ENEA-Jugend-Projekt in Tunesien - Für Hirsch und Zeneichen

Im Nationalpark El Feidja konnten im Herbst 2016 die ersten tunesischen Junior Ranger-Gruppen begrüßt werden, unterstützt durch ENEA und BUND Niedersachsen. Foto: BUND Im Nationalpark El Feidja konnten im Herbst 2016 die ersten tunesischen Junior Ranger-Gruppen begrüßt werden, unterstützt durch ENEA und BUND Niedersachsen. Foto: BUND

Seit 2013 ist der Verein European Nature and Environment Academy (ENEA) in Kooperation mit dem BUND Niedersachsen im Nordwesten Tunesiens, der Kroumerie, aktiv. Die Bergregion der Kroumerie, die sich bis in den Westen Algeriens erstreckt, ist mit jährlichen Niederschlägen von 1000-1500 mm eines der feuchtesten Gebiete Nordafrikas. Kork- und Zeneichenwälder prägen das Landschaftsbild. 1990 wurde hier der Nationalpark El Feija geschaffen.

Ziel des deutsch-tunesischen Projektes „Junior Ranger Initiative in der Kroumerie“ (JURIK) ist die Implementation eines umfassenden Umweltbildungsprogramms im Gebiet der Kroumerie nach dem Vorbild der Junior Ranger-Gruppen deutscher Nationalparks. Das Projekt baut dabei auf vorangegangene Projekte auf, deren Ziel die Entwicklung von Strukturen und Maßnahmen zur ökologischen und zivilgesellschaftlichen Nachhaltigkeit in Tunesien ist.

JURIK beinhaltet neben der Entwicklung des Umweltbildungsprogramms und Multiplikatorenschulungen auch einen Natur-Erlebnis-Garten im Nationalpark El Feija, der in einem Vorgängerprojekt durch junge tunesische und deutsche Umweltschützer konzipiert worden war. Dieser konnte Ende des Jahres fertiggestellt werden und lädt dazu ein, auf spielerische Weise mit der Natur in Berührung zu kommen. Gleichzeitig stellt der Garten den Ausgangspunkt für verschiedene Umweltbildungsaktivitäten in der Region dar.

In den vergangenen Jahren ist es gelungen, ein Netzwerk aus NGO’s und staatlichen Stellen aufzubauen, die sich gemeinsam um das Vorantreiben von Naturschutz und Umweltbildung in der Region sowie um die Erhaltung des Gartens kümmern. Die Durchführung von Umweltbildungsaktivitäten liegt dabei in der Verantwortung der einheimischen Organisation „Sidi Bou Zitoun“. Bei der Pflege des Natur-Erlebnis-Gartens werden sie von der Forstverwaltung unterstützt.

Im Rahmen des JURIK-Projektes haben fünf wechselseitige Besuche mit unterschiedlichen Teilnehmer*innen aus Tunesien und Deutschland stattgefunden. Bei einem 10-tägigen Aufenthalt in Goslar im Juli 2016 lernten die Tunesier das deutsche Junior Ranger-Programm kennen und nahmen an verschiedenen Umweltbildungsaktivitäten teil. „Viele der Umweltbildungsspiele lassen sich auch in Nordafrika gut umsetzen“, weiß die JURIK-Mitarbeiterin Maren Ihnen. Zudem entstand ein Kurzfilm über ein zweitägiges Feldprojekt zum Thema „Wasser“, das die Junior Ranger-Gruppe „Die Wölfe“ aus Braunlage vorbereitet hatte. Vor allem die Wasseruntersuchungen mit Becherlupen, pH-Streifen und allen Sinnen bereiteten den Teilnehmer*innen viel Spaß, ebenso die Suche nach Tieren, die im und am Wasser leben.

Beim Besuch im tunesischen El Feidja wurden das Wasserprojekt, die dortigen Quellen und Feuchtgebiete erkundet. Die tunesischen Teilnehmer*innen konnten dabei ihre Erfahrungen aus Deutschland an Kinder und Jugendliche weitergeben. Sie haben bereits im Rahmen des Projekts zwei Junior Ranger-Gruppen gegründet: „Cerf“ (Hirsch) und „Zeen“ (Zeneichen).
(mi)

UNSER PARTNERDer Verein ENEA fördert den Umwelt- und Naturschutz durch europäische und transnationale Projekte, Aktionen und Bildungsangebote nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Er ergänzt die Arbeit des BUND Niedersachsen. Informationen zu den Aktivitäten des Vereins finden Sie unter www.enea-net.eu  . 

 

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