Die künstliche Beleuchtung beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch die der Tiere, einschließlich der Meerestiere, durch die massive Beleuchtung in Städten in Küstennähe und in Häfen.
Ob in der Luft oder unter Wasser ist die Lichtverschmutzung eine Gefahr für Tiere
Laut dem Sekretariat der Bonner Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten verursacht die Lichtverschmutzung jährlich den Tod von Millionen von Vögeln. Bei Vogelarten, die nachts wandern, werden sie von Lichtquellen auf ihrer Route abgelenkt und kollidieren dann beispielsweise mit Offshore-Windkraftanlagen. Außerdem können Vögel, die die Sterne für ihre Wanderung nutzen, durch Lichtverschmutzung vom Weg abkommen, was zu einem zusätzlichen Energieaufwand führt, der für sie tödlich sein kann. Lichtverschmutzung kann auch die innere biologische Uhr von Vögeln beeinflussen und sie dazu bringen, schneller als nötig zu wandern, was dramatische Folgen haben kann, wenn das Zielgebiet nicht über die notwendigen Ressourcen insb. Nahrung verfügt.
Die Lichtverschmutzung beeinträchtigt einige Meerestiere in Küstennähe, aber auch auf See durch beleuchtete Fähren und Kreuzfahrtschiffe.
Bekannt ist, dass künstliches Licht basale Verhaltensmuster von Fischen wie Partner- und Futtersuche, aber auch deren Wachstum, Entwicklung und Laichwanderung verändern kann. Bekannt ist außerdem, dass sich Krebstiere und Korallenlarven am Mondlicht orientieren und durch künstliches Licht gestört werden.
Lichtverschmutzung auch im Wattenmeer bekämpfen
In der Nähe und im Nationalpark Wattenmeer müssen Lichtquellen an der Küste und auf den Inseln sowie auf dem offenen Meer vermieden werden, um nachtaktive, aber auch tagaktive Tiere zu schützen. Zu diesem Zweck gibt es eine Reihe von technischen Lösungen, um Lichtemissionen sowohl in Häfen als auch in Wohngebieten zu reduzieren, und diese Lösungen müssen mit einer Überprüfung der geltenden Gesetze begleitet werden. Im Wattenmeer wurde die Dark Sky Initiative ins Leben gerufen, um die relevanten Akteure (wissenschaftliche Experten, Gemeinden, Wirtschaftsakteure, Behörden, Umweltverbände) zusammenzubringen und diese Problematik gemeinsam anzugehen.
