BUND Landesverband Niedersachsen

Ökologische Station Wendland-Drawehn

Herrliche naturbelassene Bäche, Feuersalamander in Quellgebieten, Ortolan und Grauammer in strukturreichen Agrarlandschaften und mehr gibt‘s im Osten von Niedersachsen – genauer im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Aufgaben der Station

Rinder halten die Flachgewässer offen. Foto: BUND KG Lüchow Dannenberg Rinder halten die Flachgewässer offen. Foto: BUND KG Lüchow Dannenberg

Die Ökologische Station Wendland-Drawehn mit Sitz in Bergen a. d. Dumme trägt dazu bei, die in dieser Region vorkommenden typischen Arten und Lebensräume zu erhalten und zu entwickeln. Hierfür arbeitet sie unter dem Dach der „Kooperativen Naturschutzstation Wendland-Drawehn“ mit dem Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zusammen. In enger Abstimmung mit den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Lüchow-Dannenberg und Uelzen wird – entsprechend den Grundsätzen für die „Vor-Ort-Betreuung in Niedersachsen“ – die naturschutzfachliche Pflege und Weiterentwicklung der Natura 2000 Gebiete und deren Umfeld weiter verstetigt.

Die bereits seit 2016 etablierte Ökologische Station agiert nun mit einer erweiterten Gebietskulisse und fünf engagierten BUND-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bedeutung des Naturraums

Harper Mühlenbach. Foto: BUND KG Lüchow Dannenberg Harper Mühlenbach. Foto: BUND KG Lüchow Dannenberg

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist überregional für seinen Naturraum und seine Vielfalt an gefährdeten Tier- und Pflanzenarten bekannt. Dies spiegelt sich auch an den zahlreichen Natura 2000-Gebieten mit einer Gesamtfläche von fast 17.000 ha FFH- und über 30.000 ha Vogelschutzgebiet wider. Entstanden ist dieser einzigartige Naturraum durch seine randliche Lage – vor allem in der Zeit der innerdeutschen Grenze – und den damit verbundenen Entwicklungshindernissen hinsichtlich Verkehr, Wasserregime und Landwirtschaft. Die Region ist geprägt durch ein ursprüngliches, kleinteiliges Landschaftsmosaik mit extensive landwirtschaftliche Nutzung. Obwohl auch hier in den 1970er und 1980er Jahren in Teilbereichen durch Flurneuordnungsverfahren und wasserbauliche Maßnahmen regulierend eingegriffen wurde, sind große Bereiche noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Doch lässt sich auch hier der allgemeine Rückgang der Artenvielfalt verzeichnen.

Zielsetzung

Feuchtwälder. Foto: Dieter Damschen Feuchtwälder. Foto: Dieter Damschen

Das Betreuungsgebiet der Ökologischen Station Wendland-Drawehn umfasst einen Kernbereich innerhalb der Natura 2000 Kulisse von knapp 24.000 ha und außerhalb der Kulisse von ca. 30.000 ha. In der Landgraben-Dumme-Niederung liegt der Fokus auf der Sicherung und Entwicklung von Fließgewässern und ihren Auen mit artenreichem Feuchtgrünland, Feuchtwäldern, Quellbereichen und Moorstandorten sowie die Förderung und Umsetzung eines nachhaltigen Wassermanagements und einer naturschutzfachlich qualifizierten Gewässerunterhaltung. In der strukturreichen Agrarlandschaft des Drawehn, der Lucie und deren Umfeld sowie im Bereich des Vogelschutzgebietes Ostheide bei Himbergen und Bad Bodenteich steht der Schutz von Ortolan, Grauammer und anderer Brutvogelarten im Mittelpunkt. In der Nemitzer Heide sollen moos- und flechtenreiche Sandheiden sowie ein Mosaik aus Sandmagerrasen, Silbergrasfluren und Gehölzen durch die Umsetzung eines Beweidungskonzeptes und weiterer Maßnahmen gesichert werden. Das Vorkommen von Wiedehopf, Ziegenmelker, Raubwürger, Heidelerche sowie einer vielfältigen Insektenfauna und verschiedener Reptilien wie Zauneidechse und Schlingnatter sollen durch die Ökologische Station gesichert und entwickelt werden. Die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren vor Ort abgestimmt; so wird auch langfristig eine Akzeptanz für die naturschutzfachlichen Ziele und Maßnahmen gesichert.

Erfahrungen und Kooperationen

Foto: BUND KG Lüchow Dannenberg Foto: BUND KG Lüchow Dannenberg

Es wird an die Erfahrungen und Erfolge vorheriger BUND Projekte wie das sogenannte „Kräuterheuprojekt“ und die Tätigkeiten der Ökologischen Station Landgraben-Dumme-Niederung (2016 bis 2022) angeknüpft. Die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirt*innen sowie den zuständigen Behörden bieten eine gute Grundlage für die weitere Arbeit. Zudem kann länderübergreifend mit aktuellen BUND-Projekten kooperiert werden, beispielsweise mit dem bundesweiten Projekt „GRÜNE BAND“. Dieses wird in diesem Bereich vor allem auf der sachsen-anhaltinischen Seite der ehemaligen innerdeutschen Grenze durchgeführt und bietet, gerade für wasserwirtschaftliche Naturschutzkonzepte, die Möglichkeit einer engen Abstimmung und eines grenzübergreifenden Vorgehens. Die neue ökologische Station Landgraben-Dumme Niederung des BUND ergänzt auf der niedersächsischer Seite die anderen BUND-„Leuchttürme“ der Burg Lenzen in der brandenburgischen Elbtalaue sowie das „GRÜNE BAND“ in Sachsen-Anhalt und sorgt damit für eine ausgezeichnete Kompetenz für alle Naturschutzbelange in dieser Region.

Regionale Kooperation Naturschutz und Landwirtschaft

Salamander. Foto: BUND KG Lüchow Dannenberg Salamander. Foto: BUND KG Lüchow Dannenberg

In der Kooperativen Naturschutzstation Wendland-Drawehn arbeiten Naturschutz und Landwirtschaft im Sinne des Niedersächsischen Weges zusammen. BUND und NLWKN werden vor Ort von der Landwirtschaftskammer Uelzen und ihrer Biodiversitätsberatung – ebenfalls in Bergen a. d. Dumme ansässig – ergänzt.

Die „Regionale Kooperation Naturschutz und Landwirtschaft Lüchow-Dannenbergs“ ist eine von drei Modellregionen in Niedersachsen.

Kontakt

Ökologische Station Landgraben-Dumme-Niederung (LDN)

Dr.-Koch-Str. 23
29468 Bergen an der Dumme

Tel.: 0 58 45 - 988 15 85

station(at)bund-ldn.de

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