Per Online-Verfahren können sich Bürger*innen, Verbände und weitere Interessierte ab sofort am nationalen Wiederherstellungsplan beteiligen. Mit diesem soll die Wiederherstellung naturnaher Lebensräume geplant werden. Im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) soll Deutschlands Natur künftig wieder naturnah gestaltet werden – von frei fließenden Flüssen über gesunde Wälder bis zu städtischen Ökosystemen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft dazu auf, sich aktiv in das Beteiligungsverfahren einzubringen. Denn: Der aktuelle Entwurf der Bundesregierung bleibt weit hinter dem europäischen Anspruch zurück. Die Teilnahme ist über ein Online-Tool des Bundesumweltministerium möglich.
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender, sagt: „Mit der öffentlichen Beteiligung wird die Wiederherstellung der Natur zum Zukunftsprojekt. Je mehr Menschen ihre Ideen einbringen, desto besser können wir unsere Ökosysteme schützen und erneuern! Klar ist aber auch: Die Bundesregierung muss jetzt liefern.“ Der aktuelle Plan lasse den Mut vermissen, die Zerstörung der Natur wirklich umzukehren. „Statt kleinteiliger Programme brauchen wir ein nationales Aufbruchprojekt für Renaturierung – mit klaren Zielen, ausreichenden Mitteln und dem Willen, Blockaden zu beseitigen.“
Die Wiederherstellungsverordnung verpflichtet alle EU-Mitgliedsstaaten, bis 2030 naturnahe Lebensräume zu fördern. Für Gewässer heißt das beispielsweise: Bis 2030 müssen mindestens 25.000 Kilometer frei fließende Flüsse geschaffen werden. Dafür müssen nicht mehr gebrauchte Staudämme oder Barrieren abgebaut werden. In Deutschland sieht der BUND beim Lebensraum Wasser großes Potenzial: bis 2030 könnten hierzulande 500 Kilometer, bis 2050 weitere 1.500 Kilometer frei fließende Flüsse wiederhergestellt werden. Bislang gibt es in Deutschland nur knapp 200 Kilometer frei fließende Flüsse.
Weitere Informationen:
Öffentlichkeitsbeteiligung zur Wiederherstellungsverordnung startet: BUND fordert 2.000 Kilometer frei fließende Flüsse für Deutschland
Online-Beteiligung zum Nationalen Wiederherstellungsplan - Dialog BMUKN
