BUND Landesverband Niedersachsen

Pläne zu weiterem Raubbau

Obwohl es Alternativen zum Naturgips gibt, will das Land Niedersachsen weitere Gebiete für den Gipsabbau im Südharz ausweisen. So sieht es das Landesraumordnungsprogramm vor, das gerade überarbeitet wird. Die Abbauflächen sollen sogar ohne Pufferzone bis an die Grenzen von besonders geschützten Gebieten erweitert werden.

Das Niedersächsische Landes-Raumordnungsprogramms (LROP) wird derzeit grundlegend überarbeitet. Es trifft verbindliche Regelungen, um Nutzungen wie Siedlungen, Verkehrswege, Stromtrassen oder die Rohstoffgewinnung aufeinander abzustimmen. Es legt auch Vorrangflächen für Natur und Landschaft fest.

Durch die aktuellen Pläne werden weitere wertvolle Gipskarstlebensräume in Niedersachsen gefährdet. Denn die Landesregierung erlaubt in ihrem Planentwurf, dass neue Steinbruchflächen für den Abbau von Naturgips im Südharz bis unmittelbar an die Grenze europäisch geschützter Flora-Fauna-Habitat-Gebiete sowie von Naturschutzgebieten erweitert werden könnten – ohne jede Pufferzone!

Bisher darf Gips nur in sogenannten Vorranggebieten abgebaut werden. Dieses Ausschlusskriterium soll nun wegfallen. Damit könnten im Landkreis Göttingen, in dem der niedersächsische Teil der Gipskarstlandschaft Südharz liegt, außer den 40 Hektar neu ausgewiesenen Vorranggebieten für Gipsabbau, viele weitere nicht benannte Flächen im Gipskarst für immer verschwinden. Weitere Flächen sollen umgewidmet werden, um auch hier einen Gipsabbau zu ermöglichen. Wichtige Teile des niedersächsischen Gipskarstes könnten damit zerstört werden, wenn die Landesregierung ihre Planungen nicht zurücknimmt.

Niedersachsen muss Wort halten

Angesichts dieser Planungsabsichten spricht der BUND Niedersachsen von einer Aufkündigung des „Gipsfriedens“. Dieser war bereits ein schmerzlicher Kompromiss, dem der BUND nur zugestimmt hatte, weil die Landesregierung seinerzeit zusagt hatte, dass keine weiteren wertvollen Gebiete im Südharz der Gipsindustrie zum Opfer fallen sollen. Der BUND fordert, dass die damals festgelegten Vorranggebiete für den Gipsabbau eingehalten werden!

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