BUND-Gruppe Westharz - 40 Jahre den Brocken im Blick

Auf den Wiesen zwischen imposanten Eichenwäldern glitzert der Schnee, jeder Schritt knirscht leise auf dem gefrorenen Weiß. Sonst ist nichts zu hören. Diese Ruhe liebt Friedhart Knolle. Seit er als Schulkind eine der zahlreichen Höhlen im Südharz besucht hat, ist seine Liebe für diese einzigartige Gipskarstlandschaft entbrannt.

Der Vorstand des BUND Westharz vor seiner Geschäftsstelle: Marco Rehberg, Friedhart Knolle, Regina Matschkus, Katja und Oliver Wulff, Sabine Seifarth. Nich im Bild: Matthias Kumitz und Michael Reinboth.

Es ist ein Hotspot der Artenvielfalt, den er und seine BUND-Mitstreiter*innen unbedingt erhalten wollen – ein wahrer Kraftakt, denn die Industrie giert nach dem Naturgips im Berg, der günstiger zu gewinnen ist, als den Rohstoff zu recyceln oder durch Alternativen zu ersetzen. Friedhart Knolle ist dennoch zuversichtlich, dass sie einen weiteren Gipsabbau im Harz verhindern können. Mit Hartnäckigkeit und überzeugenden Argumenten hat der BUND seit seiner Gründung vor 40 Jahren bereits andere Erfolge im Westharz erreicht, die anfangs unmöglich schienen: So wurde in den 80er Jahren der Bau einer Talsperre an der Sieber verhindert, die zu einem Vorzeige-Fließgewässer entwickelt wurde, und eine Sanierung der gefährlichen Hinterlassenschaften des Bergbaus und der Rüstungsindustrie zweier Weltkriege erwirkt, damit Flüsse und Böden von giftigen Stoffen befreit werden. Auch an der Gründung des Nationalparks Harz war der BUND maßgeblich beteiligt.

Kontinuität und gute Vernetzung

Viele Aktive arbeiten seit Jahrzehnten im BUND-Regionalverband Westharz, der 2013 aus den Gruppen Goslar und Osterode hervorgegangen ist.  Zusammen mit Marco Rehberg und fünf Beisitzer*innen bildet Knolle den Vorstand, der für regen Austausch nach innen in die verschiedenen Arbeitskreise und nach außen zu Behörden, Politik und anderen Verbänden sorgt. Zusammen mit dem Nabu hat der BUND eine Anlaufstelle für die Öffentlichkeit in der Goslarer Altstadt geschaffen. Er agiert dabei gleichermaßen als Anwalt der Natur und betroffener Bürger*innen: In Oker-Harlingerode und damit auch in der Kurstadt Bad Harzburg hat er mit seiner Aktivgruppe „Gesunde Luft“ zum Beispiel einen Dioxin-Skandal bei Harz-Metall sowie mit der Ortsgruppe Bad Harzburg Unregelmäßigkeiten bei der Lagerung von Pestizidprodukten aufgedeckt. „Wir nutzen unser Recht auf Einsicht in Umweltinformationen nach dem Umweltinformationsgesetz, um Unternehmen und Gesetzesverstöße öffentlich zu machen“, sagt Katja Wulff, Sprecherin der Ortsgruppe.

Durch die Lage am Harz und im Dreiländereck hat sich der BUND Westharz nicht nur mit Fragen des Wald- und Biotopschutzes, sondern auch mit den Auswirkungen des Mauerfalls und Umweltproblemen im Osten beschäftigt – und den Aufbau von BUND-Gruppen in den neuen Bundesländern unterstützt. Auch der Schutz der Gipskarstlandschaft ist ein Ziel, das der Regionalverband im Schulterschluss mit den BUND-Aktiven in Thüringen und Sachsen-Anhalt verfolgt. Denn Naturschutz kennt keine Grenzen. tm

 

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