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BUND Landesverband Niedersachsen

Niedersachsen setzt weiter auf Ausbau fossiler Energie - Der BUND Niedersachsen lehnt den Import von Gas entschieden ab

07. Juni 2019 | Energie, Energiewende, Fracking, Klimawandel, Umweltpolitik

Anlässlich der heutigen Verabschiedung der Verordnung zum Bau von LNG-Terminals im Bundesrat sagt Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Niedersachsen:

„Der BUND Niedersachsen lehnt den Bau von Terminals für verflüssigtes Gas (LNG) entschieden ab. Der Aufbau dieser Terminals widerspricht den Zielen des Klimaschutzes und ist energiewirtschaftlich unsinnig. Investitionen sollten im Jahr 2019 nicht in neue fossile Infrastruktur, sondern in Anlagen zur erneuerbaren Wärmeerzeugung, in Power-to-Gas-Technologien und energieeffiziente Gebäude fließen.

Es ist skandalös, dass sich Niedersachsen in Zeiten, wo alle erkannt haben, welche Zerstörung die Klimakrise mit sich bringt, für den Bau von fossiler Infrastruktur entscheidet. Der Bau von Häfen für den Import von gefracktem Gas wird die Klimakrise weiter anheizen. Wir brauchen stattdessen Gesetze zur Einsparung von Energie und der Förderung von erneuerbaren Energien.

Das verflüssigte Gas, welches in Nord- und Ostdeutschland ankommen soll, kommt auch aus den USA. Dort wird das Gas mittels des besonders gefährlichen Fracking gefördert. Jede Form der Erdgasgewinnung ist mit Methanemissionen verbunden, beim Fracking ist dieser Methanschlupf aber besonders hoch, so dass das klimaschädigende Potenzial etwa das Niveau von Erdöl erreicht.

Zusätzliche Importmöglichkeiten für Erdgas sind ohnehin nicht nötig. Die derzeitigen konventionellen Importkapazitäten sind mehr als ausreichend, um den bestehenden Bedarf zu decken. Durch konsequente Maßnahmen zur Einsparung kann der deutsche Erdgasverbrauch im nächsten Jahrzehnt deutlich sinken.“

 

Hintergrund

Am 7. Juni 2019 wurde im Bundesrat über die "Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland" und damit über einen zentralen Baustein für den Aufbau einer neuen fossilen Infrastruktur in Deutschland positiv entschieden. Mit dieser Verordnung werden u.a. Ferngasleitungsbetreiber verpflichtet, neue LNG-Terminals anzuschließen. Es soll den Netzbetreibern ermöglicht werden, die Kosten dafür teilweise auf die Netznutzer zu wälzen.

Derzeit ist der Bau von LNG-Terminalen für die Anlandung und Speicherung von Flüssiggas in Norddeutschland geplant. Als mögliche Standorte werden Brunsbüttel, Stade, Wilhelmshaven sowie Rostock in Betracht gezogen. Neben einem Schiffsanleger sollen Lagertanks, Verdampfungsanlagen und ein Anschluss an das Erdgasnetz entstehen. Die Investitionssummen sind erheblich und bewegen sich zwischen 450 und 850 Mio. Euro pro LNG-Terminal.

 

Rückfragen zum Thema an:

Heiner Baumgarten
Landesvorsitzender
BUND Landesverband Niedersachsen
heiner.baumgarten(at)bund.net

 

Verantwortliche Pressesprecherin:

Dr. Tonja Mannstedt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 – 31
tonja.mannstedt(at)nds.bund.net

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