Wald in der Klimakrise

Der Landesarbeitskreis Wald des BUND Niedersachsen hat ein Positionspapier „Den Wald in Zeiten der Klimaänderung stabiler machen“ erarbeitet und fordert, die Schwerpunkte in der Bewirtschaftung der niedersächsischen Wälder neu zu setzen.

Dem niedersächsischen Wald geht es schlecht. In den vergangenen drei Jahren setzten Stürme, zunehmende Trockenheit, Feuer und der Befall des Borkenkäfers nicht nur den Fichten in unseren Wäldern zu. Auch der Vitalitätszustand anderer Baumarten nimmt immer stärker ab. Daher hat der Landesarbeitskreis Wald des BUND Niedersachsen ein Positionspapier herausgegeben, in dem er einen sofortigen Richtungswechsel in der niedersächsischen Waldpolitik fordert. Das Ziel sollte sein, einen stabilen, arten- und strukturreichen, sich verjüngenden Dauerwald zu schaffen, in dem Bäume aller Dimensionen kleinstflächig vermischt sind. Naturnahe Wälder auf alten Waldstandorten und Wälder mit alten Bäumen sowie hohen Totholzanteilen tragen erheblich zur Biodiversität bei.

Um die Widerstandsfähigkeit der Waldökosysteme in Niedersachsen so schnell und so gut wie möglich zu sichern und zu verbessern, hat der Arbeitskreis Wald fünf Maßnahmenpunkte formuliert. Mit denen sie deutlich machen, welche Bewirtschaftungsschwerpunkte in den niedersächsischen Wäldern gesetzt werden sollten. Auch hebt das Papier die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz hervor. Die Wälder sind derzeit die wichtigste und wirkungsvollste Möglichkeit, CO2 aus der Luft zu binden und deren Anteil in der Atmosphäre so weit zu senken, dass das Pariser Klimaschutzziel erreicht werden kann.

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1. Beitrag des Waldes zum Klimaschutz und zur Artenvielfalt festlegen

Durch eine Reduzierung der Waldnutzung und die Erhöhung des Erntealters kann die CO2-Speicherung des Waldes gesteigert werden. Diese Maßnahmen hätten somit eine positive Auswirkung auf den Klimaschutz sowie die Biodiversität des Ökosystems und sollten als Faktor in die betriebswirtschaftliche Bilanz integriert werden.

2. Nachhaltige Bewirtschaftung

Um eine bestmögliche CO2-Speicherung des Waldes zu erreichen, sollte auf alle Maßnahmen verzichtet werden, die die Widerstandsfähigkeit des Waldes schwächt. Dazu beitragen sollen:

  • Maximale Schonung des Bodens
  • Verstärkter Einsatz und Anschaffung bodenschonender Technik
  • Bewirtschaftung des Waldes als Dauerwald
  • Umbau des Waldes in naturnahen Laubmischwald
  • Bei Flächen, die durch Massenerkrankung gerodet werden, sollte möglichst viel Material auf der Fläche liegen bleiben
  • Anbau von nicht heimischen Baumarten auf max. 10 % beschränken
  • Erhöhung des Totholzanteils auf mindestens 40 m³/ha
  • Rücknahme von allen Entwässerungsmaßnahmen im Wald
3. Besonderer Schutz für naturnahe Wälder und alte Waldbestände

Durch einen Stopp der Bewirtschaftung dieser Gebiete – besonders in Jahren mit extremen Wetterlagen – sollen die Bäume sich erholen und ihren Wasserspeicher im Boden wieder auffüllen können.

4. Sicherung des Privatwaldes als Arbeitsplatz und Einkommensquelle
5. Wilddichten verringern

Die natürliche Verjüngung der heimischen Baumarten darf durch Wildverbiss nicht gefährdet werden. Entsprechende Wilddichten sind durch Bejagung herzustellen.

Eine genauere Ausarbeitung der einzelnen Punkte sind im Positionspapier „Den Wald in Zeiten der Klimaänderung stabiler machen“ zu finden.

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