – noch bis zum 21. Juni findet bundesweit die Wanderaktion zur biologischen Vielfalt statt, zu der das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz aufgerufen haben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt diese Aktion und ruft dazu auf, sich jetzt auf die Spur der Natur und ihrer Vielfalt zu begeben. Das besondere Interesse der Naturschützer gilt dabei der scheuen Wildkatze. In Deutschland leben nur noch ca. 5000 bis 7000 Tiere dieser Art.

Wer im Harz eine Wildkatze beobachten kann, hat sehr großes Glück. „Wir schätzen, dass wieder etwa 400 Tiere im Harz leben“, so Charlotte Dietrich, Wildkatzenexpertin vom BUND Niedersachsen. Wildkatzen sehen den nah verwandten Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich.

Die Tiere zeichnen sich durch ein gelblich-verwaschenes Fell mit typischen schwarzen Streifen und geringeltem Schwanz aus. Im Wald trifft man selten auf die scheuen Jäger. Die Jungtiere dagegen werden leider immer wieder von Spaziergängern mitgenommen, die sie für verlassene Hauskätzchen halten. Dietrich: „Kleine Wildkätzchen können von März bis September zur Welt kommen, meist im April. Sie sind manchmal allein ohne ihre Mutter zu sehen. Am besten lässt man sie einfach in Ruhe. In aller Regel sind sie gut von ihrer Mutter versorgt – sobald die Zweibeiner wieder außer Sicht sind.“

Wer mehr über die Wildkatze erfahren will, kann das WILDKATZEN-Walderlebnis des BUND bei Bad Harzburg besuchen. Dabei handelt es sich um einen familienfreundlichen, 10 Kilometer langen Rundwanderweg mit insgesamt 10 Informations- und Erlebnisstationen. An den Stationen gibt es Informationen rund um die scheuen Jäger und den Lebensraum Wald. So können die Kinder zum Beispiel an einer „sprechenden Bushaltestelle“ auf den Bus für Tiere warten oder über einen Handy-Audio-Guide spannenden Geschichten lauschen.

Auf der Rundwanderung können natürlich auch häufigere Arten wie Rehe oder Eichhörnchen beobachtet werden. „Gerade die Vielfalt in den Wäldern macht bei einem Familienausflug viel Freude“, so Charlotte Dietrich. „In erster Linie geht es ja beim Wandern darum, den Lebensraum und Erholungsort Wald zu erleben. Im Gegensatz zu wirtschaftlich geprägten Forsten sind naturnahe Wälder Lebensraum für eine atemberaubende Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Deshalb setzt sich der BUND auch für deren Erhalt ein.“

 

Hintergrund: Wildkatze als Symbol für biologische Vielfalt

Wildkatzen sind ein besonderes Symbol für die biologische Vielfalt, da sie hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellen. Weite zusammenhängende Waldgebiete, nicht zerschnitten durch Landwirtschaft oder Straßen, sind ihr perfektes Zuhause. Und dort wo die Wildkatzen sich wohl fühlen, sind auch viele weitere geschützte Arten wie Dachs oder Haselmaus heimisch. Aus diesem Grund engagiert sich der BUND Niedersachsen im Rahmen des Projekts „Wildkatzensprung“ gemeinsam mit neun weiteren Bundesländern für die Wiedervernetzung von Wäldern.

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz verbindet der BUND dabei Wälder durch Korridore aus Bäumen und Büschen, um den seltenen Tieren Zugang zu neuen Lebensräumen zu ermöglichen. Damit setzt der BUND jetzt schon um, was die EU gerade beschlossen hat.

Am 6. Mai kündigte die Europäische Kommission an, die grüne Infrastruktur – also die Vernetzung von Naturgebieten und Grünflächen im städtischen und ländlichen Raum – in vielen Politikbereichen stärker zu fördern. Die Natur, ihre Vielfalt und ihr Wert sollen damit eine stärkere Rolle in politischen Entscheidungen finden. Der BUND ist hier bereits seit mehr als 20 Jahren aktiv. Weitere Informationen unter www.bund.net/wildkatzen. 

 

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