Gartenschläfer. Foto: Jiří Bohdal

Der Gartenschläfer

Gartenschläfer sind nachtaktiv, oft scheu und vielen unbekannt. Sie leben unter uns, sind aber nur selten zu sehen. Und es werden immer weniger. Blickt Sie eine Schlafmaus durch eine dunkle Fellzeichnung an, die an Zorros Maske erinnert: Glückwunsch, Gartenschläfer entdeckt!

Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) gehört – genau wie der Siebenschläfer und die Haselmaus – zur Familie der Bilche, den sogenannten Schlafmäusen.

Größe und Gewicht

  • rund 15 cm Körperlänge + etwa 12 cm Schwanz
  • ungefähr 60 bis 90 g schwer, im Winterschlaf bis über 130 g

Aussehen

 (Sven Büchner)

Charakteristisch ist das schwarze Band über dem Auge bis hinter das Ohr. Diese Gesichtsmaske macht die kleine Schlafmaus unverwechselbar und bringt ihr den Spitznamen „Zorro“ ein. Die Ohren sind recht groß. Der Rücken und die Flanken des Gartenschläfers sind graubraun bis braun, der Bauch weiß bis grauweiß.

Lebensraum

Der Gartenschläfer kommt in Wäldern, Weinbergen, Gärten und auf Streuobstwiesen vor. Gelegentlich lebt er auch in Gebäuden wie Forsthütten oder Stallungen. Für den Winterschlaf sucht der Gartenschläfer gerne Felsregionen und Geröllhalden auf, die geeignete Fels- und Gesteinsstrukturen aufweisen.

Foto Michael Papenberg Foto Michael Papenberg

Lebensweise

 (Rudi Leitl)

Der Gartenschläfer ist dämmerungs- und nachtaktiv. Er baut sich kugelige Schlafnester aus Gras, Laub, Moos und Haaren. Diese findet man in Baum- und Felshöhlen, aber auch in Mauerspalten, Nistkästen und Gebäudezwischendecken, verlassenen Eichhörnchenkobeln und großen Vogelnestern. Der Winterschlaf dauert von Ende Oktober bis April. Hierfür ziehen sich die Tiere meist in tiefe Fels- oder Erdhöhlen zurück.

Fortpflanzung

 (Kerstin Hinze)

Mit einem auffälligen lauten Pfeifen signalisieren die Weibchen ihre Paarungsbereitschaft. Nach drei Wochen Tragezeit werden im Mai oder Juni meist vier Jungtiere geboren. Die Jungen werden rund vier Wochen lang gesäugt und sind nach 40 Tagen selbstständig. Die Männchen werden nach dem ersten, die Weibchen nach dem zweiten Winterschlaf geschlechtsreif.

Nahrung

 (Kerstin Hinze)

Der Gartenschläfer ist ein Allesfresser und frisst sowohl tierische Nahrung wie Insekten, Tausendfüßler, Spinnen, Regenwürmer, Schnecken und kleine Wirbeltiere als auch pflanzliche Bestandteile wie Beeren, Samen, Obst, Blüten und Knospen. Obwohl er ein guter Kletterer ist, sucht der kleine Bild seine Nahrung am liebsten auf dem Boden.

Vorkommen in Niedersachsen

 (Kartographiestudio Jochen Fischer)

Der Gartenschläfer kommt nach aktuellem Kenntnisstand in Niedersachsen nur noch im Harz natürlich vor.

Schutzstatus

  • Berner Konvention Anhang III
  • Bundesnaturschutzgesetz § 7 Abs. 2 Nr. 13: besonders geschützte Art
  • Rote Liste Deutschland (2019): stark gefährdet
  • Rote Liste Niedersachsen (1991): potenziell gefährdet

Gefahren

Greifvögel, Marder, Hauskatzen und Ratten sind die "natürlichen Feinde" des Gartenschläfers. Die Ursachen für den anhaltenden Rückgang der Art sind nach wie vor nicht klar, vermutlich spielen viele Faktoren eine Rolle. Hierzu gehören die Veränderung des natürlichen Lebensraums, der Verlust von Strukturvielfalt, das Insektensterben, Gifte und die intensive Waldbewirtschaftung.

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