BUND-Gruppe Grafschaft-Bentheim - Tief im Westen

Stadt, Land, Fluss - überall ist der BUND in der Grafschaft Bentheim für Natur und Umwelt aktiv.

Bahn frei für Fische & Co.: Dank einer Sohlgleite können wandernde Arten die Vechte leichter flussaufwärts schwimmen. Foto: W. Oppel / BUND

176 Einzimmerapartments hat der BUND in der Grafschaft Bentheim zu vermieten. Bevorzugt an gesellige Pärchen mit erdbraunem Gefieder, gegabeltem Schwanz und Fortpflanzungswillen. Rund 90 Uferschwalben haben das Angebot bereits angenommen und damit der Art zu einem deutlichen Bestandszuwachs verholfen, nachdem sie im äußersten Westen Niedersachsens sehr selten geworden war.

Damit die künstliche Nistwand auch weiterhin von den wendigen Flugkünstlern bewohnt wird, haben ehrenamtliche Helfer die Niströhren im Dezember gereinigt und mit neuem Sand verfüllt. Über 50 Meter ist die künstliche Uferschwalbenwand in Schüttorf breit. Die BUND-Gruppe hat sie vor 4 Jahren gemeinsam mit dem Nabu aus Fertigbauteilen errichtet, ergänzt durch einen flachen Teich, offenen sandigen Bereichen und Röhrichten. Die Flächen hat die Stadt Schüttorf im Zuge einer Kompensationsmaßnahme zur Verfügung gestellt.

Ein Erfolgsmodell, wie der langjährige BUND-Vorsitzende Walter Oppel früh erkannt hat. Der ehemalige Realschullehrer ist nicht nur die Antriebsfeder der BUND-Gruppe, bestens vernetzt und überall bekannt. Er hat vor allem ein Gespür dafür, unterschiedliche Partner an einen Tisch zu holen, um der Natur wieder mehr Raum zu geben. Zahlreiche Flächen hat der BUND in der Grafschaft Bentheim in enger Zusammenarbeit mit der dortigen Naturschutzstiftung, dem Landkreis, Gemeinden und Landeigentümern auf diese Weise für den Naturschutz zurückgewonnen. Ehrenamtliche der Kreisgruppe haben Wiesen, Hecken, Kleingewässer und Streuobstwiesen angelegt und betreuen die Flächen seit vielen Jahren. Auch um den 1,3 Hektar großen Wald der Realschule Bad Bentheim kümmert sich die Gruppe zusammen mit Schüler*innen. Für seinen Naturschutzeinsatz hat Walter Oppel im November 2018 das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Ruhe an der Vechte

Ein besonderes Anliegen der BUND-Gruppe ist seit Jahrzehnten der Schutz der Vechte, die vom Münsterland bis in die Niederlande fließt. Nitratbelastungen, Uferbegradigungen, Hochwasserprobleme – sie blieben auch hier nicht aus. Die Grafschaft ist eine Hochburg der Massentierhaltung. Dennoch arbeitet der BUND seit über 30 Jahren konsequent daran, das Vechtetal als Lebensraum für selten gewordene Vogel-, Fisch- und Amphibienarten zu sichern. Kiebitze und Austernfischer brüten inzwischen wieder in der Aue, auch der Fischotter wurde schon gesichtet.

Die Bemühungen des Umweltverbandes mündeten in ein grenzüberschreitendes EU-Projekt, dessen Idee Walter Oppel aus den Niederlanden mitgebracht hat: „Rust en Drukte steht für Ruhe und Betriebsamkeit im Vechtetal. Naturschutz, Landwirtschaft, Entwicklung der Kommunen und Tourismus sollen hier Hand in Hand gehen.“ Die Rechnung geht auf: Für die radbegeisterten Niederländer ist das Vechtetal bereits heute ein attraktives Ausflugsziel. Auch die Uferschwalben können schon ein Lied davon singen. tm

 

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