Mit Bahn, Brotbox und Zelt in den Urlaub

23. Mai 2022 | Mobilität, Mobilität (NI), Energie (NI), Energiewende, Klimawandel, Kunststoff (NI), Mitmachen (NI), Müllvermeidung (NI)

Umweltfreundlich reisen - Fahrrad und Zelt. Foto: Pixabay.com Umweltfreundlich reisen - Fahrrad und Zelt  (3081124 / Pixabay.com / Pixabay-Lizenz)

Die Planungen der Sommerurlaube laufen bei vielen schon auf Hochtouren. Der BUND gibt Ihnen Tipps für einen grünen Familienurlaub, der Naturschutz und Reisen in Einklang bringt.

Wie gelingt der Urlaubsstart? 

Ein schöner und umweltbewusster Urlaub fängt schon vor der Abreise an. Bevor Sie Haus oder Wohnung verlassen, heißt es: Lichtausschalten und Elektrogeräte, die viel Strom verbrauchen, vom Netz nehmen – so sparen Sie Geld und verschwenden keine unnötigen Ressourcen. 

Beim Packen der Reisetasche können Sie Umwelt und Rücken etwas Gutes tun, indem Sie mit leichtem Gepäck reisen. Denn jedes Kilo mehr Gepäck braucht auch mehr Energie beim Transport. Um weniger unnötige Plastik-Kleinverpackungen zu verbrauchen, sollten Cremes und Seifen von Zuhause in kleineren Behälter mitgenommen werden, die man vorher sammelt und bei jeder Reise wieder benutzt. So müssen keine extra produzierten "Reisegrößen" gekauft werden.

Und: Packen Sie Reiseproviant von zu Hause in Mehrwegverpackung ein. Am Urlaubsort können reisefreudige Naturliebhaber*innen so auch immer wieder Snacks für unterwegs mitnehmen und verzichten zudem auf weiteren Verpackungsmüll.

Wie komme ich am besten von A nach B? 

Es gibt viele Wege in den Urlaub zu kommen: mit dem Rad, zu Fuß mit dem Wanderrucksack auf dem Rücken oder im Kanu. Wer weiter weg will, fährt gut mit dem Zug. Reisen mit dem Zug ist entspannt und bietet vor allem Kindern viel Bewegungsfreiheit. Innerhalb Europas erreichen Urlauber*innen per Zug fast alle Ziele und schützen dabei das Klima. Zum Vergleich: Eine Reise mit dem Zug von Hamburg nach Rom produziert nach Daten des Umweltbundesamtes etwa 60 Kilogramm CO2, mit dem Auto rund 255 Kilogramm und mit dem Flugzeug mindestens 482 Kilogramm CO2. Gerade bei innerdeutschen Reisen halten Bahnreisen den ökologischen Fußabdruck klein.

Auf der Website der Deutschen Bahn www.bahn.de lassen sich innerdeutsche und innereuropäische Routen leicht recherchieren. Besonders bei Fahrten, die mehrere Ländergrenzen überqueren, bedarf es guter Planung. Dann empfiehlt sich ein Gang zum Bahn-Schalter und ein Anruf bei der Bahnhotline. Es lohnt sich auch, auf den Seiten der jeweiligen ausländischen Bahn-Betreiber zu recherchieren und zu buchen, da man so häufig günstigere Tarife findet. Zudem gibt es schon seit geraumer Zeit für das Interrail-Ticket keine Altersgrenze mehr und spezielle Reisebüros haben sich auf Zugreisen spezialisiert. Online-Suchportale wie www.trainline.com können ebenfalls helfen.  

Viele Ziele, die weiter weg sind, lassen sich bequem mit dem Nachtzug erreichen. Obwohl die Deutsche Bahn AG zahlreiche Nachtzugverbindungen eingestellt hat, gibt es mit dem österreichischen "Nightjet" inzwischen viele neue Verbindungen. Drei Mal die Woche geht es etwa von München nach Paris und von dort am nächsten Tag mit dem französischen Nachtzug direkt weiter nach Nizza. Auch ab Berlin gibt es internationale Nachtzugverbindungen, unter anderem nach Stockholm, Wien und Budapest. Ab Hamburg fahren Erholungssuchende liegend nach Salzburg und Verona, ab Köln zum Beispiel nach Wien.

Urlaubsziele vom Alpenraum bis zum Wattenmeer und vom Bliesgau bis zur Sächsischen Schweiz vereinigt das Netzwerk "Fahrtziel Natur". Die Kooperation des BUND und weiterer Naturschutzverbände mit der Deutschen Bahn verbindet attraktive Tourismusangebote mit klimafreundlichen Mobilitätskonzepten. Auf diese Weise können Urlauber*innen 23-Fahrtziel-Natur-Gebiete wie Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks entspannt und umweltschonend erleben. Umweltfreundliche Reiseangebote, wie etwa Wanderreisen, bieten auch die BUND-Reisen. Schauen Sie mal rein!

Wie übernachte ich umweltfreundlich?

Beim Hotelurlaub sollten Sie die Auszeichnungen der Unterkünfte beachten. Hotels, die eines der Naturzertifikate haben, tun in der Regel mehr für den Umweltschutz als Hotels ohne ein solches Zertifikat.

Besonders für Stadtmenschen ist Camping im Urlaub dagegen eine gute Gelegenheit, Flora und Fauna am Urlaubsort richtig zu entdecken – zum Beispiel auf einem Campingplatz. Aber auch hier gibt es Unterschiede: Öko-Campingplätze sparen Strom und Wasser, verwenden umweltfreundliche Reinigungsmittel, vermeiden Abfälle und recyceln Restabfälle. Sie setzen Ökostrom ein und lassen Solarkollektoren die Warmwasserbereitung übernehmen.

Was kann ich beim Strandurlaub beachten?

Auch beim Urlaub am Strand könnne Sie die Natur schonen: Beim Wassersport sollten Tiere beispielsweise nicht gestört werden. Durch Schnellfähren, Motorboote und Jet-Skis entsteht Unterwasserlärm, der viele Meerestiere bei der Orientierung, Partner- und Nahrungssuche stört. Naturfreundliche Alternativen zur Erkundung der Küsten vom Wasser aus können Segelboote, Seekajaks oder auch Stand-Up-Paddling-Boards sein. Für Kitesurfende gibt es inzwischen speziell ausgewiesenen Zonen, die sicherstellen, dass Brut- und Rastvögel von den Lenkdrachen nicht aufgescheucht werden.

Auch beim Kauf von Sonnencremes sollten Sie nicht wahllos zugreifen: Viele Cremes enthalten Mikroplastik, weitere synthetische Polymere oder andere schädliche Stoffe, die beim Baden ins Wasser gelangen und dort verbleiben – mit langfristigen Folgen. Mit der ToxFox-App des BUND können Sonnencremes ganz leicht über den Barcodes gescannt und auf Schadstoffe hin überprüft werden.   

Und wenn Sie den Strand verlassen, nehmen Sie bitte Ihren Müll wieder mit – das gilt auch für Zigaretten. Denn jährlich gelangen circa zehn Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere – auch durch den Tourismus. Das Problem: Plastikmüll bleibt hunderte Jahre lang in der Natur, hat viele unbekannte chemische Schadstoffe und kann beispielsweise dazu führen, dass Vögel, die das Plastik fressen, bei vollem Magen verhungern. Gewöhnen Sie sich doch einfach eine schöne Urlaubsroutine an: Nehmen Sie immer ein wenig mehr Müll vom Strand mit, als Sie mitgebracht haben. Das Meer und seine Bewohner werden es Ihnen danken!

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