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Scharhörn ist vorerst gestoppt! Aktionsbündnis „Lebendige Tideelbe“ fordert grundsätzliches Umdenken beim Sedimentmanagement

18. März 2022 | Lebensräume, Meere

Die im Aktionsbündnis „Lebendige Tideelbe“ zusammengeschlossenen Umweltverbände BUND, NABU und WWF begrüßen die Entscheidung der HPA, auf die Verklappung von belasteten Hafensedimenten bei der Vogelschutzinsel Scharhörn am Rande des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer zu verzichten. Die Warnungen der Umweltverbände, die öffentliche Kritik sowie der politische Druck von Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf den Senat waren offensichtlich so stark, dass die HPA die Kehrtwende einläuten muss. Die Umweltverbände hatten von Beginn der Planung an auf die negativen ökologischen Folgen der Verbringung auf Meeressäuger, Vögel sowie weitere Tiere und Pflanzen im Wattbereich hingewiesen. Insofern habe es sich gelohnt, hinsichtlich der Betroffenheit des UNESCO Weltnaturerbes Wattenmeer gegenüber der Hamburger Wirtschaftsbehörde und Hamburg Port Authority eine dicke „rote Linie“ zu ziehen.

„Wir sind froh, dass das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer von den mit Schadstoffen belasteten Sedimenten vorerst verschont bleiben wird. Die Verklappung an der Verbringstelle Neuer Lüchtergrund, die bislang nur von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSA) bedient wird, ist jedoch ökologisch ebenfalls problematisch und rechtlich fragwürdig. Es ist jetzt endlich an der Zeit, dass die Bundesländer föderale Egoismen aufgeben, die auf Kosten von Natur und Umwelt und zu Lasten des Steuerzahlers gehen. Die Bundesländer müssen endlich ein gemeinsames und mit dem Bund abgestimmtes Sedimentmanagementkonzept auf den Weg bringen, das vor allem ein Ziel verfolgen muss: weniger Sedimente zu baggern und zu verklappen. Sollen die Sedimentmengen wirklich wirkungsvoll reduziert werden, müssen die drei Seehäfen von Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven ernsthaft kooperieren“, so die Umweltverbände BUND, NABU und WWF.

Die Verklappung von 350.000 Tonnen belastetem Hafenschlick am westlich von Scharhörn gelegenen Neuen Lüchtergrund ist ökologisch alles andere als unbedenklich. Das Gebiet ist zwar deutlich weiter von den extrem sensiblen Bereichen rund um Vogelschutzinsel Scharhörn entfernt. Unklar bleibt aber gegenwärtig jedoch, unter welchen formalen, rechtlichen und ökologischen Voraussetzungen Hamburger Hafenschlick jetzt so spontan bei der Verklappungsstelle des Bundes verbracht werden kann. Die extreme Belastung der Sedimente durch Schwermetalle und andere problematische Substanzen wird in dieser Menge und Konzentration auch anderswo ein erhebliches ökologisches Problem mit sich bringen.

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