Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Niedersachsen

Niedersachsen muss Tierbestände abbauen! - Der heute vorgestellte Fleischatlas 2018 zeigt, was sich ändern muss

10. Januar 2018 | Landwirtschaft, Massentierhaltung, Mitmachen

BUND, Heinrich-Böll-Stiftung und Le Monde stellen heute in Berlin den Fleischatlas 2018 vor. Er zeigt neben den drängendsten Problemen der industriellen Tierhaltung nachhaltige Lösungswege für eine bessere Tierhaltung und belegt einmal mehr, dass auf die neue niedersächsische Landesregierung besondere Aufgaben zukommen. Denn wo besonders viele Tiere gehalten werden, sind die Grenzen der Umweltbelastung seit Langem erreicht: Deutsche Spitzenreiter sind die niedersächsischen Landkreise Vechta mit 3,64 Großvieheinheiten pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche (GVE/ha), gefolgt von Cloppenburg (3,05) und Grafschaft Bentheim (2,55).

Der BUND fordert eine flächengebundene Tierhaltung, bei der auf einer bestimmten Fläche nur so viele Tiere gehalten werden, wie ökologisch gerade noch verträglich ist. Orientiert man sich an der EU-Verordnung zum Ökologischen Landbau, liegt diese Obergrenze bei 2 Großvieheinheiten pro Hektar. Viele Landkreise in Niedersachsen überschreiten diesen Wert seit Jahrzehnten – mit verheerenden Folgen für Natur und Gesundheit. „Um Boden, Wasser, Luft und Artenvielfalt zu schonen, müssen vor allem im niedersächsischen Weser-Ems-Raum massiv Tierbestände abgebaut werden“, sagt Tilman Uhlenhaut, BUND-Agrarexperte. „In der Region müssen zukünftig über 335.000 Stallplätze für Rindvieh reduziert werden oder entsprechend 1,5 Millionen Mastschweine oder 110 Millionen Masthühner weniger gehalten werden!“

Als Zentrum der deutschen agrarindustriellen Intensivtierhaltung trägt Niedersachsen im Bundesvergleich die größte Verantwortung. „Daher fordern wir von der Landesregierung ein Konzept für den Abbau der Tierbestände als wichtigen Bestandteil einer deutschen Nutztierstrategie“, so Uhlenhaut. „Mit einer Verteilung der Gülle in anderen Regionen und Sondergenehmigungen, wenn die Güllefässer drohen überzulaufen, werden die Probleme der Intensivtierhaltung im Weser-Ems-Raum nicht gelöst.“

Weitere Informationen und Grafiken zur Fleischatlas 2018 finden Sie im Netz unter www.bund.net/fleischatlas .

Eine Info-Grafik zum Tierbestand in Niedersachsen und Deutschland ist dieser Pressemitteilung beigefügt.

HINTERGRUND:
Der „Fleischatlas 2018 – Rezepte für eine bessere Tierhaltung“ thematisiert unter anderem Steuer(ungs)-Instrumente und Finanzierungsstrategien für geringere Gülle- und Schadstoffbelastungen des Grundwassers und zur Reduzierung des Flächenverbrauchs sowie innovative Tierhaltungs- und Vermarktungsideen im Interesse von bäuerlichen Betrieben und Verbrauchern gleichermaßen. Er wird von der Heinrich-Böll-Stiftung, Le Monde Diplomatique und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlicht.

Rückfragen zum Thema an:
Tilman Uhlenhaut
Stellv. Geschäftsführer und Agrarreferent
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 13
tilman.uhlenhaut(at)nds.bund.net

Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 31
tonja.mannstedt(at)nds.bund.net

Pressemitteilung zum Download (PDF-Format)

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb