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BUND Landesverband Niedersachsen

Die Europäische Wildkatze

Sie sind nachtaktiv und leben versteckt in naturnahen Laub- und Mischwäldern. Deshalb bekommt sie kaum jemand zu Gesicht. Aber sie sind da: die Europäischen Wildkatzen.

Die Europäische Wildkatze  (Felis silvestris silvestris)  stammt aber nicht etwa von verwilderten Hauskatzen ab. Sie streifte schon durch unsere Wälder, lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen mit über die Alpen brachten. Das Verbreitungsgebiet der Wildkatze erstreckte sich noch bis ins 20. Jahrhundert hinein fast über den ganzen Kontinent. Heute zählt die Wildkatze bei uns zu den gefährdeten Arten.

Aussehen

Wildkatzenschwanz. Foto: Thomas Stephan Wildkatzenschwanz. Foto: Thomas Stephan

Ähnlich einer wildfarbenen Hauskatze, aber buschiger Schwanz mit dunklen Ringen und stumpfem, schwarzem Ende.

Aalstrich in der Rückenfellzeichnung der Wildkatze. Foto: Thomas Stephan Aalstrich in der Rückenfellzeichnung der Wildkatze. Foto: Thomas Stephan

Die Fellzeichnung ist nicht kontrastreich, sondern verwaschen.

Nase der Wildkatze. Foto: Thomas Stephan Nase der Wildkatze. Foto: Thomas Stephan

Besonders im Winterfell gedrungen und kräftiger als Hauskatze wirkend.     

Größe

Etwa wie Hauskatze

Gewicht

Jahreszeitabhängig, Katzen 3-6 kg, Kater 3,5-8 kg

Alter

Etwa 7–10 Jahre, in Gefangenschaft über 15 Jahre 

Nachwuchs

Wildkatzen-Kindergarten. Foto: Thomas Stephan Wildkatzen-Kindergarten. Foto: Thomas Stephan

2–4 (max. 6) Junge pro Wurf; kommen zwischen März und September zur Welt; die meisten Würfe im April; zweiter Wurf im Herbst z. B. bei Verlust des ersten oder ausreichendem Nahrungsangebot (gutes Mäusejahr)

Die Jungen öffnen nach 10-12 Tagen die Augen, entwöhnt werden sie nach ca. 4 Wochen. Nach einem halben Jahr sind die Jungen selbständig und wandern ab, um neue Reviere zu besetzen. Die Geschlechtsreife tritt zwischen 9 und 11 Monaten ein. 

Tragzeit

63 – 69 Tage 

Nahrung

Ein Leckerbissen für die Wildkatze. Foto: Janina Philipp Ein Leckerbissen für die Wildkatze. Foto: Janina Philipp

In Mitteleuropa vor allem Mäuse; seltener und je nach Angebot: Kaninchen, Eidechsen, Frösche, Insekten, Kleinvögel; Aas nur ausnahmsweise. 

Streifgebiet

Größe sehr variabel, abhängig von der Lebensraumqualität, dem Beuteangebot, sowie der Populationsdichte und der Jahreszeit. Die Gebietsgröße von Katzen liegt zwischen 300 – 1 100 ha, Kater können ein Gebiet bis 4 800 ha durchstreifen. 

Lebensraum

Strukturreicher Buchenwald - ein idealer Wildkatzenlebensraum. Foto: BUND Strukturreicher Buchenwald - ein idealer Wildkatzenlebensraum. Foto: BUND

Die Wildkatze gilt als Indikatorart für naturnahe Waldlebensräume. Ihr Anspruch an Deckung bietenden Strukturen wie z. B. Baum- und Felsenhöhlen, Windwurfflächen mit Wurzeltellern, liegendes Kronenholz mit entsprechendem Unterwuchs und Sukzessionsflächen ist sehr ausgeprägt. Diese Habitatausstattung bietet einerseits Unterschlupf für den Tag und andererseits Verstecke, in denen sie ihre Jungen aufziehen kann. Beliebte Jagdreviere sind gut strukturierte Waldränder, möglichst mit Anbindung an angrenzende Wiesenbereiche. Auch Fließgewässer sind ein wichtiges Requisit in einem Wildkatzenrevier und werden durch die Deckung bietenden Uferrandstreifen als Leitlinien bei Streifzügen und der Migration genutzt. 

Spuren

Länge 3-3,5 cm, Spur schnürend. Pfotenabdruck wie Hauskatze: rundlicher Umriss, Ballen und 4 Zehen, aber keine Krallen im Abdruck (von den 5 Vorderzehen erscheint der Daumen nicht im Abdruck, die hinteren Pfoten haben nur 4 Zehen) 

Verbreitung

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